Wie gut helfen uns die Monteure?

Handwerker-Stichprobe: Heizungsnotdienst

Wie gut helfen uns die Monteure?

Wer es schon einmal erlebt hat, weiß wie unangenehm das sein kann: Plötzlicher Wintereinbruch – und auf einmal streikt die hauseigene Heizungsanlage und die Fußbodenheizung bleibt kalt. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, passiert es dann auch noch ausgerechnet am Wochenende! Das heißt: Notdiensteinsatz und das kann teuer werden…

Die Testanordnung

Wir wollten wissen, was passiert, wenn man auf schnelle Hilfe angewiesen ist und haben uns mit versteckten Kameras auf die Lauer gelegt.

Der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständiger Detlef Poullie aus Mönchengladbach hat einen simplen, aber typischen Fehler für uns hergestellt: Eine Verstopfung im Gerät behindert den Gaszufluss und sorgt für eine Störabschaltung des Geräts. Ein klassisches Problem, wie es in deutschen Haushalten immer wieder vorkommt. Zur Fehlerbehebung veranschlagt er maximal eine halbe Stunde vor Ort – ein realistischer Preis für einen Wochenendnotdienst läge da bei 120 bis 150 Euro.

Programmierte Lebensgefahr!

Eine kalte Wohnung ist schlimm, aber was einer der Monteure bei unserer Stichprobe veranstaltet, kann sogar zu einer Katastrophe führen: Er behebt den Defekt zwar, hantiert dabei aber derart unsachgemäß mit seinem Werkzeug herum, dass er selbst ein Gasleck verursacht, das ohne das Eingreifen unseres Experten völlig unbemerkt geblieben wäre. Ohne Übertreibung: Hier wäre im Ernstfall die Gasexplosion mit Lebensgefahr für den Kunden die zwangsläufige Folge gewesen!

Vorsicht Gas!

Ein Gasbrenner ist  für sich genommen eigentlich nicht gefährlich – bei unsachgemäßer Arbeit jedoch kann er zur Todesfalle für den Hausbesitzer werden. Aus diesem Grunde erwartet Detlef Poullie auch von einem Monteur, dass er korrekterweise nach Abschluss der Arbeit die Dichtigkeit der gasführenden Teile prüft, an denen er gearbeitet hat – oder mit denen er im Zuge der Arbeit in Kontakt gekommen sein könnte.

Als Kunde sollte man auf eine solche Prüfung nach Abschluss der Arbeiten bestehen. Diese wenigen Minuten Zusatzaufwand sollte die eigene Gesundheit wert sein! Ob mit einem Messgerät oder mit einem eigens dafür gemachten Spray – ein Hilfsmittel zur Überprüfung des Systems - Dichtheit muss ein guter Handwerker beachten.

Im Notfall geht es auch mit einem Hausmittel, wie der Experte erklärt: „Einfach ein Gläschen mit einer Mischung aus Wasser und Spülmittel füllen – damit kann man die gasführenden Teile beträufeln und Lecks ganz einfach erkennen: Dann bilden sich nämlich Bläschen an der entsprechenden Stelle.“

Der häufigste Verursacher von schweren bis tödlichen Folgen im Zusammenhang mit Gasgeräten ist der Austritt von Kohlenmonoxid – die Symptome sind Kopfschmerzern, Übelkeit, Atemnot und Schwindelgefühle. Wer also unmittelbar nach dem Arbeitseinsatz eines Installateurs an der Heizanlage solche Symptome an sich feststellen sollte, muss im Zweifelsfall schnell reagieren: Fenster auf und durchlüften, die Heizanlage ausstellen und sicherheitshalber nochmal beim Handwerker anrufen.

Wartungs- und Stördienstverträge – die günstigere Alternative?

Detlef Poullie spricht eine generelle Empfehlung für alle Heizungsanlagenbesitzer aus: ein fester Wartungsvertrag. Bei diesem sind neben der jährlichen Wartung dann aber auch Stördiensteinsätze – selbst am Wochenende – im Preis inbegriffen.

Der Kunde zahlt in diesen Fällen allenfalls Ersatzteile, falls solche im Einzelfall vonnöten sein sollten. Wenn man dann den Preis mit den Kosten eines regulären Notdienstes vergleicht und die jährliche Wartung miteinkalkuliert, fährt der Verbraucher damit in jedem Fall wesentlich günstiger. Schließlich sind Heizungsnotdienste, die am Samstag schon für summa summarum 108 Euro einen solchen Einsatz fahren eher die Ausnahme als die Regel…

Finger weg von Callcentern!

Es erscheint so einfach und verlockend, weil es meist die ersten Ergebnisse sind, die die Suche nach Notdiensten im Internet oder im Telefonbuch ausspuckt, aber in der Praxis kann nur gewarnt werden: Vorsicht bei den 0800er-Nummern! Hinter diesen als kostenlos beworbenen Telefonnummern wird es nämlich ganz schnell undurchsichtig: Nur weil sie in der Suchmaschine mit dem Anhängsel „Köln“, „Bonn“ oder „Düsseldorf“ versehen sind, muss es sich dabei nicht um Anbieter aus der Region handeln. Stattdessen offenbart meist schon ein Blick ins Impressum der Homepage einen Firmensitz ganz woanders.

Der Hintergrund: Hierbei handelt es sich um Callcenter, die lediglich Handwerker aus der Region vermitteln – und sich diese Dienstleistung doppelt bezahlen lassen! Zum einen vom Anrufer selbst, denn die oftmals scheinbar günstige „Servicepauschale“, die auf der Homepage angepriesen wird, ist lediglich das, was der Kunde an das Callcenter bezahlen muss. Die eigentlichen Handwerkerkosten kommen noch oben drauf – und fallen meist richtig deftig aus. Denn hier schlagen die Callcenter ein zweites Mal zu und verlangen auch vom Handwerkerbetrieb eine Vermittlungsprovision, die dieser dann in der Regel direkt an den Kunden weiterreicht.

Stand: 03.02.2015, 09:00