Snacks to go vs. Do-it-yourself

Teures Mittagsessen

Snacks to go vs. Do-it-yourself

Die Mittagspause ist kurz, die Zeit knapp, ein einfacher und schneller Snack muss her. Die Lösung: das Frischeregal im Supermarkt. Hier gibt’s Obst und Gemüse, fertig geschnitten. Doch diese Snacks sind ziemlich teuer und lassen die Supermarktkassen klingeln. Wir machen den Preisvergleich.

Wir wollten wissen, was uns ein vorgeschnittener Snack wert ist und haben uns mit Marktforscher Jens Lönneker vom Marktforschungsinstitut Rheingold Salon drei typische Snacks genauer angeschaut:

Preisvergleich: Käsewürfel, Gemüse und Obst

  • Für unsere Stichprobe suchen wir uns drei klassische Snackprodukte aus: Käsewürfel, Tomate/Mozzarella und Mango.
  • Für den Preisvergleich kaufen wir alle Produkte als vorgeschnittene Version und am Stück.
  • Um herauszufinden, was uns der Aufpreis für ein Snackprodukt wert ist, lassen wir Passanten die Produkte in kleine Würfel schneiden und stoppen die Zeit. Daraus ergibt sich, wie viel Snacks to go wir aus den ganzen Lebensmitteln in einer Stunde produzieren könnten. Alle drei Snacks würden uns einen horrenden Stundenlohn bringen.

Käsewürfel

  • 175 Gramm klein geschnittener Käse (eine Packung) = 1,59 Euro
  • 175 Gramm Käse am Stück = 0,88 Cent
Käsewürfel

Für unsere Stichprobe suchen wir uns unter anderem auch Käsewürfel aus.

Tomate/Mozzarella

  • 286 Gramm vorgeschnittene Tomate/Mozzarella (eine Packung) = 2,26 Euro
  • 286 Gramm Tomate/Mozzarella am Stück = 0,72 Euro

Mango

  • 130 Gramm vorgeschnittene Mango (eine Packung) = 1,99 Euro
  • 130 Gramm Mango am Stück = 0,33 Euro
  • Wir zahlen pro Portion einen Aufschlag von 1,66 Euro
  • Im Schnitt würfeln unsere Tester die Mango in 90 Sekunden = 66 Euro pro Stunde

Supermarktsnacks als psychologisches Studienobjekt

  • Entrhythmisierte Gesellschaft: Psychologisch gesehen, liegt der Reiz der Supermarktsnacks darin begründet, dass wir uns heute anders ernähren, weil wir anders arbeiten. Lebten wir früher in einer rhythmischen Gesellschaft - also in einer Gesellschaft, wo wir zu bestimmten Zeiten gegessen und zu anderen Zeiten gearbeitet haben - leben wir heute so, dass unser Essen in den Tagesablauf eingebettet wird. Es gibt keine festen Zeiten mehr, wir essen heute viel mehr unterwegs - Fachleute nennen das „on the go“-  und schätzen dabei die vorgeschnittenen Snacks.
  • Mütterliche Versorgung: Studien belegen, dass, je individualisierter und vereinzelter man isst, desto größer die Sehnsucht nach der „Nestwärme“ wird. Wir kennen es aus Kindertagen, als die Eltern das Essen noch vorgeschnitten haben und es doppelt so gut schmeckte. Mit den vorgeschnittenen Supermarktsnacks kompensieren wir dieses Gemeinschaftsgefühl der Familie.
  • Ernährungsregeln einhalten: Einerseits ist es für viele Verbraucher aufgrund ihres Jobs schwer, viel Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Fünf Portionen stellt die meisten vor die Herausforderung, sich dafür auch die Zeit nehmen zu müssen. Studien zeigen, dass gerade bei der Zubereitung von frischem Obst und Gemüse das Putzen, Schälen und Schneiden des Obstes und Gemüses das größte Hindernis darstellt.
Abgepacktes Obst

Portioniertes und vorgeschnittenes Obst aus dem Supermarkt.

Andererseits suchen Verbraucher aber auch nach Formen und Möglichkeiten, den Druck, sich gesund zu ernähren, zu erfüllen. Mit portioniertem und vorgeschnittenem Obst schafft man es, „Ernährungsregeln“ einzuhalten.

Stand: 09.02.2016, 09:50