Die neue Liebe aus dem Netz

Online-Partnervermittlung im Test

Online-Partnervermittlungen

Die neue Liebe aus dem Netz

Von Nicole Albers

Was früher die chiffrierte Kleinanzeige in der Tageszeitung, ist zunehmend der offensive Flirt im Internet – Singlebörsen und Partnervermittlungen werben mit dem Versprechen einer glücklichen Beziehung. Doch wer hier den Partner fürs Leben sucht, sollte laut einer Studie der Stiftung Warentest ein paar Dinge beachten.

Bei der Partnersuche im Internet wird zwischen Singlebörsen und Vermittlungsportalen unterschieden. Auf Singlebörsen legen die Mitglieder ihr Profil mit Foto an und schauen sich selbständig nach passenden Partnern um. Die wenigsten sind kostenlos, meist wird für eine drei Monate dauernde Mitgliedschaft 45 Euro und mehr verlangt. Weitaus teurer sind dagegen die Partnervermittlungen: Hier kosten Dreimonatsverträge mindestens 180 Euro, dafür bieten die Portale den Service der Vorauswahl passender Partner. Stiftung Warentest allerdings stellte fest, dass die Ergebnisse deswegen kaum erfolgversprechender sind.

Auffallen, aber nicht angeben

Ohne Foto sind die Aussichten auf Erfolg eher gering, "aussagekräftig und aktuell" ist die Devise. "Originell und trotzdem natürlich", sowohl beim Foto als auch den Angaben, führt zu den besten Ergebnissen. Hilfreich sind auch möglichst viele Angaben zur Persönlichkeit, um mögliche Partner kennenzulernen. Bei der Kontaktaufnahme rät Stiftung Warentest zu Vorsicht: Die Anonymität sollte zunächst gewahrt bleiben und eine eigens für diesen Zweck eingerichtete Email-Adresse verwendet werden. Fürs erste Date sollte ein öffentlicher Ort gewählt werden.

Plattformen ohne Ausrutscher

Insgesamt war Stiftung Warentest mit den elf geprüften Portalen zufrieden. Als problematisch erwies sich aber die Suche nach gleichgeschlechtlichen Partnern: Für diese Zielgruppe erwiesen sich die getesteten klassischen Portale als eher ungeeignet. Nahezu alle Portale verlangen Vorkasse, was rein rechtlich erlaubt ist. Das zweiwöchige Widerrufsrecht gilt aber trotzdem, gezahlte Beiträge müssen bei Widerruf erstattet werden. Laufzeit und Kündigungsfrist sollten laut den Warentestern klar auf der Homepage erkennbar sein – Verträge, die ihre Laufzeit ohne rechtzeitige Kündigung stillschweigend verlängern, sind explizit erlaubt. Nach der Kündigung sollte darauf geachtet werden, dass das eigene Profil auch gelöscht wird – das erwies sich im Test bei einigen Anbietern als kompliziert.

Die besten Ergebnisse bei den Singlebörsen

  • Friendscout24 ( 60 Euro für drei Monate): Bewertung Gut (1,8)
  • Neu.de ( 60 Euro für drei Monate): Bewertung Gut (1,9)

Die besten Ergebnisse bei den Partnervermittlungen

  • Parship (350 Euro für sechs Monate): Bewertung Gut (2,3)
  • ElitePartner (210 Euro für drei Monate): Bewertung Gut (2,5)

Nicht zu krampfhaft suchen

Bei der Partnersuche im Internet raten Experten dazu, sich keine Illusionen zu machen. Nur die wenigsten der auf den ersten Blick passend erscheinenden Kontakte erweisen sich auch in der Realität als Traumpartner. Doch selbst wenn Mr. oder Mrs. Right nicht direkt gefunden werden, können bei der Partnersuche im Netz zumindest interessante Kontakte entstehen: Die zunächst erfolglose Suche nach dem Lebenspartner kann so durchaus auch mit einer Freundschaft fürs Leben belohnt werden.

Stand: 28.01.2016, 00:00