Wege aus der Wohnungsnot: Rein ins Büro

Leerstand, Büro

Wege aus der Wohnungsnot: Rein ins Büro

  • Aus Bürogebäuden können Wohngebäude werden.
  • Anreize durch günstige Finanzierungen.
  • Leerstandsquote geht allerdings zurück.

Das Land fördert solche Umbauten mit Förderdarlehen. In Köln versucht die Stadt aktiv Investoren zu finden, die leerstehenden Büroraum in Wohnungen verwandeln. "Viele leerstehende Büros und Ladenlokale lassen sich in Wohnraum umwandeln. Besonders geeignet sind Gebäude, in denen schon Wohnraum vorhanden ist", wirbt die Stadt und stellt gute Renditen in Aussicht.

Denn viele leerstehende Büros würden nicht mehr dem aktuellen Standard entsprechen und seien daher schlecht zu vermieten. Durch die erhöhte Nachfrage nach Wohnungen würden sich die Umbaukosten schnell amortisieren.

Aufwand muss sich rechnen

Kaiserwertherstraße, Düsseldorf, Garbe

Ein Umbauprojekt von Garbe: Die Kaiserswerther Straße

Michael Neitzel vom Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung (InWIS) an der Ruhr-Universität Bochum findet die Idee "grundsätzlich gut". Es gibt aber auch Einschränkungen. Beispielsweise bauliche: "Es muss mit vertretbarem Aufwand möglich sein, Ver- und Entsorgungsleitungen hineinzulegen und gute Grundrisse nachträglich zu realisieren", so Neitzel.

"Die baulichen und planerischen Voraussetzungen müssen die gleichen wie bei einem Neubauvorhaben sein", erläutert Heidi Miklowait, Sprecherin des Immobilienentwicklers Garbe. Das Unternehmen hat in Köln und Düsseldorf mehrere Bürogebäude in Wohnhäuser umgebaut. "Nur Beton bleibt", so Miklowait, entscheidend seien Parameter wie eine Raumhöhe von mindestens 2,70 Meter und eine innerstädtische Lage mit urbaner Infrastruktur. "Reine Gewerbegebiete und Bürostandorte eignen sich nicht", so Miklowait.

Nachfrage nach Büroimmobilien steigt

Eine weitere Einschränkung: Die Zahl leer stehender Büros und damit das Angebot potenzieller Gebäude geht stetig zurück. "Die Anzahl der für eine Revitalisierung und Umnutzung geeigneten Projekte ist eher beschränkt", fasst Miklowait die Marktsituation zusammen.

Bundesweit ist der Anteil leer stehender Büros im Verhältnis zum Gesamtangebot - also die so genannte Leerstandsquote - von etwa neun Prozent im Jahr 2012 auf etwa fünf Prozent im laufenden Jahr gesunken. Gleichzeitig ziehen auch auf dem Büromarkt die Preise an - was dazu führt, dass sich der teure Umbau von Büroimmobilien für Investoren nicht mehr so schnell rechnet.

Stand: 26.09.2017, 16:45