7 Tipps gegen trockene Haut

Hautpflege im Winter

7 Tipps gegen trockene Haut

Sie spannt, juckt und fühlt sich nicht schön an – trockene Haut. Und gerade jetzt im Winter haben viele damit zu tun. Doch warum macht die Haut gerade in der kalten Jahreszeit Probleme und was hilft dagegen?

Das Wetter macht der Haut zu schaffen

Dr. Nadine Peukert, Hautärztin aus Münster, weiß, dass unsere Haut im Winter wirklich zu leiden hat und Spannungsgefühle und Jucken keine Einbildung sind. Eigentlich habe zwar jede Haut einen natürlichen Schutz aus körpereigenen Lipiden, also Fetten und Feuchtigkeitsbindern. Aber: "Im Winter, durch die trockene und kalte Außenluft verlieren wir Lipide und Feuchtigkeit. Die Barriere ist nicht mehr intakt und wir verlieren weiterhin mehr Feuchtigkeit und das macht die Haut trocken", erklärt die Expertin. Und nicht nur die Außenluft trage dazu bei, auch die trockene Heizungsluft zuhause.

Nicht nur ein ästhetisches Problem

Trockene Haut sei dabei nicht nur ein ästhetisches Problem. Durch die gestörte Barrierefunktion verliere die Haut eben nicht nur von innen nach außen Feuchtigkeit – sie sei auch anfälliger für schädliche Einflüsse von außen. "Aufgeraute, schuppige Haut neigt eher dazu, zum Beispiel eine Pilzinfektion zu haben oder Herpesviren besser aufzunehmen oder auch eine Sensibilisierung gegenüber Kontaktallergenen zuzulassen", sagt die Dermatologin. Die richtige Pflege ist also wichtig.

Tipp 1: Herausfinden, ob Fett oder Feuchtigkeit fehlt

Nicht jede trockene Haut brauche automatisch mehr Fett. "Eine fettarme Haut haben nur ganz wenige", betont Nadine Peukert. Häufiger seien von fettarmer Haut ältere Patienten betroffen, jüngere Haut brauche meist eher Feuchtigkeit. Trockene Haut bedeutet also, Fett oder Feuchtigkeitsmangel, oder auch beides zu haben. Tipp der Expertin, um zu erkennen, was fehlt: "Wenn ich nur im Winter Spannungsgefühle, Rötungen, empfindliche Haut verspüre, dann ist es einfach nur ein Zeichen von Feuchtigkeitsverlust. Habe ich ganzjährig trockene Haut, Spannungsgefühle, Rötung, Abschuppung der Haut, dann liegt meistens ein Fettmangel vor."

Ein Frau trägt sich Gesichtscreme auf

Jüngere Menschen tendieren eher zu einer trockener Haut und brauchen Feuchtigkeit.

Tipp 2: Rückfettende Wirkstoffe - aber nicht "überfetten"

Für eine Haut mit Fettmangel sollte man natürliche Cremes mit entsprechenden Wirkstoffen verwenden. Mandelöl etwa, das als gut verträglich gilt, hält die Nadine Peukert wegen der ungesättigten Fettsäuren und dem Vitamin-E-Gehalt für gut geeignet. Es besitze sehr positive rückfettende Eigenschaften und das Vitamin E sorge für eine Hautregeneration. Das Öl berge wie andere pflanzliche Substanzen aber auch ein Allergiepotential. Gute rückfettende Eigenschaften habe auch Sheabutter. Man solle aber seine Haut nicht überfetten, sonst drohe Akne. Tipp der Hautärztin deshalb: "Auf der sicheren Seite ist man, wenn man erstmal nur Feuchtigkeit zuführt." Und wenn die Haut immer noch spanne, dann könne man eine fetthaltigere Creme benutzen.

Tipp 3: Urea für feuchtigkeitsarme, nicht rissige Haut

Als guten "Feuchtigkeitsspender" bezeichnet Nadine Peukert Urea. Der synthetische Harnstoff habe mehrere Wirkweisen: "Urea hat die Fähigkeit, der Haut beizubringen, wieder Feuchtigkeit selber zu produzieren." Außerdem trage der Stoff zur Abschilfung trockener Hautschüppchen bei und sei also geeignet für feuchtigkeitsarme Haut, die auch noch zu trockenen Stellen neige. Aber, so Peukert: "Vorsichtig sollte man aber sein, wenn die Haut zusätzlich rissig ist oder offene Stellen enthält, denn dann kann Harnstoff brennen!"

Tipp 4: Feuchtigkeit durch den „Anti-Aging“-Wirkstoff Hyaluronsäure

In vielen Feuchtigkeitscremes, besonders solchen, die auch gleichzeitig Fältchen bekämpfen sollen, steckt der Wirkstoff Hyaluronsäure. Und in der Tat ist nach Einschätzung der Dermatologin Hyaluronsäure ein idealer „Feuchtigkeitsbinder“, also gut für feuchtigkeitsarme Haut geeignet. Der Stoff mache zudem die Haut elastischer und praller und er habe „wenig Allergierisiko“. Doch Hyaluronsäure dringe nur begrenzt in tiefere Hautschichten ein. Eine tiefe Falte könne man also mit Hyaluronsäure in Cremes nicht auffüllen.

Verschiedene Kosmetikdöschen

Bei der Auswahl sollte man auf die Gesamtzusammensetzung der Cremes achten.

Tipp 5: Gesamtzusammensetzung von Cremes prüfen

Wer die Etiketten von Cremes prüft, sieht natürlich, dass nicht nur ein Wirkstoff, sondern meist mehrere Fett- und Feuchtigkeitsspender enthalten sind – und zahlreiche andere Inhaltsstoffe. Erst einmal ist es deshalb sinnvoll, je nach Hauttyp, die Etiketten genau zu prüfen: Wird mehr Feuchtigkeit versprochen oder eine „reichhaltige Pflege“ mit Ölen. Und dann hilft nur ausprobieren. Empfindliche Hauttypen sollten jedoch beachten: Insbesondere Duftstoffe in Kosmetika können Allergien auslösen, aber zum Beispiel auch chemische UV-Filter, Farbstoffe oder Konservierungsmittel. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist zum Beispiel auf das Konservierungsmittel Methylisothiazolinon hin. Bei den Duftstoffen müssen in der EU nur 26 auf den Verpackungen deklariert werden. Andere verbergen sich hinter dem Oberbegriff „Fragrance“ oder „Parfum“.

Tipp 6: Auf "hormonell wirksame" Stoffe achten

Allgemein sind auch sogenannte hormonell wirksame Stoffe bei vielen Experten zumindest umstritten. Der Bund für Umwelt und Naturschutz e.V. (BUND) etwa hat diese Substanzen in einer Studie kritisiert. Zwar mache ein Kosmetik-Produkt allein nicht krank. Der BUND warnt auf seiner Website aber vor einem „gefährlichen Chemie-Cocktail“, der beim Gebrauch verschiedener Produkte entstehen könne. Verboten sind die vom BUND kritisierten Stoffe allerdings nicht.

Tipp 7: Vorsicht bei der Reinigung

Nicht nur die richtige Creme und welche Wirkstoffe man sich auf die trockene Haut reibe, sei wichtig – auch die richtige Reinigung, meint Hautärztin Nadine Peukert. Dazu solle das Wasser nicht zu heiß sein und die Reinigungsprodukte möglichst ohne Alkohol - damit die Haut nicht gereizt oder weiter entfettet werde.

Stand: 17.02.2016, 15:00