Falsche Etiketten für echten Pelz

Stiftung Warentest zu Pelz

Falsche Etiketten für echten Pelz

Echter Pelz ist in vielen Fällen nicht oder nur unzureichend gekennzeichnet. Das hat die Stiftung Warentest bei Testkäufen herausgefunden. Einer der Grund: Echtpelz ist oft billiger als der künstliche Ersatz.

Seit 2012 gibt es eine europäische Textilkennzeichnungsverordnung, in der geregelt ist, dass echter Pelz entsprechend gekennzeichnet sein muss. Die Regeln sind streng und eigentlich eindeutig - aber trotzdem sind viele Produkte im Handel falsch oder gar nicht ausgezeichnet. In der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift "Test" berichtet Stiftung Warentest von einem Test in Berlin. 20 Geschäfte besuchten die Tester - und wurden fündig. Bei vier Jacken und einer Mütze versicherte ihnen der Verkäufer, dass der Pelz ein Imitat sei. Doch die nähere Untersuchung zeigte: Der Pelz war echt.

Im Etikett stand davon allerdings nichts. Kein Einzelfall. Denn der Pelzersatz ist für die Hersteller bisweilen teurer als der echte Pelz. Vor allem das Fell chinesischer Marderhunde werde auf dem Weltmarkt derzeit sehr günstig angeboten, heißt es.

Mützen im Winter

Schnelltest für Laien

Doch wie lässt sich herausfinden, ob man wirklich keinen echten Pelz am Kragen der neuen Winterjacke kauft. Zunächst einmal kann der Blick ins Etikett helfen. Handelt es sich um echten Pelz, muss dort eigentlich "enthält nicht-textile Bestandteile tierischen Ursprungs" stehen. Allerdings ist die Textilkennzeichnungsverordnung da recht weit gefasst. Denn so muss beispielsweise auch eine Jeans gekennzeichnet werden, deren Markenetikett aus Leder ist.

Strickmützen mit Fell

Strickmützen mit Fell

Um ganz sicher zu gehen, ob es echter Pelz ist und von welchem Tier er stammt, müsste man einen DNA-Test im Labor durchführen. Es gibt aber auch ein paar Tricks, um zumindest erste Zweifel auszuräumen.

Fühlen: Oft lässt sich schon anhand der Haarstruktur erkennen, ob es sich um Webpelz oder Echtpelz handelt. Bei echtem Pelz ist unter den längeren Haaren die so genannte Unterwolle zu erkennen. Sind alle Haare gleich lang und abgeschnitten, handelt es sich wahrscheinlich um Webpelz.

Pusten: Wenn man ganz sanft über den Pelz bläst und sich die Haare bewegen, handelt es sich eher um Echtpelz.

Riechen: Ein paar Haare aus dem Pelz zupfen und verbrennen kann ebenfalls Aufschluss über die Art des Pelzes geben. Webpelz-Fasern riechen synthetisch und verschmelzen zu kleinen, harten Klümpchen.

Trägermaterial: Echtpelz wird zusammen mit dem Leder verarbeitet. Zieht man also die Haare vorsichtig auseinander, kann man darunter liegende Gewebe erkennen. Ist es Leder, dann ist der Pelz höchstwahrscheinlich echt.

Stand: 27.01.2016, 11:00