Gelee aus Rosenblättern

Gelee aus Rosenblättern

Der Duft von Rosen ist legendär. Ihr Aroma erblüht in der orientalischen und asiatischen Küche von jeher. Brigitte Bengner zeigt, wie Sie aus ungespritzten essbaren Blüten wunderbare Köstlichkeiten zaubern können und verrät ihr Rezept für Rosengelee.

Brigitte Bengner

Hobbyköchin Brigitte Bengner.

Wer verschiedene Speisen mit Rosenaroma zubereiten möchte, verwendet am besten Rosensirup. Den können Sie auf Vorrat einkochen. Er lässt sich gut lagern und beispielsweise für Rosenbowle, Rosenbiskuitrolle, Rosenlimonade, Rosentiramisu oder Törtchen mit Rosensahne verwenden. Zunächst bereitet Brigitte Bengner eine Rosenessenz zu und kocht sie dann zu Sirup ein.

Auch aus Rosenblättern können Sie tolle Dinge zaubern: Wie wäre es mit Rosen-Pesto, Rosen-Konfitüre, Rosenblättern im Kräutersalat oder kandierten Blütenblättern?

Gekauftes Rosenwasser hat ein intensives Aroma und sollte sparsam eingesetzt werden. Vor allem in der orientalischen Küche wird es verwendet, um Salate, Reis, Gebäck und Süßspeisen damit zu aromatisieren.

Brigitte Bengners Tipps zur Verwendung von Rosen in der Küche

Essbare Blüten dürfen nicht mit Pflanzenschutzmitteln und Chemikalien behandelt sein. Daher eignen sich herkömmliche Pflanzen aus dem Blumenladen oder aus der Gärtnerei meist nicht zum Verzehr. Fragen Sie unbedingt nach. Oft steht diese Information auch auf dem Etikett. Gut sortierte Supermärkte bieten mittlerweile häufig essbare Blüten an. Am besten verwenden Sie natürlich essbare Blüten, die sie selbst nach ökologischen Grundsätzen anbauen.

Wildrosen sammeln

Sie können für unser Rezept Wildrosen sammeln gehen. Die duften besonders intensiv. Denken Sie dabei bitte an die Bienen. Die freuen sich, wenn Sie beim Sammeln lediglich die Blütenblätter abzupfen und die Staubgefäße stehen lassen. Die wichtigen ätherischen Öle stecken ohnehin nur in den Blütenblättern. Alternativ können Sie einen Rosenzüchter oder Landwirt nach ungespritzten Freiland-Duftrosen fragen. Nur Duftrosen haben den besonderen Duft und somit Geschmack. Rosen, die nicht duften, haben auch keinen Geschmack.

Gelungene Farbtupfer

Wenn Sie Rosen im Garten haben, die zwar nicht duften, dafür aber eine tolle Farbe haben, zupfen Sie doch einfach mal einige Blütenblätter ab und dekorieren Sie Speisen damit. Das macht optisch was her! Zuvor den Stielansatz entfernen, er könnte bitter sein.

Blüten sind empfindlich und welken schnell. Daher ist es ratsam sie erst unmittelbar vor der Verwendung zu pflücken, am besten jedoch vormittags, wenn der Tau getrocknet ist und bevor die Sonne zu intensiv ist, denn dann sind die ätherischen Öle noch alle vorhanden. Übrigens sind Duft und Aroma am intensivsten, wenn sich die Blüten gerade erst geöffnet haben. Ganze Blüten lassen sich in einer Schale mit Wasser einige Stunden frisch halten.

Getrockneter Hibiskus

Getrocknete Hibiskusblüten geben keinen Geschmack ab. Für Brigitte Bengners Gelee sind sie aber der perfekte natürliche Farbstoff. So wird das Gelee schön rosa. Erhältlich sind die Blüten in der Apotheke oder bei gut sortierten Gewürzhändlern.

Essbare Blüten

Sie sind nicht nur schön anzusehen, viele Blumen sind zudem essbar. Obwohl einige Gartenpflanzen - wie beispielsweise der Fingerhut - giftig sind, gelten andere Blüten als wahre Delikatesse. Wir haben für Sie einen Überblick zu leckeren und gesunden Blumen und Blüten erstellt.

Essbare Blüten

Unbehandelte Rosen machen sich kandiert ganz wunderbar als Kuchen-Dekor.

Unbehandelte Rosen machen sich kandiert ganz wunderbar als Kuchen-Dekor.

Mehr als 100 Sorten Chrysanthemen lassen sich zu Sorbet, Risotto und Suppe verarbeiten.

