Kurzsichtig durch Smartphones

Darum sind Handy-Pausen so wichtig

Kurzsichtig durch Smartphones

Von Caroline Hoffmann, Matthias Ebel

Smartphones sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch für unsere Augen ist das ständige Starren auf den kleinen Bildschirm gar nicht gut.

Nahes Sehen fördert Kurzsichtigkeit

Wer zu viel nah schaut, sieht irgendwann in der Ferne unscharf. Besonders jugendliche Vielnutzer von Smartphones, Tabletts und PC, deren Sehapparat noch wächst, sind offenbar gefährdet. Der gesunde Ausgleich, der Blick in die Ferne, kommt oft zu kurz.

Hinzukommt, dass gerade junge Menschen in ihren Tagesablauf oft keine Zeit für Bewegung an frischer Luft einplanen und zuviel Zeit in geschlossenen Räumen verbringen.

Das Bild zeigt zwei Mädels, die unter einem Regenschirm in der Fußgängerzone stehen und jeweils auf ihre Handys schauen.

Für unsere Augen ist das ständige Starren auf kleine Bildschirme gar nicht gut.

Vor allem junge Leute betroffen

Laut einer kürzlich erschienenen Studie des European Epidemiology Consortiums sind in Europa mit 47 Prozent fast die Hälfte der 25- bis 29-Jährigen kurzsichtig. Das heißt, gerade die jungen Menschen benötigen für den Blick in die Ferne eine Sehhilfe.

Bei den Älteren funktioniert das Fern-Sehen dagegen noch ganz gut: Von den 55- bis 59-Jährigen sind nur 28 Prozent und von den 65- bis 69-Jährigen nur 16 Prozent kurzsichtig.

Wie entsteht Kurzsichtigkeit durch Smartphone-Nutzung?

Ärzte sprechen beim Auge oft vom „perfekten System“, weil sich unsere Augen permanent den Sehgewohnheiten anpassen. Genau hier beginnt aber das Problem, wenn wir dauerhaft einen sehr kurzen Abstand zum Smartphone haben. Das Auge beginnt sich zu verändern. Durch ständiges Starren auf das Smartphone beginnt der Augapfel zu wachsen – er zieht sich in die Länge. Die Linse wölbt sich und durch das Wachstum des Augapfels verschiebt sich der Fokus des Sehens. Während beim normalen Auge das Sehen exakt auf der Netzhaut stattfindet (scharfes Sehen), findet das Sehen bei einer Kurzsichtigkeit vor der Netzhaut statt. Das Ergebnis: Wir sehen in der Ferne unscharf.

Das Bild zeigt eine Grafik, auf der der Aufapfel eines normalen Auges dargestellt wird und ein Aufapfel mit Kurzsichtigkeit.

Das Auge passt sich permanent den Sehgewohnheiten an, wodurch große Probleme entstehen können.

Kurzsichtigkeit: ein Schaden, der bleibt

Eine vorhandene Kurzsichtigkeit, ist ein Augenschaden, der dauerhaft bleibt. Es gibt in der Praxis drei Möglichkeiten, ein scharfes Sehen in der Ferne wieder herzustellen: Brille, Kontaktlinsen, Laser-Behandlung. Bei der Laser-Behandlung können Kosten von mehreren Tausend Euro pro Auge entstehen, die die Krankenkasse nicht übernimmt. Und der Patient hat die Risiken einer Operation.

Wie Sie Kurzsichtigkeit vorbeugen können

Smartphones sind auch trotz zunehmender Kurzsichtigkeit nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Drei Tipps, mit denen Sie Ihren Augen etwas Gutes tun und im besten Falle einer Kurzsichtigkeit vorbeugen können.

  • Bewegen Sie sich pro Woche mindestens 15 Stunden draußen und im Hellen. Schauen Sie immer wieder in die Ferne. Dann können die Augen entspannen.
  • Schauen Sie maximal 30 Stunden pro Woche auf Bildschirme. Hierzu gehören auch Computer und Tablets.
  • Allgemein gilt: Achten Sie auf das 30/10-Verhältnis. Schauen Sie 30 Minuten nah, dann schauen sie danach 10 Minuten in die Ferne.

Stand: 15.02.2016, 17:00