Mietwohnung - Kinderlärm erlaubt

Zwei Mädchen machen eine Kissenschlacht

Mietwohnung - Kinderlärm erlaubt

Von Katharina Peetz

Tobende Kleinkinder und Kinderwagen im Hausflur: Kinder in Mietwohnungen sorgen für jede Menge Konfliktpotential mit den Nachbarn. Wann Eltern im Recht sind – und wann nicht.

Bobbycars und Luftsprünge sind erlaubt

Kreative Spielideen in der Wohnung sind für Kinder ein großes Vergnügen, für Nachbarn mitunter schwer zu ertragen. In den meisten Fällen aber sind Familien im Recht: Egal, ob der Nachwuchs die Heizung zum Schlagzeug umfunktioniert oder das Kinderzimmer zum Fußballplatz werden lässt, beides müssen Nachbarn ertragen. Das gilt zumindest für die Zeit zwischen 6 und 22 Uhr, also außerhalb der gesetzlichen Ruhezeiten. Allerdings sollten Eltern zudem einen Blick in ihren Mietvertrag werfen. Manchmal sind dort weitere Vorschriften zur Mittagsruhe angegeben, die dann ebenfalls eingehalten werden müssen. Und je älter die Kinder werden, desto strenger werden die Regeln: Jugendliche, die den ganzen Tag mit lautem Bass Technomusik hören, müssen Nachbarn nicht tolerieren.

Mietwohnung - Kinderlärm erlaubt

WDR 2 Servicezeit | 22.09.2017 | 02:50 Min.

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Musizieren? Bis zu zwei Stunden an Werktagen

Apropos Musik: Wer seinem Kind eine musikalisch fundierte Ausbildung zukommen lassen will, muss nicht zögern. Instrumente jeder Art sind im Mietrecht erlaubt – gleich ob Xylofon oder Schlagzeug. Allerdings gibt es Unterschiede, wie lange Kinder üben dürfen. Bei leiseren Instrumenten sind das meist anderthalb bis zwei Stunden an Arbeitstagen, am Wochenende weniger. Vermieter und Gerichte dürfen das Musizieren weiter einschränken, aber nicht grundsätzlich verbieten.

Der Flur als Abstellkammer

Eine weitere typische Streitquelle ist der Kinderwagen im Treppenhaus. Grundsätzlich gilt dabei: Eltern dürfen das Gefährt dort parken, solange Fluchtwege offen gehalten werden und es keinen Aufzug gibt, mit dem der Wagen problemlos in die Wohnung gebracht werden kann. Stellt der Vermieter aber einen alternativen Stellplatz bereit, muss dieser genutzt werden. Das Gleiche gilt übrigens auch für Rollatoren. Im Flur dagegen nichts verloren haben Tretroller, Fahrräder, Schuhe, Regenschirme – und alles, was Kinder sonst gerne anschleppen und liegenlassen.

Geburtstage feiern

Werden die Kinder älter, werden aus netten Kindergeburtstagen schnell wilde Partys. Ein- oder zweimal im Jahr ist das doch wohl erlaubt, denken viele. Zumindest laut Gesetz ist das aber falsch: Auch in solchen Fällen gilt in NRW die Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr. Während dieser Zeit darf man nichts tun, was die Nachtruhe stören könnte. Das gilt fürs Heimwerken, Musikhören und Staubsaugen ebenso wie für Partys. Mieter sind in solchen Fällen also auf die Toleranz der Nachbarn angewiesen.

Grundsätzlich gilt in aller Regel: Wer im Alltag Rücksicht nimmt, kann in Ausnahmefällen eher mit dem Entgegenkommen seiner Nachbarn rechnen – egal ob es um tobende Kinder oder Geburtstagspartys in den eigenen vier Wänden geht.

Stand: 22.09.2017, 00:00