Pflanzentausch – Grüner Flohmarkt

Ein Stand auf der Pflanzentauschbörse des NABU-Naturschutzhofes Nettetal

Pflanzentausch – Grüner Flohmarkt

Von Sabine Krüger

Haben Sie Pflanzen und Ableger übrig? Vielleicht fehlen einem anderen Pflanzenfreund genau diese im Garten. Pflanzenbörsen bringen Anbieter und Interessierte zusammen.

Pflanzenbörsen für Liebhaber

Seltenheiten im Garten sind der Stolz jedes Hobbygärtners. Und mit selbst gezogenen Ablegern kann man auf Pflanzentauschbörsen noch andere Liebhaber glücklich machen.

Birgit Meyer (rechts) und Stefanie Bonerewitz (links)

Hobbygärtnerin Birgit Meyer aus Viersen (rechts) verkauft regelmäßig auf den Pflanzentauschbörsen des NABU-Naturschutzhofes Nettetal. Gerne berät sie ihre Kunden, damit diese das passende Pflänzchen für ihren Garten mit nach Hause nehmen können. Stefanie Bonerewitz aus Mönchengladbach (links) sucht etwas Pflegeleichtes, das rosafarben blüht. Für zwei Euro nimmt sie eine Mexikanische Agastache mit, über die sich auch die Insekten in ihrem Garten freuen werden.

Hobbygärtnerin Birgit Meyer aus Viersen (rechts) verkauft regelmäßig auf den Pflanzentauschbörsen des NABU-Naturschutzhofes Nettetal. Gerne berät sie ihre Kunden, damit diese das passende Pflänzchen für ihren Garten mit nach Hause nehmen können. Stefanie Bonerewitz aus Mönchengladbach (links) sucht etwas Pflegeleichtes, das rosafarben blüht. Für zwei Euro nimmt sie eine Mexikanische Agastache mit, über die sich auch die Insekten in ihrem Garten freuen werden.

Auch Christa Panter aus Kempen hat bei Birgit Meyer etwas gefunden, das sie schon lange sucht: Einen Bärwurz. "Ich habe gehört, dieses Kraut soll sehr gesund sein, zum Beispiel für den Stoffwechsel", sagt sie. Im Foto präsentiert sie allerdings eine Pflanze, die sie an einem anderen Stand erworben hat: eine Tigerlilie.

Die Blüte dieser ostasiatischen Pflanze wird der neue Hingucker in Christa Panters Garten. Sie ist zudem absolut pflegeleicht: Die Tigerlilie kommt mit Sonne, Halbschatten und Schatten klar, blüht von Juni bis Oktober und ist winterhart. Darüber hinaus eignet sich die Gartenpflanze auch noch als Schnittblume.

Mit der Pflanzentauschbörse findet hier auch das Erntedankfest statt, sodass man auch Gemüse, selbstgemachte Marmeladen und Chutneys erstehen kann. Die Süßkartoffeln vorne im Tigerlilien-Topf durfte Christa Panter am Stand probieren: "Die kann man auch roh essen, das fand ich lecker." Zudem in ihrer Tasche: Tomaten, Bärwurz, Rote Bete, ein gänseblümchenähnlicher Bodendecker und zwei Irisknollen in ausgefallenen Farben.  

Die Tigerlilie und die Irisknollen hat Christa Panter bei Hermann und Gisela Bellardts-Cremer gekauft. Sie sind stolz auf ihre Raritäten, von denen sie sorgfältig Ableger heranziehen. Was überzählig ist, verkaufen sie hier. Da im Herbst manches schon verblüht ist, haben sie in ihre Töpfe Schilder mit Fotos und Pflegetipps gesteckt.

Barbara Fabricius-Exner ist von Baden-Württemberg aus angereist, um ihre Eltern in Grefrath zu besuchen. Die Nettetaler Pflanzenbörse ist also ein Familien-Ausflug. Die Hobbygärtnerin nutzt die Gelegenheit, hier ihre Iris-Sammlung zu komplettieren. Dafür hat sie sich bei Hermann Cremer zwei besonders ausgefallene Farben ausgesucht.

