Mehr Geld für Demenzkranke

Pflegeversicherung

Mehr Geld für Demenzkranke

Von Martin Rapp

Wir werden alle immer älter. Mit steigender Lebenserwartung wächst aber auch der Pflegebedarf. Die staatliche Pflegeversicherung wird deshalb gerade reformiert. Ab 2017 wird sich einiges ändern.

Die Bundesregierung hat es schon auf den Weg gebracht, und wenn der Bundestag demnächst zustimmt, kann das neue Gesetz zur Pflege in Kraft treten: Ab 2017 gelten dann in der Pflegeversicherung andere Regeln. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

Mehr Menschen erhalten Geld

Bislang erhielten Demenzkranke kaum Geld aus der Pflegeversicherung, da ihr körperlicher Zustand nach dem noch geltenden Bewertungssystem keinen Pflegebedarf erkennen ließ. Durch eine Anpassung des Bewertungsschemas sollen künftig auch geistige Einschränkungen eine Zahlung aus der Pflegekasse rechtfertigen. 

Neue Abstufung der Pflegegrade

Noch bis Ende 2016 werden Antragsteller in eine von drei Pflegestufen eingruppiert, nach denen sich die Höhe der Leistung richtet. Wenn die Änderungen greifen, wird es fünf Pflegegrade geben, die das Spektrum von geringer bis zu schwerster Beeinträchtigung der Selbständigkeit "mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung" abdecken sollen.

Servicezeit vom 28.10.2015:

Keine Nachteile für schon jetzt Pflegebedürftige

Wer bereits jetzt Leistungen bezieht, soll durch die Neuordnung der Pflegegrade in keinem Fall schlechter gestellt werden. Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen bekommen den nächsthöheren Pflegegrad, Bedürftige mit Demenz werden zwei Grade höhergestuft. Dadurch werden alle bisherigen Leistungsbezieher mindestens genauso viel und oft sogar mehr Geld erhalten.

Selbst, wer nach Einführung der neuen Pflegegrade einen Antrag auf Höherstufung stellt und vom Gutachter einen niedrigeren Grad attestiert bekommt, soll sich nicht verschlechtern. Er bzw. sie bleibt auf der Stufe, die die automatische Überleitung ins neue System ergeben hat.

Eigenanteil auf allen Stufen gleich

Da die Leistungen der Pflegeversicherung bei stationärer Pflege nicht ausreichen, müssen Betroffene einen Eigenanteil dazuzahlen. Dieser stieg bislang mit höherer Pflegestufe. Durch das neue Gesetz soll erreicht werden, dass die Differenz zwischen der Zahlung der Pflegekasse und den Kosten fürs Heim in allen Pflegegraden gleich ist. Eine Höherstufung hätte dann also keine höheren Ausgaben für die Betroffenen zur Folge.

Unterstützung für pflegende Angehörige

Die Pflegeversicherung soll künftig für einen größeren Kreis von pflegenden Angehörigen die Sozialversicherungsbeiträge übernehmen. Die Höhe des Zuschusses richtet sich danach, welchen Pflegegrad der Betroffene hat und in welchem Umfang der Angehörige für die Pflege zur Verfügung steht. Damit soll Angehörigen erleichtert werden, für die Pflege ihrer Familienmitglieder ihre Arbeit aufzugeben.

Stand: 27.10.2015, 11:24