Pflanz(en)tipps zum Herbst

Die Herbst-Anemone der Sorte Wirbelwind in der Kölner Flora

Pflanz(en)tipps zum Herbst

Von Sabine Krüger

Im Herbst haben Gärtner viel zu tun: Frühlingszwiebeln stecken, Stauden pflanzen, Winterschutz vorbereiten. Fragen dazu beantwortet die saisonale und kostenfreie Pflanzenberatung im Botanischen Garten Köln.

Herein zur herbstlichen Pflanzberatung

Im Herbst ist Zeit zu pflanzen und sich über den Winterschutz Gedanken zu machen. Hilfestellung bietet die kostenlose Pflanzenberatung im Kölner Botanischen Garten, der Flora. Inklusive Pflanztipps für schöne Beete im Halbschatten!

Brigitte Hörald-Kempen mit dem Tropen-Fachmann der Flora Arne Seringer

Brigitte Hörald-Kempen aus Köln-Rodenkirchen hat an ihrer Kamelie "grüne Hubbel" entdeckt. Mit diesem Phänomen ist sie bei dem Tropen-Fachmann der Flora Arne Seringer an der richtigen Stelle und er kann sie beruhigen: Das sind schlicht und einfach die Früchte ihrer Kamelie. "Die Blüten wurden also von Bienen befruchtet und sie sind ein Zeichen, dass es Ihrer Kamelie gut geht!", lobt er.

Brigitte Hörald-Kempen aus Köln-Rodenkirchen hat an ihrer Kamelie "grüne Hubbel" entdeckt. Mit diesem Phänomen ist sie bei dem Tropen-Fachmann der Flora Arne Seringer an der richtigen Stelle und er kann sie beruhigen: Das sind schlicht und einfach die Früchte ihrer Kamelie. "Die Blüten wurden also von Bienen befruchtet und sie sind ein Zeichen, dass es Ihrer Kamelie gut geht!", lobt er.

Die Kamelienfrüchte sehen aus wie kleine grüne Äpfel. Essbar sind sie zwar nicht, „aber wenn die Früchte nachher aufgeplatzt sind, dann bilden die so eine Art Holzstern, wo dann auch die Samen drin sind. Man kann die Samen ernten, man kann sie aussäen und die Sterne als Dekomaterial verwenden“, empfiehlt der Tropen-Fachmann.

Während Arne Seringer draußen berät, bedient Astrid Kreutzer drinnen das Telefon. Sie erklärt zum Beispiel, wie man Pflanzkübel desinfiziert: eintauchen in Essig-Essenz, im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnt. Oder dass Olivenbäume bei Temperaturen unter fünf Grad minus ins Haus sollten. Und zwar an einen kühlen Platz mit viel Licht.

Im Anschluss an die Beratungen nimmt sich Astrid Kreutzer noch Zeit, Pflanzen vorzustellen, die im Herbst besonders gut zur Geltung kommen und größtenteils auch jetzt gepflanzt werden können. Für Gärten mit Teich empfiehlt sie das Mammutblatt: "Der Stängel hier ist circa 1,20 Meter lang und das Blatt hat einen Durchmesser von circa 70 Zentimetern. Das ist was Besonderes und schafft eine schöne Kulisse am Wasser“.

Weitere Herbst-Schätze von Astrid Kreutzer stehen in einem halbschattigen Beet auf der anderen Seite des Teiches. Die September-Silberkerze blüht gerade wunderschön. Wie Flötenputzer ragen die weißen Blüten aus dem frisch-grünen Blattwerk. "Sie ist allerdings nicht immergrün", erklärt die Stauden-Fachfrau.

Die September-Silberkerze kommt auch bei Insekten gut an. "Das freut mich immer sehr, wenn die Bienen und Schmetterlinge so spät noch Nahrung finden. Einen Winterschutz braucht die Staude nicht. Man sollte lediglich das abgestorbene Laub abnehmen, dann kann sie im Frühjahr wieder gut neu austreiben", so Astrid Kreutzer.

Im nächsten Beet wartet eine weitere schöne Kombination aus Weiß und Grün: Funkien (lat.: Hosta) mit einer weiß-blühenden Herbst-Anemone. Einziger Wehrmutstropfen bei den Funkien: Die schönen Blätter werden gerne von Schnecken angefressen. Astrid Kreutzer rät zu Sorten mit dickeren, raueren Blättern, die die Tiere nicht so gerne mögen wie die kleineren, zarteren.

Die Herbst-Anemone sieht man in Gärten meist rosa-blühend. Astrid Kreutzer ist stolz, dass sie hier in der Flora diese wunderschöne halbgefüllte Weißblühende haben mit ihren propellerartig verdrehten inneren Blütenblättern. Es handelt sich um eine historische Sorte aus den USA von 1887 mit dem Namen Wirbelwind. Die sollte man allerdings besser im Frühjahr pflanzen.

