2016: Mehr Geld im Portemonnaie

Eine Familie betrachtet einen Sonnenuntergang am Meer.

2016: Mehr Geld im Portemonnaie

Von Michael Westerhoff

Der Staat schenkt den Bürgern ab 2016 mehr Geld. So bekommen Eltern mehr Kindergeld, der Kindergrundfreibetrag steigt und auch der Grundfreibetrag für Erwachsene.

Arbeitslosengeld II/Hartz IV

Der Regelsatz für das Arbeitslosengeld II steigt geringfügig. Ab Januar bekommen Alleinstehende 404 Euro (+ 5 Euro), Paare/Bedarfsgemeinschaften 364 Euro (+ 4 Euro), Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren 306 Euro (+ 4 Euro), Kinder zwischen 6 und 14 Jahren 270 Euro (+ 3 Euro) und Kinder von 0 bis 6 Jahren 237 Euro (+ 3 Euro).

BAföG

Auch das BAföG steigt. Aber erst im Herbst. Schüler bekommen nach den Sommerferien, Studenten ab dem Wintersemester 2016/17 sieben Prozent mehr Geld. Der BAföG-Höchstsatz steigt von 670 auf 735 Euro.

Elektroautos

Wer ein rein elektrisch betriebenes Auto kauft, muss dafür fünf Jahre keine Steuern zahlen. Klingt gut, ist aber wesentlich schlechter als die bislang gültige Regel: Bis zum 31.12.2015 galt die Steuerbefreiung für zehn Jahre.

Kinderfreibetrag

Der Bund belohnt Eltern ab 2016 mit einem höheren Kinderfreibetrag. Er steigt pro Kind um 96 Euro auf 4.608 Euro im Jahr. Der Kinderfreibetrag führt dazu, dass Eltern Steuern sparen. Experten haben berechnet, dass Gutverdiener besonders stark davon profitieren.

Kindergeld

Ein Kind auf einem Klettergerüst.

Das Kindergeld steigt um 2 Euro pro Kind und Monat. Das bedeutet, dass Sie für das erste und zweite Kind jeweils 190 Euro im Monat bekommen, für das dritte 196 Euro und für jedes weitere Kind jeweils 221 Euro. Neu ist auch, dass Eltern für sich und ihre Kinder eine Steuer-ID (Steuer-Identifikations-Nummer) der Familienkasse melden müssen, um Kindergeld zu erhalten.

Rente

Die Rente wird zum 1. Juli 2016 kräftig steigen. Experten gehen davon aus, dass sie zwischen vier bis fünf Prozent höher ausfallen wird. Eine genaue Berechnung erfolgt im Frühjahr. In jedem Fall wird es die höchste Rentenerhöhung seit 20 Jahren sein. Ein Teil des Geldes holt sich der Staat aber zurück. Durch die Rentenerhöhung rutschen schätzungsweise rund 70.000 Rentner erstmals in die Steuerpflicht.

Steuern

Der Grundfreibetrag steigt um zwei Prozent beziehungsweise 180 Euro auf 8.652 Euro im Jahr. Das bedeutet: Alleinstehende zahlen für die ersten 8.652 ihres Jahreseinkommens keine Steuern, bei Ehepaaren sind sogar 17.304 Euro steuerfrei. Diese Regelung soll insbesondere Geringverdiener entlasten. Darüber hinaus ändert sich auch der Einkommenssteuer-Tarif geringfügig. Das soll verhindern, dass Lohnerhöhungen umgehend von der Steuer „aufgefressen“ werden („kalte Progression“).

Unterhalt

Der Unterhalt, den getrennt lebende Elternteile für ihre Kinder zahlen müssen, steigt ebenfalls. Je nach Alter steigt der Unterhalt für minderjährige Kinder um sieben bis zehn Euro pro Monat. Volljährige Kinder, die nicht bei den Eltern wohnen und studieren, haben einen Anspruch auf 735 (bisher: 670) Euro pro Monat. Ab dem kommenden Jahr kann auch bei der Steuer mehr Unterhalt als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden.

Wohngeld

Auch das Wohngeld steigt. Um wie viel, das hängt von der Höhe des Einkommens oder der Rente ab. Laut Regierungsangaben liegt die durchschnittliche Steigerung bei 39 Prozent. Ein durchschnittlicher Zwei-Personen-Haushalt erhält statt 115 ab dem neuen Jahr 186 Euro. Die letzte Erhöhung gab es 2009, in Zukunft soll das Wohngeld alle zwei Jahre angepasst werden. Wer bereits Wohngeld bekommt, muss nichts neu beantragen. Die Erhöhung kommt automatisch.

Stand: 28.12.2015, 13:59