Enden Verträge mit dem Tod?

Verträge und Versicherungen nach dem Tod

Enden Verträge mit dem Tod?

Von Goran Markovic-Schomburg

Wenn jemand stirbt, müssen sich die trauernden Angehörigen auch um die Verträge und Versicherungen des Verstorbene kümmern. Wir zeigen, welche Verträge automatisch enden und bei welchen Angehörige aktiv werden müssen, um nicht weiter zu zahlen.

In Deutschland ist es gesetzlich so geregelt, dass das gesamte Vermögen auf die Erben übergeht (§ 1922 BGB). Das bedeutet auch, dass sämtliche Rechte und Pflichten aus einem Vertrag grundsätzlich auf die Erben übertragen werden. Aber nicht ausnahmslos.

Arbeitsvertrag

Stirbt ein Arbeitnehmer ist der Arbeitsvertrag automatisch beendet. Der/die Erbe/Erbin hat kein Recht auf den Arbeitsplatz. Und der Arbeitgeber darf auch nicht verlangen, dass der- oder diejenige den Arbeitsplatz einnehmen soll.

Handyverträge oder Zeitschriften- Abos

Telekommunikationsverträge oder Zeitschriften-Abonnements sind sogenannte Dauerschuldverträge. Sie laufen auch nach dem Tod weiter. Ausnahme: Es gibt ein Sonderkündigungsrecht der Erben. Das ist aber eher selten der Fall. Man kann diese Art von Verträgen also nur fristgemäß kündigen oder auf die Kulanz des Vertragspartners hoffen. Die großen Mobilfunkanbieter zeigen sich in der Regel aber kulant.

Mietvertrag

Mietvertrag

Erben können den Mietvertrag theoretisch übernehmen. Bestimmt wird dies durch § 564 BGB. Erben und Vermieter haben aber die Möglichkeit, das Mietverhältnis innerhalb eines Monats außerordentlich mit einer Frist von drei Monaten zu kündigen. Übrigens: Übernimmt der Erbe nicht innerhalb von zwei Monaten nach dem Tod die Wohnung des Verstorbenen, erlischt die Haiusratsversicherung. Wird der Erbe zum neuen Mieter bleibt diese bestehen.

Versicherungen

Unfallversicherung: erlischt regelmäßig mit dem Tod des Versicherten. Ist ein Unfall die Todesursache,  so endet das Versicherungsverhältnis mit der Auszahlung der vereinbarten Versicherungssumme.

Krankenversicherung: endet mit dem Tod des Versicherten. Mitversicherte Personen können die Versicherung aber weiterführen. Dazu müssen sie spätestens zwei Monate nach dem Todesfall den zukünftigen Versicherungsnehmer benennen.

Lebensversicherung: Bei Tod des Versicherungsnehmers erhält die vorher festgelegte Bezugsperson die Versicherungssumme der Lebensversicherung. Gibt es keinen Bezugsberechtigten, fließt die Versicherungssumme an die Erben.

KFZ-Haftpflichtversicherung: Wer Opas oder Papas Oldtimer erbt, erbt die Versicherung gleich mit. Denn sie ist an das Fahrzeug geknüpft.

Haftpflichtversicherung: wenn sie sich auf eine Sache beziehen, so gehen sie mit allen Rechten und Pflichten auf den Erben über. Wenn aber personenbezogene Risiken versichert wurden, also das Handeln oder Unterlassen des Verstorbenen, erlischt die Versicherung mit dem Tod.

Rechtsschutzversicherung: wird grundsätzlich vererbt, wenn die Erben den nächsten fälligen Betrag bezahlen. Es gibt aber auch Ausnahmen. Zum Beispiel wenn es sich um eine persönliche Rechtsschutzversicherung (Beispiel: spezielle Berufsrechtsschutzversicherungen) handelt. Dieser Versicherung erlischt mit dem Tod des Versicherten.

Stand: 11.01.2016, 10:49