Bunte Blütenküche

Bunte Blütenküche

Bunte Blütenküche

Von Sabine Krüger

Dass man die Blüten von Kapuzinerkresse essen kann, ist den meisten bekannt. Aber wussten Sie, dass man auch Funkie, Dahlie, Phlox und Taglilie genießen kann? Wir verraten ein paar – im wahrsten Wortsinn - schöne Rezepte.

Bunte Blütenküche

WDR 4 Drinnen und Draußen | 05.08.2017 | 02:20 Min.

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Blüten-Augen-Schmaus

In Blüten schwelgen – optisch und geschmacklich, das geht wunderbar mit Marianne Frielingsdorfs Blütenküche. Es ist erstaunlich, wie viele Blüten essbar sind. Und was man alles aus ihnen machen kann. Augenschmaus inklusive!

Bunte Blütenküche

Die Kräuterfachfrau Marianne Frielingsdorf leitet im Freilichtmuseum Lindlar Kurse zur Blütenküche. Leider fiel der Termin diesmal auf einen Tag mit Starkregen. Darunter litt nicht nur ihre Frisur etwas, sondern leider auch ein wenig das Aroma. "Bei Regen schmecken Blüten nicht so intensiv, weshalb man sie auch nicht waschen soll", so Marianne Frielingsdorf.

Die Kräuterfachfrau Marianne Frielingsdorf leitet im Freilichtmuseum Lindlar Kurse zur Blütenküche. Leider fiel der Termin diesmal auf einen Tag mit Starkregen. Darunter litt nicht nur ihre Frisur etwas, sondern leider auch ein wenig das Aroma. "Bei Regen schmecken Blüten nicht so intensiv, weshalb man sie auch nicht waschen soll", so Marianne Frielingsdorf.

Die sechs Kursteilnehmerinnen staunen nicht schlecht über die Vielfalt der essbaren Blüten: Die kleinen blauen hinten sind Borretsch-Blüten, daneben Stockrosen. In der Mitte von links nach rechts: Orangefarbene Taglilien, Kapuzinerkresse, Bibernelle, Phlox und davor Funkien. Ganz vorne links: Phlox und Dahlie.

Die fleißigen Hände vorne bereiten die große Blütenvielfalt für den bunten Salat vor. Bei allen Blüten müssen als erstes die Blütenböden und die Staubgefäße entfernt werden. Die Blütenböden schmecken meist bitter und die Staubgefäße sollten zum Schutz von Allergikern entnommen werden. Hinten wird an den gefüllten Tomaten gearbeitet.

So schön sieht der Blüten-Salat aus. Die Salatsoße sollte man erst kurz vor dem Servieren drüber gießen, weil das Kunstwerk sonst zusammenfällt. So bunt wie er aussieht, schmeckt der Salat auch. "Je nachdem, was man erwischt, schmeckt er unterschiedlich - ein Überraschungssalat", meint eine Teilnehmerin.

Hier werden Blütenblätter für die Blütenbutter zerkleinert. Besonders ins Auge fallen die blauen Borretsch-Blüten und die signalroten Mohn-Blüten. Sie werden zuerst mit dem Messer grob gehackt. Die Feinarbeit erledigt später das Wiegemesser.

Sind die Blüten fein genug zerhackt, mischt man sie, zusammen mit etwas Salz, mit der Gabel unter die Butter. Dazu gibt es das Bergische Landbrot, das regelmäßig im Freilichtmuseum Lindlar selbst gebacken wird. Diese Blütenbutter kommt bei den Teilnehmerinnen sehr gut an.

Besonders würzig sind die Cracker mit dem Oregano-Aufstrich. Kein Wunder: Schließlich ist Dost, wie die Wildpflanze auch genannt wird, ein Würzkraut. Die zartrosa Blüten kommen als Deko oben drauf. Knabbern in der Luxus-Variante.

Der absolute Star des Blütenmenus ist natürlich das Dessert: Die Rosentorte. Die Basis ist ein Biskuitboden. Darauf wird selbstgemachte Rosenbutter gestrichen. Auf den äußeren Rand kommt auch nochmals Rosenbutter, damit er mit blauen Borretsch-Blüten und roten Erdbeeren garniert werden kann.

Innen sitzen auf der Rosenbutter, als fruchtiger Belag, Erdbeeren, Himbeeren und Blaubeeren. Darauf verteilt das Tortenteam Marianne Frielingsdorfs Rosenmarmelade, den zart aromatischen "Klebstoff" für die opulente Blüten-Deko. "So wird aus einem einfachen Tortenboden eine Hochzeitstorte", schwärmt eine Teilnehmerin.

"Prost!" Die Lavendellimonade ist alkoholfrei. "Es geht aber auch mit Sekt", scherzt eine Kursteilnehmerin. Das Menu schön trinken müssen sich die sechs Frauen um Marianne Frielingsdorf aber nicht, wie man sieht. Bunte Blütenküche hilft bestens gegen Starkregen-Grau!

