Service Garten - Im Blättergarten von Martin Turck

Im Garten von Martin Turck.

Service Garten - Im Blättergarten von Martin Turck

Die meisten Gärtner mögen im Sommer vor allem bunte Blüten und sorgen dafür, dass zeitlich abgestuft immer eine Staude, ein Strauch oder irgendeine andere Pflanze blüht. Der Kölner Martin Turck bringt Farben- und Formenvielfalt über die Blätter in seinen Kölner Garten.

Vielfalt
Blätter in allen Formen wachsen im 100 m² großen Reihenhausgarten von Martin Turck. Da wuchern Schildblätter neben Baumfarn und Mammutblatt. Eines seiner Lieblingsblätter ist das ausladende Tafelblatt, das mit seinem schildartigen Laub ursprünglich in China und Nordkorea zu Hause ist. Die runden, gezackten Blätter haben einen Durchmesser von 50 Zentimetern. Ein paar Hostas oder Funkien mit ihren rosettenförmigen Blattkränzen stehen in Terracotta-Töpfen rund um das kleine Rasenstück. Sie fallen durch ihre verschiedenen Maserungen auf den Blättern auf. Farne sprießen mit ihren Wedeln überall aus dem Boden.

Üppigkeit
Der 58jährige Architekturhistoriker ist fasziniert vom der Üppigkeit, vom Überschwang der Natur. Er liebt die grüne Vielfalt. Ziemlich robust sind die schattenverträglichen Blattpflanzen auch. Ärger mit Krankheiten oder Schädlingen hat er nicht. Manchmal, wenn die Sonne zu stark scheint, kann es zu Verbrennungen an den Blättern kommen. Betroffene Stellen werden rausgeschnitten. Neue Blätter kommen sofort wieder nach. Beeindruckend ist auch eine gut 6 Meter hohe, dichte Blättersäule vor dem Wohnzimmerfenster. Hier hat der Gärtner einer Prunkwinde Platz zum Ranken gegeben. Gerade in kleinen Gärten müsse man mit dem Grün auch in die Höhe gehen, erklärt er. In den Blätterturm hat er noch eine schlingende Clematis gesetzt. So zeigen sich auch rote und violette Blüten zwischen dem grünen Laub.

Blüten
Hoch geht es auch am Ende des kleinen Gartens. Einen Hang hat Martin Turck mit selbstgebauten Natursteinmauern terrassiert. Davor ein plätschernder Miniteich. Alle Steine hat er zwischen Eifel, Bergischem Land und Zugspitze selbst gesammelt. Auf drei Etagen ist auch hier einiges an Blattwerk angepflanzt. Dazwischen fünf Ahornbäumchen und ein wenig Blühendes. Einen violett blühenden Fliederbaum hat er mit einer weißen Rose kombiniert. Ist der Flieder Ende Mai verblüht, sitzt die Krone voll mit weißen Rosenblüten. Alte historische Rosen sind auf den Terrassen am Hang verteilt. Dazu noch ein paar Büsche - violett und rosa blühende Hortensien stehen neben rot/weißem Phlox und den gelben Blütendolden des Kreuzkrauts.

Genuss
Ein wenig verwunschen wirkt der Minigarten mit seiner üppigen Pflanzenvielfalt – allerdings nicht wie ein wilder Dschungel. Alles ist geplant und bewusst gepflanzt. Von Erde in den Beeten ist nicht mehr viel zu sehen. Bodendecker dürfen sich dort ausbreiten. Alles wächst neben-, über- und miteinander. Naturnah eben, freut sich der Gärtner. Tag für Tag genießt er sein persönliches Stück Natur mitten in der Stadt. Für den Pflanzenfan gibt es immer was zu tun. Denn fertig werde ein Garten nie – auch wenn er noch so klein sei, versichert er. Auf Gartenmärkten entdeckt er Jahr für Jahr neue Blätter, die unbedingt noch in seine Beete müssen. Er mag eben ‘das Grüne‘ in allen Formen und Farben.

Autor: Gereon Reymann

Redaktion: Detlef Reepen

Service Garten ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort freitags zwischen 10.05 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.