Handwerker-Stichprobe: Leckage-Ortung

Handwerker-Stichprobe: Leckage-Ortung

Von Marco Jankowski

  • Schadensbild kann auch der Laie erkennen
  • Versicherung und Vermieter schnell informieren
  • Mit Handwerker die Kosten klären

Schadensbild selbst erforschen

Unsere Stichprobe hat gezeigt, dass Handwerker zum Teil schon daran scheiterten, den Fehler korrekt einzugrenzen – obwohl das selbst jedem Laien mit etwas logischem Denken und Grundwissen möglich sein sollte.

Das im Rahmen des Tests mehrfach fälschlicherweise herbeispekulierte Leck in den Rohrleitungen hat zum Beispiel ein klares Schadensbild, das man auch als Nicht-Fachmann oft erkennen kann:
An der Stelle des Lecks ist es an der Wand extrem feucht, rundherum ist die Feuchtigkeit jedoch fühlbar abnehmend. Zudem würde das Wasser hier auch den Boden mit der Zeit feucht werden lassen, sodass man in darunter liegenden Räumen etwas davon mitbekommt.

Undichtigkeiten in den Fugen von Badewanne oder Dusche hingegen äußern sich eher so: Die gegenüberliegende Wand ist gleichmäßig ab der Höhe der Fuge betroffen – bei einer Badewanne typischerweise also in etwa in Höhe von 40 Zentimetern, bei einer Duschtasse analog in Höhe von circa 10 Zentimetern. Alles was darüber liegt, ist bei defekten Fugen nicht betroffen.

Wer also eine annähernd rechteckige, gleichmäßig feuchte Fläche in dieser Höhe an der dem Bad gegenüberliegenden Wand feststellen kann, kann davon ausgehen, dass es eher in die Jahre gekommene Fugen sein werden als ein Schaden an den Leitungen.
Also: Die teure Ortung sparen und einen Sanitärbetrieb kommen lassen, der die Fugen erneuert.

Handwerker sucht nach Leckage.

Unsere Stichprobe hat gezeigt, dass Handwerker zum Teil schon daran scheiterten, den Fehler korrekt einzugrenzen.

Schnell aktiv werden: Versicherung und Vermieter kontaktieren

Ist eine Leckage-Ortung unumgänglich, heißt es: kühlen Kopf bewahren. Der erste Kontakt sollte mit der eigenen Wohngebäudeversicherung (oder analog mit dem Vermieter) sein, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Viele Fachbetriebe haben mit bestimmten Versicherungen feste Tarife, die schon im Vorfeld klar und transparent kommuniziert werden können, wenn man diesen Weg beschreitet, statt einfach den nächstbesten Betrieb kommen zu lassen.

Den Kontakt mit der Versicherung oder dem Vermieter sollte man allerdings zügig suchen, das heißt sobald sich ein Schaden abzeichnet oder auch nur vermutet wird. Hintergrund ist die Schadensminderungspflicht, der der Bewohner unterliegt. Wer zuviel Zeit verstreichen lässt, riskiert nicht nur, dass der Schaden größer wird, sondern vor allen Dingen auch, dass man dafür haftbar gemacht werden kann.

Im Gespräch mit Versicherung oder Vermieter lässt sich auch bereits abklären, ob es Firmen gibt, die für diese Fälle explizit vorgesehen sind (z.B. weil der Vermieter einen entsprechenden Wartungsvertrag o.ä. mit dem Betrieb abgeschlossen hat) oder ob Sie selbst frei einen Handwerker aussuchen können/sollen.

Erfragen Sie dann bereits beim telefonischen Erstkontakt die Konditionen: Was beinhaltet die Leckage-Ortung und was nicht? Kommen bestimmte Messgeräte nur gegen einen Aufpreis zum Einsatz, gibt es also versteckte Kosten? Wenn ja, besser direkt die Finger davonlassen! Seriöse Betriebe werden außerdem vorab ein entsprechendes Angebot abgeben können, sodass man als Kunde direkt weiß, woran man ist.

Stand: 05.10.2017, 11:21