Riesenrenditen mit Mikro-Appartements für Studenten

Riesenrenditen mit Mikro-Appartements für Studenten

22 Quadratmeter für beinahe 500 Euro – auf dem Wohnungsmarkt in Studentenstädten sind solche Angebote nicht selten. Das verspricht hohe Renditen für Investoren.

Wie sieht die typische Studentenwohnung aus? Geht es nach Investoren ist sie gut 20 Quadratmeter groß, fertig eingerichtet und kostet deutlich mehr als die ortsübliche Miete. Die aktuelle Wohnungsknappheit vor allem in Universitätsstädten lässt den Markt für so genannte "Mikroappartements“ wachsen.

Die Zahl solcher Wohnungen hat sich seit 2010 verdreifacht. Laut einer Studie zum Wohnungsmarkt des Immobilien-Dienstleister Savills Research könnte in diesem Jahr erstmals eine Milliarde Euro in Mikro-Appartments investiert werden. Die Renditeversprechen liegen zwischen vier und sechs Prozent.

Angebot für gut betuchte Studenten

Die Klientel: Gut betuchte Studenten. Für den BAFöG-Bezieher sind solche Wohnungen nicht finanzierbar. Stattdessen zielen die Investoren auf zahlungskräftige und ausländische Studenten. Und davon gibt es nach Branchenkennern genug: Etwa ein Viertel der Studenten hatte schon 2013 mehr als 1.000 Euro im Monat zur Verfügung. Die Sozialerhebung des Studentenwerks hat gezeigt, dass heute bereits vier Prozent der Studenten mehr als 500 Euro für ihre Miete zahlen. Zum Vergleich: 2015 waren es nur zwei Prozent.

Gut betuchte Studenten aus dem Ausland, die sich beispielweise die Studiengebühren sparen und aus Städten mit deutlich höheren Durchschnittsmieten kommen, empfinden die Mikro-Appartements zudem als gar nicht überteuert. Zumal die Wohnungen auch aus dem Ausland bequem anzumieten sind.

Aktuelle Studie zum studentischen Wohnen

Wie teuer studentisches Wohnen aktuell ist, zeigt der "Studentenwohnpreisindex", den das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft und der Deutsche Real Estate Fund am 2. Oktober veröffentlicht haben. Dort wird der Mietpreis einer so genannten Studentischen Musterwohnung in den Jahren 2010 und 2017 verglichen.

Musterwohnung nach IW-Definition

Die hypothetische Musterwohnung besitzt eine "normale" Ausstattung, eine Wohnfläche von 30 Quadratmetern, liegt in 1,5 Kilometern Entfernung zur nächstgelegenen Universität und wurde im Jahr 1995 erbaut. Außerdem verfügt die Wohnung über eine Einbauküche, ist darüber hinaus jedoch nicht weiter möbliert. Da ebenfalls Heiz- und Nebenkosten sowie sonstige Wohnnebenkosten berücksichtigt wurden, kann die ausgewiesene Miete als All-Inclusive-Miete verstanden werden.

In Köln kostet eine solche Wohnung heute 480 Euro – 56 Euro mehr als vor sieben Jahren. In Bochum sind das aktuell 345 Euro (plus 24 Euro) und in Bonn liegt der Preis bei 487 Euro (plus 53 Euro). Teuerste Uni-Stadt ist weiterhin München – hier kostet die Musterwohnung 665 Euro pro Monat. Ein Trend, der die Investoren von Mikroappartements freuen dürfte.

Stand: 09.10.2017, 10:42