Frosch geküsst

Karnevalsflirt

Karnevalsflirt wiederfinden

Frosch geküsst

Von Anne Debus

Man hat geschunkelt, gebützt, geflirtet – aber leider keine Telefonnummern ausgetauscht. Bei einem unverbindlichen Flirt kein Problem. Was aber, wenn einem der gutaussehende Feuerwehrmann oder das heiße Cowgirl nicht mehr aus dem Kopf geht? Mit etwas Phantasie und Engagement lässt sich dem Glück auf die Sprünge helfen.

Der gute alte Zettel

Ist vielleicht eine der besten Möglichkeiten zum Wiedersehen – wenn man schnell und gründlich handelt. Platz für einen Suchzettel findet sich überall, von der Laterne bis zum schwarzen Brett im Supermarkt. Wer beim Feiern in einer Kneipe geflirtet hat, kann auch dort den Wirt nett fragen, ob er einen Zettel aufhängen darf. Ist die Suchanzeige auffällig, witzig und allgegenwärtig, spricht sie sich schnell herum. Dann könnte der Flirtpartner auch über Freunde und Bekannte erfahren, dass er oder sie gesucht wird. Aber dran denken: Draußen kann´s regnen! Suchzettel deshalb am besten in eine Klarsichthülle eintüten.

Die Online-Suche

Ein praktisches Medium für die Suche nach dem verschollenen Flirtpartner ist das soziale Netzwerk Facebook. Einfach in der eigenen Chronik als öffentlichen Post eine gute Beschreibung des Betreffenden (Kostüm!) posten, mit möglichst genauen Angaben zu Ort, Zeit und Anlass des Kennenlernens. Und darin die Nutzer bitten, den Post zu teilen, besonders in der entsprechenden Region. Aber Vorsicht mit der Verwendung von Fotos: Ein Foto darf man nur mit der Einwilligung des Fotografierten online stellen. Zu Recht – in diesem Fall zum Beispiel könnte man den Gesuchten mit einem Foto in große private Schwierigkeiten bringen, falls er oder sie kein Single ist. Und sich selbst damit sicherlich nicht beliebt machen.

Andere Möglichkeiten sind spezielle Online-Such-Portale für Wiedersehenswünsche. Man findet sie im Internet zum Beispiel mit der Sucheingabe 'Karnevalsflirt wiederfinden'. Ihr Nachteil: Sie haben oft nur einen begrenzten Nutzerkreis. Mehr Zugriffe verzeichnet Kalaydo.de, ein gemeinsames Online-Anzeigenportal mehrerer regionaler Tageszeitungen. Dort gibt es die Rubrik 'Wiedersehenswünsche' - über die Karnevalstage ist sie direkt auf der Startseite verlinkt. Die Nutzung ist für Privatpersonen kostenfrei, auch eine Registrierung ist nicht nötig.

Die Print-Anzeige in der Zeitung

Auch im digitalen Zeitalter sollte man die Wirkung von Printanzeigen nicht unterschätzen; gerade die Kleinanzeigen werden gerne gelesen. Falls man nicht genau weiß, wo der oder die Angebetete wohnt, macht eine Anzeige in der Gesamtausgabe einer Regionalzeitung Sinn. Ein Preisbeispiel: Die kleinstmögliche Anzeige (eine Spalte breit, 2 cm hoch) in der Gesamtausgabe der Rheinischen Post kostet etwas über 40 Euro, sie erscheint dann in allen Lokalausgaben. Der Kölner Stadtanzeiger hat ähnliche Preise. Hat eine Zeitung auch eine Online-Ausgabe, erscheint die Suchanzeige dort meist ebenfalls.

Die Kleinanzeige im Stadtmagazin

In fast allen Metropol-Regionen gibt es Stadtmagazine, die monatlich erscheinen und in Kneipen und an Veranstaltungsorten ausliegen. In Köln zum Beispiel die 'StadtRevue', im Ruhrgebiet und im Bergischen Land das 'Heinz-Magazin' und der 'Coolibri', letzterer deckt auch Düsseldorf mit ab. Solche Stadtmagazine veröffentlichen fast immer auch Kleinanzeigen. Die Konditionen sind unterschiedlich: In der 'StadtRevue' sind Anzeigen in der Rubrik 'Wiedersehen' kostenlos, nach Angaben des Magazins haben Suchanzeigen nach dem Karneval dort Tradition. Im 'Coolibri' sind Kleinanzeigen kostenpflichtig. Eine Fließtext-Anzeige in der Gesamtausgabe kostet samt Chiffre-Gebühr etwa 20 Euro, eine optisch hervorgehobene Anzeige 30–40 Euro. Mit dem Aufgeben der Anzeige sollte man sich nicht allzu viel Zeit lassen: Bei manchen Stadtmagazinen ist schon am Ende der Karnevalswoche Annahmeschluss für die Märzausgabe. Meist erscheint die Anzeige zusätzlich sofort in der Online-Ausgabe.

… und der Text?

Egal ob Zettel oder Anzeige, die Eckdaten sind einfach: Ort, Zeit und das Kostüm des Flirtpartners müssen natürlich rein, mit ein paar netten Worten zu diesem speziellen Kostümträger. Hat man sich auf einer Veranstaltung kennen gelernt, sollte auch die sofort am Anfang stehen und dick hervorgehoben sein. Schwieriger ist der Text drum herum. Psychologen empfehlen, die Anzeige sollte auf keinen Fall verzweifelt klingen. Auch der Hinweis, der / die Gesuchte sei die große Liebe des Lebens, dürfte eher abschrecken. Besser locker flockig formulieren - schließlich hat man sich im Karneval kennengelernt! So wird sich die / der Gesuchte geschmeichelt fühlen. Und mit humorvollen Formulierungen kann man zusätzliche Pluspunkte sammeln. Aber Vorsicht, falls man nicht sicher weiß, ob der Betreffende Single ist. Dann sollte man diplomatisch formulieren, um den Anderen nicht in eine unangenehme Lage zu bringen.

Und fürs nächste Mal...

… am besten vorher schon überlegen, wie man einem netten Flirtpartner die eigenen Kontaktdaten zuspielen könnte. Handy rausholen und Nummer eingeben ist zwar am sichersten, aber mit etwas Aufwand verbunden. Und mitten im dicksten Gedränge auch nicht immer empfehlenswert (Taschendiebe!). Viel beiläufiger und eleganter ist ein Kärtchen, das man dem Andern in die Hand drücken oder in die Tasche schieben kann. Entweder eine gedruckte private Visitenkarte. Oder ein von Hand geschriebenes Kärtchen mit der Telefonnummer, im Karneval am besten mit Erwähnung des Kostüms. Wer es ganz methodisch angehen will, kann sich auch vor dem Karneval Visitenkarten passend zum Kostüm drucken lassen. Aber Vorsicht, vorgedruckte Karten könnten so wirken, als habe man es auf das Sammeln von Bekanntschaften angelegt. Diesem Eindruck am besten mit einer witzigen Formulierung vorbeugen, etwa: "Meine Handschrift kann eh keiner lesen..."

Stand: 09.02.2016, 09:14