Service Garten - Besuch im "Gemeinwohlgarten" 

Gemeinwohlgärtner

Service Garten - Besuch im "Gemeinwohlgarten" 

Meist gärtnert jeder für sich allein im eigenen Garten. In Reichshof-Welpe, einem Dorf bei Gummersbach, ist das anders. Da haben sich Nachbarn zusammengetan, um gemeinsam Gemüse anzubauen, zu ernten und zu genießen.

Gemüse

"Das Spezielle an unserm Garten ist, dass wir uns in Kooperation üben mit Mensch und Natur", erklärt Dieter Monkowski, der mit ein paar Nachbarn den ‘Welper Gemeinwohlgarten‘ ins Leben gerufen hat. Direkt neben seinem Haus gibt es auf einer Fläche von 100 m² auch noch im Spätsommer einiges zu ernten. Hier wachsen Kräuter neben Salaten, Kartoffeln, Tomaten, Kohl, Roter Bete, Mangold, Möhren, Fenchel und Bohnen. Das Gemüseangebot ist reichhaltig, erzählt Mitgärtnerin Elke Wied. Silvana ist erst 12 und auch schon begeistert dabei. Während ihre Schwester Celine im selbstgebauten Gewächshaus knallrote Tomaten vom Strauch pflückt, sammelt sie das Kraut vom abgeernteten Kartoffelacker auf.

Gärtnern

Dienstagabend ist der Garten Treffpunkt für die Gärtner. Da wird gepflanzt, gepflegt und geerntet. Was zu tun ist, wird gemeinsam entschieden. Auch was in der Saison angebaut wird. Im Winter trifft man sich und überlegt, was im kommenden Jahr ins Beet soll. Finale des wöchentlichen Gartentags ist das gemeinsame Kochen und Essen. Die Gartenfreunde sitzen dann draußen auf ihrer blauen Gartenbank und genießen ihr frisch geerntetes Gemüse. Jureen Höschler mag die grüne Gemeinschaft. So werden auch ungeliebte Aufgaben wie Unkrautjäten für jeden erträglich, sagt sie. Man macht das dann einfach abwechselnd und am Ende lockt das leckere Gemüse als Belohnung.  

Gemeinschaft

Gegärtnert wird natürlich ökologisch, gedüngt mit gut abgelagertem Pferdemist vom eigenen Hof. Der hat auch in diesem Jahr für eine üppige Ernte gesorgt, freut sich Elke Wied. Doch darauf kommt es in erster Linie gar nicht an. Viel wichtiger sei es, etwas zusammen zu erleben, neue Erfahrungen zu machen und sich mit Freunden im Garten wohlzufühlen. Zusammen macht es einfach mehr Spaß, als alleine im eigenen Garten hinterm Haus vor sich hin zu arbeiten. Man lernt, sich aufeinander zu verlassen. So könne man sich gemeinschaftlich wohlfühlen, schwärmt Elke Wied. Auch wenn sie beim Gärtnern nicht immer einer Meinung sind, raufen sich die Gärtner zusammen. Sie sind miteinander ‚erdverbunden‘ geworden, meint Conny Höschler, während sie die frisch geernteten Kartoffeln fürs Abendessen putzt. Alle haben den Respekt vor der Natur gelernt und freuen sich darüber, was sie zusammen erleben dürfen. Den Gärtnern ist es auch wichtig, ihre Erfahrungen an die mitgärtnernden Kinder weiterzugeben, in der Hoffnung, dass sie auch die nächste Genration überdauern.

Offene Gartenpforte

Der Gemeinwohlgarten in Reichshof-Welpe ist offen für interessierten Besucher. Kontakt über Conny Höschler:  02297 – 90 24 63

Autor: Gereon Reymann
Redaktion: Ruth Schulz

Service Garten ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort freitags zwischen 10.05 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.