Löcher in T-Shirts: Wer ist Schuld am ominösen Lochfraß?

Löcher in T-Shirts: Wer ist Schuld am ominösen Lochfraß?

Von Hanna Beckmann

Immer wieder ärgerlich: diese kleinen Löcher in T-Shirts. Vor allem im Bauchbereich treten sie auf, gerne auch bei fast neuen T-Shirts. Verzweifelte Verbraucher fragen sich, woher sie kommen und wie man sie verhindern kann?

These 1: Motten

Die Schädlinge legen ihre Eier in Kleidung ab, die Larven fressen sich dann daran groß. Besonders gefährdet sind Kleidungsstücke, die lange liegen. Darin bleibt es dunkel und gemütlich. Aber Motten sind Feinschmecker. Sie lieben hochwertige Stoffe wie Wolle und Seide. Die meisten unserer T-Shirts sind aus einfacher Baumwolle, oder einem Baumwoll-Synthetik-Gemisch. Außerdem fressen Motten – wenn überhaupt – an T-Shirts eher im Achselbereich, wo es vielleicht noch Schweißrückstände gibt.

Tipps:

  • Mittel zum Mottenschutz wie Lavendelsäckchen oder Mottenpapier sind vorbeugend sinnvoll.
  • Wer einen Mottenbefall befürchtet, kann eine Mottenfalle aufstellen. Verfängt sich dort ein Falter, ist eine gründliche Schädlingsbekämpfung nötig.
Ansehen von Löchern in einem T-Shirt mit einer Lampe.

Bei genauem Hinsehen zeigt sich: Motten und Waschmaschine sind in der Regel unschuldig am ominösen Lochfraß.

These 2: Waschmaschine

Oft tauchen die Löcher erst nach dem Waschen auf. Daran ist in der Regel aber nicht die Maschine schuld. Beim Waschvorgang quellen die Fasern auf und dehnen sich. Dadurch können vorgeschädigte Fasern leichter reißen – oder winzige Löcher werden zu Laufmaschen. So entsteht der Eindruck, die Waschmaschine sei schuld, dabei macht sie nur Schäden sichtbar.

Tipps:

  • Ganz seltenen ist die Waschtrommel beschädigt. Das kann man mit einer Nylonstrumpfhose prüfen. Mit der Hose die Trommel von innen abfahren, bleibt sie unbeschädigt, ist die Maschine unschuldig.
  • Manchmal werden dünne T-Shirts durch andere Kleidung verletzt. Daher sollten Reißverschlüsse und Knöpfe möglichst geschlossen und BHs und andere spitze Teile im Wäschenetz gewaschen werden.

These 3: Knöpfe, Gürtel, Reißverschlüsse, Arbeitsplatten

Kleine Risse im T-Shirt-Stoff können manchmal durch Unachtsamkeit mit Gürtel und Reißverschlüssen oder durch scharfkantige Ecken an Arbeitsplatten entstehen. Doch mechanische Risse sind selten.

Gürtel, Reißverschlüsse, Knöpfe und Arbeitsplatten beanspruchen den Stoff allerdings durch konstante Reibung – und dadurch können Löcher entstehen. Denn der T-Shirt-Stoff ist gestrickt. Wenn sich Fasern durch Reibung nach und nach herauslösen, wird das Garn geschwächt und irgendwann reißt die Masche.

Tipps:

  • Vorsichtiger Umgang mit Gürtel, Reißverschluss und Knöpfen ist insbesondere bei dünnen T-Shirts geboten.
  • Arbeitsplatten oder Schreibtischkanten kann man gut mit einer Nylonstrumpfhose auf Macken und scharfkantige Ecken untersuchen.
Löcher in einem blau-schwarz karierten Pulli.

Die Ursache der meisten T-Shirt-Löcher: eine Kombination aus Abrieb und schlechter Qualität.

These 4: Absicht der Hersteller

Bleibt die Frage, warum manche Shirts ewig halten und andere nicht. Der Grund ist die unterschiedliche Qualität der Baumwolle. Heute wird vor allem kurzstapelige Baumwolle verwendet, die nur zu einem kleineren Teil im Garn eingebunden ist. Durch Reibung entstehen so schnell Löcher. Garn aus langstapeliger Baumwolle hingegen ist wesentlich höherwertig und wird durch Reibung wesentlich weniger geschwächt.

Fazit: Die Ursache der Löcher ist eine Kombination aus Abrieb und schlechter Qualität.

Löcher mehr Gewinn für Hersteller

Experten vermuten, dass die Hersteller absichtlich schlechtere Baumwolle nutzen, damit die Kunden schnell ein neues Shirt kaufen müssen. Auch einige Markenhersteller, deren T-Shirts nicht günstig sind, stehen in dem Verdacht. Qualität ist also keine Frage des Preises.

Einziger Ausweg: Reklamation

Noch ärgerlicher für den Verbraucher: Man hat kaum eine Möglichkeit, gute von schlechter Qualität zu unterscheiden. Daher hilft nur eins: reklamieren!

In den ersten sechs Monaten der Gewährleistungsfrist sollte das Geld problemlos vom Händler erstattet werden. Nach einem halben Jahr wird es schwieriger. Dennoch lohnt sich der Versucht, denn viele Händler nehmen die T-Shirts auch länger zurück. Und nur so erfahren die Hersteller, dass wir keine Mode zum Wegwerfen wollen!

Stand: 13.09.2016, 10:00