Begonienblüten haben einen leicht pikanten Geschmack.

Sonnenblumenkerne erfreuen sich großer Beliebtheit, aber auch der Rest der Pflanze lässt sich kulinarisch verwerten.

Borretsch-Blüten peppen jeden Salat auf...

...ebenso wie Gänseblümchen mit ihrem leicht nussigen Geschmack.

Holunderblüten lassen sich wunderbar in Teig ausbacken.

Lavendel gibt Sirup, Sorbet und Konfitüre eine besondere Note...

... genau wie Stiefmütterchen, die sich besonders für Süßspeisen eignen.

Die Kapuzinerkresse kommt scharf daher.

Im Jahr 2011 wurde die Passionsblume zur Heilpflanze des Jahres.

Kornblumen sehen nicht nur wunderschön aus, sondern sind ebenfalls essbar.

Schafgarbenblüten unterstützen den Körper bei Verdauungsstörungen.

Ein Tee aus Lindenblüten kann Husten lindern.

Aus Dahlien lässt sich eine leckere Blütensuppe zaubern, aber auch ihre Saat gilt als Delikatesse.

Mohn gedeiht in Österreich besonders gut und gilt als beliebte Zutat.

Löwenzahn ist nicht nur eine bekannte Salatzutat, sondern lässt sich auch zu leckerem Gelee verarbeiten.

Die Rosen-Rezepte

Rosenessenz

Zutaten

  • 500ml Wasser
  • 150g Rosenblütenblätter
  • einige getrocknete Hibiskusblüten (für die Farbintensivierung)

Zubereitung

Das Wasser kochen und abkühlen lassen. Rosenblütenblätter und Hibiskusblüten für die Farbintensivierung in ein steriles Einmachglas geben. Das Wasser zugießen. Eine Biozitrone in Scheiben schneiden und mit in die Flüssigkeit geben. An einem dunklen Ort drei Tage stehen lassen. Dann das Rosenwasser durch ein Mullsieb abseihen.

Rosensirup

Zucker und Rosenessenz, in gewünschter Menge und zu gleichen Teilen in einen Topf geben und aufkochen. In sterile Fläschchen abfüllen. Dunkel gelagert ist der Sirup ungefähr sechs Monate haltbar.

Rosen-Gelee

Zutaten für ein Glas

  • 500 ml Rosenessenz
  • 250 ml Rosé-Wein (alternativ Traubensaft)
  • 1kg Gelierzucker 1:1

Zubereitung

Die Rosenessenz mit dem Rosé-Wein auffüllen. Für Kinder eignet sich Traubensaft. Reicht die Rosenessenz nicht aus, einfach mit Wein oder Traubensaft auffüllen – insgesamt benötigen sie 750 Milliliter Flüssigkeit. Den Gelierzucker dazugeben und daraus das Gelee kochen. Wenn die Flüssigkeit kocht, ca. vier Minuten kräftig kochen lassen.

Rosenblüte

Rosenblüte und Rosenblätter.

Mit dem Rosen-Gelee können Sie beispielsweise wunderbar einen Obstkuchen „lackieren“. Dafür etwas Gelee in einem Topf erhitzen und mit einem Backpinsel die Früchte bepinseln. Passt besonders toll zu Beerenobst.

Gelierzucker

Brigitte Bengner verwendet nur 1:1. Achten Sie außerdem auf die Zutatenliste des Gelierzuckers. Oft enthält er Zusatzstoffe wie zum Beispiel den Konservierungsstoff Sorbinsäure. Um die Marmelade cremig und haltbar zu machen, benötigen Sie den gleichen Zuckeranteil wie Fruchtanteil (das gilt für die meisten Früchte). Ist es weniger, muss ein Konservierungsmittel zugegeben werden – dieses ist bei 2:1 und auch 3:1 schon beigemischt.

Glas-Hygiene

Einmachgläser und Flaschen müssen vor der Verwendung abgekocht werden, um keimfrei zu sein. Dafür Glas/Flasche und Deckel für ein paar Minuten in kochendes Wasser geben, auf einem sauberen Tuch abtropfen lassen.  Zum Abfüllen eignet sich am besten ein Trichter oder eine feuerfeste Kanne – so kleckert man nicht. Die Glas-Hygiene ist wichtig: Wenn etwas daneben geht, wird ein Papiertuch in heißes Wasser getunkt und damit das Glas gesäubert. Auch eine Reinigung mit hochprozentigem Alkohol z.B. Schnaps funktioniert.

Stand: 08.06.2017, 06:00