Und so wird die eine Iris-Sorte einmal blühen: In einem seltenen Hellblau. Hermann Cremer weist darauf hin, dass die Pflanze im Garten auch nicht tiefer gepflanzt werden darf als in diesem Topf. "Sonst kommen die Käufer im nächsten Jahr wieder und beklagen sich, dass die Iris nicht blüht", meint er. Aber Barbara Fabricius-Exner wusste das schon.

Eine noch apartere Blütenfarbe zeigt die zweite Iris-Sorte, die sie sich herausgesucht hat. Sie heißt "Painted in Black"“ und blüht tiefschwarz. "Die sind ja wirklich wunderschön!", schwärmt Barbara Fabricius-Exner und freut sich, dass die Knollen je nur drei Euro kosten sollen.

Drei Jahre lang liebevoll gehegt und gepflegt hat Gisela Bellardts-Cremer einen Steckling der Tellerhortensie von der Sorte "You and Me". Für Sabine Peysang aus Niederkrüchten ist die schattenliebende Pflanze ein Volltreffer, denn in ihrem Garten stehen Buchen. Gisela Bellardts-Cremer bekommt von ihr fünf Euro und ein Lob: "Meine Hortensien-Stecklinge sehen nicht so schön aus."

Die nächste Pflanzentauschbörse auf dem NABU-Naturschutzhof in Nettetal findet im Frühjahr 2018 statt. Aber auch in diesem Herbst können andernorts in Nordrhein-Westfalen noch weitere "Grüne Flohmärkte" besucht werden.

Pflanzentausch – Grüner Flohmarkt

WDR 4 Drinnen und Draußen | 07.10.2017 | 02:33 Min.

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Von Hobbygärtner zu Hobbygärtner

Reges Treiben auf dem Naturschutzhof Nettetal des Naturschutzbundes Deutschland (NABU): Die Pflanzentauschbörse zieht regelmäßig viel Publikum an. Denn hier können Pflanzenfreunde günstig seltene Schätze erwerben. Das Besondere: Professionelle sind nicht zugelassen. Hier tauschen, kaufen und verkaufen ausschließlich Hobbygärtner. Das Ganze ist also eine Art "Grüner Flohmarkt". Viele der Käufer und Verkäufer kommen jedes Jahr hierher, die meisten sogar zweimal jährlich – einmal im Frühjahr und einmal im Herbst.

Die Standgebühr ist schnell erzielt

Wer selbst etwas anbieten möchte, meldet sich vorher an und zahlt für den laufenden Meter Standfläche fünf Euro. Tisch, Schirm und Pflanzen sind selbst mitzubringen. Wer nur eine Pflanze tauschen möchte, bringt diese einfach im Topf mit. Die meisten Besucher kommen jedoch, um zu kaufen. "Mit den anderen Händlern hier kann man aber durchaus tauschen", sagt Birgit Meyer aus Viersen. Ihre drei Meter Standfläche sind vollgestellt mit den verschiedensten Stauden. Dennoch fehlte ihr noch ein Asternstrauch, den sie sich direkt bei ihrer Standnachbarin gesichert hat.

Ausgefallenes zu kleinem Preis

Die ausstellenden Hobbygärtnerinnen wie Birgit Meyer aus Viersen oder Gisela Bellardts-Cremer aus Nettetal kommen, um Liebhaber für ihre überzähligen Ableger zu finden. Mit dem Erlös refinanzieren sie die Anzucht. Ihre Kunden kommen, um hier günstig Raritäten zu erstehen. Wie zum Beispiel einen weißblühenden Wachsstrauch aus China oder einen Karamellstrauch sowie Irisknollen in ausgefallenen Farben, wie hellblau oder tiefschwarz. All das gibt es bei Gisela Bellardts-Cremer. Dabei kostet der Wachsstrauch nur fünf Euro und eine der Irisknollen nur drei Euro. "Wir wollen davon auch nicht reich werden", sagt Hermann Cremer und seine Frau ergänzt: "Es ist zwar viel Arbeit, macht aber auch Spaß!"

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Stand: 07.10.2017, 00:00