Welche Versicherungen braucht eine Familie?

Welche Versicherungen braucht eine Familie?

Von Stefan Manke

Wenn zwei Partner zusammenziehen und dann auch noch ein Kind dazu kommt, verliert man leicht den Überblick über die vorhandenen und vor allem über die benötigten Versicherungen. Welche Versicherungen sind wirklich wichtig? Und welche kann man erst mal außer Acht lassen?

Ziehen Paare zusammen, kommt es häufig zu einer Doppelversicherung. Das bedeutet, dass beide Partner bereits gegen etwas versichert sind und dadurch doppelt zahlen. Häufig kommt das bei Hausrat-, Rechtsschutz und Haftpflichtversicherungen vor. In diesem Fall sollten sich die Partner einen gemeinsamen Vertrag aussuchen und können so Geld einsparen. Dabei sollte man nicht nur auf die Höhe der zu zahlenden Beiträge achten, sondern darauf, was der Vertrag zu bieten hat. Am besten mit aktuellen Testergebnissen vergleichen.

Servicezeit vom 29.09.2015

Welche Versicherungen sind wirklich nötig?

Hier gilt: Weniger ist mehr. Versicherungen sollten nur für den kritischen Notfall abgeschlossen werden, rät Finanzexpertin Annabel Oelmann. Wichtig sind also eine Risikolebensversicherung, KFZ-Haftpflichtversicherung, Privathaftpflichtversicherung, und auf jeden Fall eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Für Eltern könnte noch eine Kinderinvaliditätsversicherung sinnvoll sein, wenn man Wert auf einen umfassenden Schutz fürs eigene Kind legt.

Eine Frau sitzt an ihrem Schreibtisch im Büro.

Weniger ist mehr. Versicherungen sollten nur für den kritischen Notfall abgeschlossen werden, rät Finanzexpertin Annabel Oelmann.

Bei Abschluss dieser Versicherungen sollte man darauf achten, dass die Versicherungen im Ernstfall auch wirklich etwas bringen. Die Verbraucherzentrale NRW hat beispielsweise 326 Berufsunfähigkeitsversicherungen unter die Lupe genommen. Zwei Drittel der Verträge waren mangelhaft, weil die Versicherungen wenig oder keine Leistungen hätten zahlen müssen, wenn eine Berufsunfähigkeit eintritt (aus unterschiedlichen Gründen). Jeder fünfte Vertrag war so schlecht, dass er dem Verbraucher gar keine Rente bringt. Der Versicherte zahlt also jahrelang Geld und hat dann im schlimmsten Fall nicht einmal etwas davon. Bei Abschluss der Versicherung sollte also beispielsweise auf eine angemessene Höhe der Rente geachtet werden.

Auch bei der Haftpflichtversicherung sollte eine bestimmte Deckungssumme im Vertrag festgelegt sein. Annabel Oelmann empfiehlt eine Höhe von 5 bis 10 Millionen Euro. Das mag nach sehr viel Geld klingen, allerdings landet man bei Personenschäden schnell in diesem Bereich. Bei Familien mit Kleinkindern ist außerdem einen Klausel wichtig, in der die Deliktunfähigkeit der Kinder festgeschrieben ist.

Auf einem Zettel steht Kinderinvalidität und darunter 400 Euro.

Die Kinderinvaliditätsversicherung greift bei schweren und dauerhaften Erkrankungen der Kinder und kostet zwischen 300 und 500 Euro Jahresbeitrag.

Warum ist eine Kinderinvaliditätsversicherung wichtig?

Häufig versichern Eltern ihre Kinder mit einer Kinderunfallversicherung. Diese sichert das Kind allerdings nur gegen Unfälle ab. Die Kinderinvaliditätsversicherung greift auch bei schweren und dauerhaften Erkrankungen der Kinder. Wenn die Kinder dadurch nicht für sich selbst werden sorgen können, zahlt die Versicherung eine lebenslange Rente aus. Zwar kostet diese Versicherung mit etwa 300 bis 500 Euro Jahresbeitrag die Eltern etwas mehr, im Fall der Fälle ist man dann allerdings wirklich gut abgesichert. Abschließen kann man die Versicherungen circa ab der sechsten Woche nach der Geburt.

Kosten senken durch jährliche Zahlweise

Versicherungen können eine teure Investition sein. Wer etwas sparen möchte, kann seine Policen auf jährliche Weise umstellen. So lassen sich bis zu fünf Prozent an Beiträgen einsparen. Denn die monatliche oder vierteljährliche Zahlweise wird bei den meisten Versicherungen mit Zuschlägen von durchschnittlich fünf Prozent belastet.

Stand: 29.09.2015, 13:00