Schlafentzug macht erfinderisch

Schlafentzug macht erfinderisch

Von Maike Busse

Manche Schnarcher erreichen einen Schallpegel von bis zu 90 Dezibel – so laut, wie ein Presslufthammer! Das stellt Beziehungen auf eine harte Probe und macht Erfinder kurioser Anti-Schnarch-Produkte reich.

Viele Schnarchstopper funktionieren nach folgendem Prinzip: Der Schnarcher wird kurz im Schlaf gestört, damit er seine Liegeposition verändert. Im Idealfall dreht er sich dann auf die Seite, denn hier sollen Schnarchen und Atemaussetzer unwahrscheinlicher sein.

Reizstrom-Uhr (30 Euro)

Laut Hersteller soll die Anti-Schnarch-Uhr automatisch erkennen, wann jemand anfängt zu schnarchen. Wird es zu laut, gibt sie Stromreize am Handgelenk ab. Die Stärke ist in acht Stufen regulierbar. Nachteil: Manche Menschen empfinden den Stromreiz als sehr unangenehm, andere wachen nicht einmal davon auf.

Das Bild zeigt eine Reizstrom-Uhr die das Schnarchen stoppen soll.

Wird es im Schlafzimmer zu laut, gibt die Uhr Stromreize am Handgelenk ab.

Rücken-Vibrator (99 Euro)

Den Rücken-Vibrator soll der Schnarcher mit einem Gummiband um den Bauch tragen. Dreht sich der Schnarcher im Schlaf auf den Rücken, piekst  ihn der Knubbel des Geräts ins Kreuz. Bleibt er für weitere 30 Sekunden auf dem Rücken liegen, setzt eine Vibration ein, die ihn dazu bringen soll, sich vom Rücken auf die Seiten zu drehen.

Allerdings: Einige Schnarcher mit sehr festem Schlaf finden das Gefühl am Rücken zwar unangenehm, drehen sich dadurch aber nicht automatisch auf die Seite.

Das Bild zeigt einen Rücken-Vibrator, der das Schnarchen stoppen soll.

Der Rücken-Vibrator piekst den Schnarcher mit einem Knubbel in den Rücken.

Anti-Schnarch-Halsband (143 Euro)

Das Vibrations-Halsband packt den Schnarcher direkt am Kragen: Die Erfindung soll Schnarchgeräusche von Sprechgeräuschen unterscheiden können. Anschließend soll das Halsband eine mechanischen Schwingung in der Nähe eines Nervs am Kehlkopf auslösen. Und weil diese Nervenenden auf kurzem Wege mit dem Gehirn verbunden sein sollen, soll dieser Reiz das Schnarchen effektiv stoppen. Über das Steuergerät kann der Schnarchende aus sechs Intensitätsstufen auswählen. Die Steuereinheit ist mit einem Kabel dem Halsband verbunden und dadurch etwas störend beim Schlafen. Eine kabellose Verbindung wäre komfortabler. Der Reiz am Kehlkopf scheint den Schnarchenden aber tatsächlich aufzuwecken.

Das Bild zeigt ein Anti-Schnarch-Halsband.

Das Anti-Schnarch-Halsband löst eine mechanische Schwingung in der Nähe eines Nervs am Kehlkopf aus.

Warum Schnarchstopper oft nicht wirken

Selbst wenn ein Schnarchstopper es schafft, den Schnarcher aufzuwecken - auf die Seite legen muss er sich anschließend natürlich selbst. Aber um das im Halbschlaf wirklich zuverlässig zu tun, muss man es in jedem Fall trainieren. Dazu kommt noch die Tatsache, dass nicht alle Schnarcher „Rücken-Schnarcher" sind. Denn Schnarchen kann viele Ursachen haben. Kommen regelmäßig Atemaussetzer dazu, sollte man einen Facharzt aufsuchen.

Gesundes Leben hilft gegen Schnarchen!

Wer versuchen möchte, das Schnarchen ohne Hilfsmittel zu bekämpfen - es gibt ein paar Tipps:

  • Keinen Alkohol trinken, denn dadurch erschlafft die Rachenmuskulatur und das verengt die Luftwege.
  • Nicht Rauchen. Auf Dauer reizt das die Atemwege.
  • Übergewicht reduzieren, weil sich Fettzellen auch im Rachenbereich ablagern und die Atmung behindern können. Vermeiden Sie vor allem schweres Essen am Abend. Denn auch das kann zu unruhigem Schlaf und Schnarchen führen.
  • Allergien ernst nehmen. Gerade Milben oder Tierhaare im Bett können für geschwollene Nasen und schweres Atmen verantwortlich sein.

Stand: 21.01.2016, 11:00