Neuer Dienstleister gestartet

Drei Broschüren von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD)

Unabhängige Patientenberatung

Neuer Dienstleister gestartet

Von Birgit Eger

Das deutsche Gesundheitssystem ist kompliziert und selbst für Experten nur schwer zu durchschauen. Umso wichtiger ist es, dass Patienten bei Problemen eine kompetente Beratung bekommen. Das leistet seit fast zehn Jahren die UPD, die Unabhängige Patientenberatung Deutschland. Zum 1. Januar 2016 hat die Trägerschaft gewechselt.

Was ist die Unabhängige Patientenberatung?

Die Unabhängige Patientenberatung berät alle Patienten kostenlos zu medizinischen Fragen, zum Beispiel zu Erkrankungen, zu Arzneimitteln, zur Vor- und Nachsorge, zu Selbsthilfegruppen oder zu den Rechten als Patient. Die Krankenkassen, gesetzliche und private, finanzieren das Angebot. Die Mitarbeiter der Unabhängigen Patientenberatung haben den Auftrag, die Fragen der Ratsuchenden unabhängig und neutral zu beantworten.

Wer ist die UPD?

Die Trägerschaft der UPD hat zum 1. Januar 2016 gewechselt: von drei Gesellschaftern aus Sozialverband VdK Deutschland, der Verbraucherzentrale Bundesverband und dem Verbund unabhängiger Patientenberatungen hin zu einer neuen gemeinnützigen Gesellschaft, der "UPD Unabhängige Patientenberatung Deutschland gGmbh". Muttergesellschaft dieser gGmbH ist das Unternehmen Sanvartis. Medizinische Fachkräfte oder Sozialversicherungsangestellte, Ärzte oder Rechtsanwälte beraten am Telefon, online oder vor Ort.

Was ist neu an der "neuen" UPD?

Der neue Träger will vor allem die Erreichbarkeit verbessern:

  • Die telefonischen Beratungszeiten werden verlängert, jetzt: montags bis samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr.
  • Es sollen mehr (insgesamt 30) Standorte in Deutschland eingerichtet werden, in denen eine Vor-Ort-Beratung stattfindet, vier solle es in NRW geben.
  • Drei Beratungsmobile und Hausbesuche nach Absprache sollen die Erreichbarkeit für Ratsuchende vereinfachen.
  • Neue, digitale Wege sollen genutzt werden: eine App, Videotelefonie o.ä. Die Umsetzung der Neuerungen soll schrittweise in den kommenden Monaten erfolgen.

Kritik am neuen Träger

Das Unternehmen Sanvartis bietet außer der Beratung andere Dienstleistungen an - zum Beispiel Callcenter - für Krankenkassen, die Pharmaindustrie oder für Kliniken. Aufgrund dieser Geschäftsverbindungen sehen manche Experten die neue Trägerschaft kritisch. Sie befürchten mangelnde Neutralität in der Beratung.

Ehemalige Berater der alten UPD, zum Beispiel aus Köln, berichten, dass Gespräche mit Patienten oft viel Zeit, Geduld und vor allem Erfahrung benötigen. Sie beklagen, dass dieses Wissen mit dem Wechsel des Trägers verloren geht.

Ob die Qualität der Beratung den Bedürfnissen der Ratsuchenden entspricht, wird erst die längere Erfahrung zeigen. Regelmäßige Überprüfungen sollen die vorgegebenen Standards sichern.

Stand: 08.01.2016, 10:37