Schöner Kochen mit der Kräuterfachfrau

Marianne Frielingsdorf leitet im Freilichtmuseum Lindlar Kurse zum Kochen mit Blüten. "Natürlich sollte man nur mit Blüten aus dem eigenen Garten kochen, die nicht mit chemischen Stoffen behandelt worden sind, wie eventuell im Blumenladen", warnt sie. Trockene Blüten sind aromatischer. Daher sollte man nicht gerade an einem Regentag Blüten sammeln und sie auch nicht waschen, bevor man sie in der Küche verarbeitet. Bei jeder Blüte unbedingt den bitteren Blütenboden und die Staubgefäße entfernen! Die Staubgefäße könnten Allergikern schaden.

Rezepte

Knackig-würzige Blütencracker

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Besonders würzig sind die Cracker mit dem Oregano-Aufstrich.

In den Blütenseminaren mit Marianne Frielingsdorf im Freilichtmuseum Lindlar werden die Blüten vor dem Kochen auch gemeinsam gepflückt. Dabei lernt man, welche essbar sind und wie man sie von eventuellen giftigen Doppelgängern unterscheidet. Die Kräuterfachfrau stellt uns ein paar ihrer schönsten Rezepte zur Verfügung.

Für Blütencracker werden 200 g Frischkäse mit gehackten Oregano-Blüten gemischt und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Diese Creme auf kleine, runde Cracker verteilen und mit den rosafarbenen Oregano-Blüten verzieren.

Gefüllte Tomaten mit Schafgarbe

Vier Tomaten halbieren und aushöhlen, zwei hart gekochte Eier und einen Teelöffel Schafgarben-Blüten hacken. Eier und Kräuter unter zwei Esslöffel Frischkäse rühren, eventuell etwas saure Sahne zugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Kräutercreme in die Tomatenhälften streichen und mit ein paar Schafgarben- und Borretsch-Blüten verzieren. Eine dekorative und gesunde Vorspeise für ein nettes Treffen mit Freunden.

Kunterbunter Blatt- und Blütensalat

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So bunt wie er aussieht, schmeckt der Salat auch.

Marinade aus Essig, Öl, Honig, Salz, Pfeffer und etwas Wasser herstellen. Mit wenig fein gehacktem Liebstöckel, etwas Gundermann und viel Schnittlauch würzen. Blattsalat waschen, zerkleinern und verschiedene bunte Blüten unterheben. Blüten, die zu Blattsalat schmecken, sind: Gänseblümchen, Wiesenschaumkraut, Weidenröschen, Nachtkerzen, Margeriten, Taglilien, Schnittlauchblüten, Glockenblumen, Schafgarbe, Borretsch, Kapuzinerkresse, Stockrosen, Phlox, Dahlien, Wiesenbärenklau. Letzteren aber nicht mit dem hochgiftigen Riesenbärenklau verwechseln!

Blütenbutter und Rosenbutter

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Sind die Blüten fein genug zerhackt, mischt man sie, zusammen mit etwas Salz, mit der Gabel unter die Butter.

Für die herzhafte Variante:125 g weiche Butter mit ca. zwei Esslöffeln gehackten Blüten und etwas Salz vermischen. Dazu eignen sich beispielsweise Blüten von Salbei, Oregano, Thymian, Bohnenkraut, Schnittlauch, Klatschmohn, Kapuzinerkresse und Borretsch. Diese Blütenbutter ist ein leckerer Brotaufstrich. Für die Rosenbutter 125 g Butter geschmeidig rühren, von zwei duftenden Rosen die Blütenblätter zerkleinern und mit etwas Puderzucker und einem Teelöffel Rosenwasser cremig rühren.

Rosen-Obst-Torte mit Rosenbutter

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So wird aus einem einfachen Tortenboden eine Hochzeitstorte.

Einen Tortenboden mit 125 g Rosenbutter bestreichen und mit gemischten Früchten belegen, beispielsweise Erdbeeren, Himbeeren, Waldbeeren, Aprikosen, Johannis-beeren, Stachelbeeren. 150g Rosenmarmelade über das Obst verteilen. Den Tortenrand mit Rosenbutter bestreichen. Alles mit Blüten verzieren: Zum Beispiel Sonnenblumen-Blütenblätter an den Rand legen und mit Borretsch-, Rosen- und Phlox-Blütenblättern bestreuen. Der krönende Abschluss für die bunte Gäste-Tafel!

Lesetipps

Kostbare Kräuterblüten. 95 Rezepte mit essbaren Schönheiten aus dem Garten
Autorinnen: Eveline Bach, Gabriele Halper
Löwenzahn Verlag, 2017
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Backen mit Kräutern und Blüten. Kaffeeklatsch mit Frischekick
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Blütenküche. Dekorativ, lecker, gesund
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Holunder, Dost und Gänseblümchen. Vegetarische Rezepte mit wilden Kräutern und Früchten
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pala-Verlag, 2008
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Stand: 05.08.2017, 00:00