Gartenpaten finden sich online

Schild mit der Aufschrift Gartengesucht in einem Blumenstrauß

Gartenpaten finden sich online

Von Katja Goebel

Dem einen wächst die Arbeit in eigenen Garten über den Kopf, der andere wünscht sich sehnlichst ein Stück Land zum Säen und Ernten. Die Online-Plattform Gartenpaten bringt beide Seiten zusammen - auch am "Tag des Gartens", den der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde immer am zweiten Sonntag im Juni (11.06.2017) begeht.

Simon aus der Nähe von Dortmund sucht ein Grundstück, auf dem er Tomaten und Chillies anbauen kann. Eine "Farmersfrau" aus Köln wünscht sich eine grüne Oase zu Gärtnern und Austoben. Martina aus Münster möchte gerne einen Garten für Heilkräuter und Gemüse anlegen. Alle drei haben eines gemeinsam - sie haben keinen eigenen Garten, könnten aber eine grüne Patenschaft übernehmen. Die Online Plattform "gartenpaten.org" bringt Menschen, die einen Garten suchen mit denen zusammen, die ihren Garten teilen möchten.

Unkraut jäten gegen Obsternte

Karte mit Anzeigen

Gesuche und Angebote auf einen Klick

Neben vielen Gesuchen finden sich hier auch etliche Angebote. So möchte eine Gärtnerin aus Meerbusch einen Teil ihres 1.200-Quadratmeter-Grundstücks zur Bearbeitung abgeben. Für Gartenarbeiten wie Hecke schneiden und Unkraut jäten bietet sie eine Erntebeteiligung aus Beeren, Obst und Nüssen. Simone aus Waldbröl würde ihren Garten mit altem Obstbaumbestand sogar komplett zur Verfügung stellen. Über 200 solcher Gesuche und Gebote sind derzeit auf der Website online.

Natursucher zusammenbringen

Leonie Culmann und Veronika Wendt

Hatten die Idee: Leonie Culmann und Veronika Wendt

Die Idee zu dem ungewöhnlichen Patenprojekt hatten Leonie Culmann und Veronika Wendt vor gut zwei Jahren. "Wir lebten beide in einer Wohnung mit kleinem Balkon und großer Leidenschaft fürs Gärtnern", erzählt Leonie, die Wildtiermanagement studierte. Veronika befasste sich im Studium mit Forstökologie. Der unbedingte Hang zur Natur war also schon mal da. Außerdem war den beiden ökologisches Gärtnern und Artenschutz ein Anliegen. Ihre erste Gartenpaten-Website ging 2016 an den Start. Dass sich dort mal 350 Menschen im Jahr registrieren sollten, hätten die beiden anfangs nicht geglaubt.

Vor allem in den Ballungsgebieten sind die Menschen auf der Suche nach einem kleinen Stück Natur. Auch die Gesuche und Gebote seien viel vielfältiger, als zuvor gedacht. "Da geht es nicht immer nur um Gemüseanbau. Manchmal wird auch einfach ein Gartenstück zum Spielen für die Kinder gesucht oder jemand sucht ein Grundstück für seine Bienen."

Verwunschenes Idyll gefunden

Himbeeren am Strauch

Endlich eigene Himbeeren pflücken

Großes Glück mit ihrer Gartenpatenschaft hatte auch Mona Knorr aus München. Auf ihr Gesuch meldete sich ein Ehepaar, das ihr ein verwunschenes Grundstück an einem Bach anbot. "Wir haben uns getroffen, lange unterhalten und dann haben sie mir den Garten per Handschlag übergeben", erzählt Mona. Der war so verwildert, dass man die Wege nicht mehr sah. Jetzt - nach knapp einem Jahr - wachsen im Gewächshaus reichlich Tomaten und Gurken. Die Büsche hängen voller Beeren und im Gemüsebeet gedeihen Bohnen, Rauke und Mangold. Fotos postet Mona stolz auf Instagram. Auch eine befreundete Familie macht jetzt mit. "Eine versteckte Idylle - mitten in der Stadt."

Stand: 11.06.2017, 06:00