Eine Alternative zu Funkien ist das Kaukasus-Vergissmeinnicht (lat.: Brunnera macrophylla). Die herzförmigen Blätter sind ähnlich dekorativ wie die der Funkien, stehen aber bei Schnecken nicht so hoch im Kurs. Es gibt sie auch panaschiert, also zweifarbig mit silberner Zeichnung. Und im Frühjahr blüht die Pflanze so, wie wir es von unserem heimischen Vergissmeinnicht kennen.

Die Pflanzenberatung in der Flora findet vor Ort statt und telefonisch. Und zwar zweimal im Jahr. Das nächste Mal öffnet sie voraussichtlich im März 2018 ihre Tore.

Pflanz(en)tipps zum Herbst

WDR 4 Drinnen und Draußen | 23.09.2017 | 02:37 Min.

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Herbstzeit ist Pflanzzeit

Der Herbst ist eine sehr gute Pflanzzeit: Der Boden ist noch warm, sodass die Pflanzen noch Wurzeln bilden können. Das ist wichtig, für den Fall, dass eventuell wieder, wie dieses Jahr, im März die erste Trockenphase kommt. Die Pflanzen sind dann schon eingewurzelt und können sich die Nährstoffe, die sie für den Saisonstart brauchen, aus dem Boden ziehen. Zur Unterstützung der Hobbygärtner bietet der Botanische Garten in Köln, die Flora, jeweils einmal im Frühjahr und einmal im Herbst eine kostenfreie Beratung an. Ratsuchende können entweder vorbeikommen oder anrufen. Dabei muss es nicht nur ums Neupflanzen gehen.

Tipps von den Profis

Man kann auch Blätter von kranken Pflanzen mitbringen oder Fotos. Brigitte Hörald-Kempen aus Köln-Rodenkirchen erfährt beispielsweise vom Flora-Mitarbeiter Arne Seringer, dass die "grünen Hubbeln" an ihrer Kamelie, von denen sie einen mitgebracht hat, einfach deren Früchte sind und nichts, was der Pflanze schadet. Ihr Oleander hat aber braune Flecken. Arne Seringer zieht ein Fachbuch zurate: Das Krankheitsbild sieht nach Oleanderkrebs aus. Die Fachliteratur empfiehlt, Erkranktes herauszuschneiden und den Oleander zur Sicherheit vorzeitig ins trockene Winterquartier zu stellen.

Jetzt Blumenzwiebeln setzen!

Eine andere Besucherin fragt, ob sie ihre Narzissen- und Tulpenzwiebeln fürs nächste Frühjahr jetzt einpflanzen soll. "Genau richtig", bestätigt ihr Arne Seringer. Ob das denn auch gelte, wenn sie die nicht in den Garten, sondern in einen Terrakotta-Kübel pflanzen wolle. Nochmals Bestätigung vom Fachmann, der ergänzt, dass sie den Kübel aber möglichst vor Frost geschützt halten sollte. Etwas gießen solle sie die Zwiebeln im Winter auch, sonst bildeten die Pflanzen keine Wurzeln und würden nicht aus ihrer Winterruhe erwachen.

Olivenbaum vor starken Frösten hereinholen!

Arne Seringers Kollegin Astrid Kreutzer bedient parallel drinnen das Telefon. Sie erklärt einer Anruferin zum Beispiel, dass ihr Olivenbaum bis zu fünf Minusgrade gut überstehe. Sobald aber stärkere Fröste angesagt seien, solle sie ihn hereinholen: an einen kühlen Platz im Haus mit möglichst viel Licht. Das Telefon läutet immer wieder und im Anschluss an ihre Beratungen stellt die Stauden-Fachfrau noch ihre liebsten Herbst-Pflanzen vor, die größtenteils auch jetzt gepflanzt werden können.

Weiße Blüten und Blattschmuckstauden

Astrid Kreutzers Favoriten stehen in zwei Beeten im Halbschatten: die weiß-blühende September-Silberkerze, die heftig von Bienen umschwärmt wird. Verschiedene Funkien und das Kaukasus-Vergissmeinnicht, dessen Blatt an Funkien erinnert, aber von Schnecken eher verschmäht wird. Und eine sehr elegante historische Sorte der Herbst-Anemone, die aber nicht rosa, sondern strahlend-weiß blüht: Wirbelwind heißt sie. "Manche mögen sie nicht, weil sie Ausläufer bildet, aber falls es zu viele werden, kann man sie auch ausstechen", sagt die Stauden-Fachfrau und genießt die quirligen weißen Blüten im halbschattigen Beet.

Lesetipps

Das große Buch der Gartenblumen
Autoren: Andreas Barlage, Frank M. von Berger
Ulmer Verlag, 2016
29,90 €

Gehölze von A-Z
Autor: Andreas Bärtels
Ulmer Verlag, 2016
29,90 €

Zwiebelblumen. Ganzjährig Beete gestalten
Autorin: Elisabeth Schmid, Franckh
Kosmos Verlag, 2015
24,99€

Stand: 23.09.2017, 00:00