Mittel gegen WhatsApp- und SMS-Spam

Unerwünschte Werbung

Mittel gegen WhatsApp- und SMS-Spam

Von Dennis Horn

Spam, also unerwünschte Werbung, ist ein Problem, mit dem wir bei E-Mails mittlerweile leben können - immerhin gibt es Spamfilter, die den Werbemüll zuverlässig von uns fernhalten. Auf dem Smartphone, per SMS oder über Messenger wie WhatsApp, sieht das anders aus. Dort wird Spam für viele Nutzer langsam zum Nervfaktor.

Auf SMS- und WhatsApp-Spam grundsätzlich nicht reagieren!

Grundsätzlich gilt für Spam auf dem Smartphone dasselbe wie für Spam per E-Mail: nicht darauf antworten, nichts anklicken und solche Nachrichten direkt löschen.

Es gibt drei verbreitete Formen des Spambetrugs auf dem Smartphone:

  • Betrüger schicken SMS von teuren Premium-Rufnummern aus - fünfstelligen Nummern, die eigentlich von Dienstleistern wie der Telefonauskunft genutzt werden. Wer dort anruft, zahlt die Dienstleistung gleich mit - nur dass Betrüger überhaupt keine Dienstleistung anbieten, sondern einfach nur das Geld für Anrufe und SMS an die teuren Premium-Rufnummern einsacken.
  • Nutzern werden per SMS oder WhatsApp teure Abos oder andere Verträge untergejubelt. Wer auf die Nachrichten antwortet, muss sich auf Tricks einstellen, mit denen Betrüger versuchen, zusätzlich die eigene Postadresse herauszufinden. Dort trudeln dann Mahnungen ein - wovon sich tatsächlich viele Menschen einschüchtern lassen und dann einfach zahlen.
  • SMS- oder WhatsApp-Nachrichten enthalten einen Link. Wer darauf klickt, bucht entweder teure Angebote oder zieht sich eine Schadsoftware auf sein Smartphone. Im schlimmsten Fall wird das Gerät dadurch gesperrt. Nutzer werden im Anschluss dazu erpresst, "Lösegeld" zu zahlen, damit das Smartphone wieder entsperrt wird.

SMS- und WhatsApp-Spam lässt sich nur schwer vermeiden

Es ist zwar sinnvoll, gut zu überlegen, wo genau man seine Handynummer hinterlässt. Damit vermeidet man aber noch keinen Spam. Werbemüll wird nämlich im Regelfall nicht von Menschen per Hand verschickt, sondern von Computern, die einfach alle Nummern hintereinander ausprobieren.

Für SMS oder WhatsApp gibt es außerdem keine Spamfilter gibt, wie wir sie für E-Mails kennen. Deshalb gibt es auch nur eingeschränkte Möglichkeiten, Spam oder teuren Spambetrug zu verhindern:

  • Kommt die Nachricht von einer fünfstelligen Premium-Rufnummer, lässt sich auf der Website der Telekom der Anbieter dieser Nummer recherchieren. Anschließend ist eine Beschwerde bei der Bundesnetzagentur möglich. Die Links zu beiden Webseiten finden Sie weiter unten.
  • Kommen SMS oder WhatsApp-Nachrichten von klassischen Handynummern, lassen sich die Absender nicht so einfach herausfinden. Möglich ist aber, die Nummern auf dem eigenen Smartphone zu sperren. Messenger wie WhatsApp bieten dafür in den Einstellungen eine eigene Funktion. Auf modernen Geräten lassen sich Nummern außerdem auf dem gesamten Smartphone sperren. Nachrichten und Anrufe der gesperrten Nummern werden dann nicht mehr durchgestellt. Eine Sperre ist natürlich auch für Premium-Rufnummern möglich.
  • Bei den Mobilfunkanbietern gibt es außerdem die Möglichkeit einer kostenlosen Drittanbietersperre. Wird sie eingerichtet, dürfen die Mobilfunkanbieter die eigene Handynummer nicht mehr an Drittanbieter weitergeben. Man läuft damit nicht mehr Gefahr, versehentlich auf etwas zu klicken und damit teure Abos oder Verträge abzuschließen, die im Anschluss etwas versteckt über die eigene Handyrechnung abgerechnet werden.

Gesundes Misstrauen ist das beste Mittel gegen Spam

Weil die Mittel gegen Spam per SMS oder WhatsApp begrenzt sind, ist und bleibt gesundes Misstrauen der beste Schutz: Kenne ich die Nummer? Wer schickt mir da etwas? Warum tut er das? Beim geringsten Zweifel: die Nachricht einfach löschen.

Stand: 01.02.2016, 11:20