Handwerker-Stichprobe: Heizungsnotdienst

Handwerker-Stichprobe: Heizungsnotdienst

Von Marco Jankowski

Winterliche Temperaturen und auf einmal streikt die Heizung. Und wenn das auch noch am Wochenende passiert, heißt das: Notdiensteinsatz. Das kann teuer werden…

Vorsicht Gas!

Ein Gasbrenner ist  für sich genommen eigentlich nicht gefährlich. Bei unsachgemäßer Arbeit jedoch kann er zur Todesfalle für den Hausbesitzer werden. Aus diesem Grunde erwartet Detlef Poullie, Sachverständiger des Heizungsbauer-Handwerks, auch von einem Monteur, dass er korrekterweise nach Abschluss der Arbeit die Dichtigkeit der gasführenden Teile prüft, an denen er gearbeitet hat oder mit denen er im Zuge der Arbeit in Kontakt gekommen sein könnte.

Als Kunde sollte man auf eine solche Prüfung nach Abschluss der Arbeiten bestehen. Diese wenigen Minuten Zusatzaufwand sollte die eigene Gesundheit wert sein! Ob mit einem Messgerät oder mit einem eigens dafür gemachten Spray – ein Hilfsmittel zur Überprüfung der System-Dichtheit muss ein guter Handwerker dabei haben.

Im Notfall geht es auch mit einem Hausmittel, wie der Experte Poullie erklärt: „Einfach ein Gläschen mit einer Mischung aus Wasser und Spülmittel füllen – damit kann man die gasführenden Teile beträufeln und Lecks ganz einfach erkennen: Dann bilden sich nämlich Bläschen an der entsprechenden Stelle.“

Handwerkerstichprobe - Heizungsnotdienste

Der häufigste Verursacher von schweren bis tödlichen Folgen im Zusammenhang mit Gasgeräten ist der Austritt von Kohlenmonoxid – die Symptome sind Kopfschmerzern, Übelkeit, Atemnot, Schwindelgefühle. Wer also unmittelbar nach dem Arbeitseinsatz eines Installateurs an der Heizanlage solche Symptome an sich feststellen sollte, muss im Zweifelsfall schnell reagieren: Fenster auf und durchlüften, die Heizanlage ausstellen und sicherheitshalber nochmal beim Handwerker anrufen.

Wartungs- und Stördienstverträge – die günstigere Alternative?

Detlef Poullie spricht eine generelle Empfehlung für alle Heizungsanlagenbesitzer aus: ein fester Wartungsvertrag. Bei diesem sind neben der jährlichen Wartung aber auch Stördiensteinsätze – selbst am Wochenende – im Preis inbegriffen.

Der Kunde zahlt in diesen Fällen falls nötig allenfalls Ersatzteile. Wenn man dann den Preis mit den Kosten eines regulären Notdienstes vergleicht und die jährliche Wartung miteinkalkuliert, fährt der Verbraucher damit wesentlich günstiger.

Finger weg von Callcentern!

Es erscheint so einfach und verlockend, weil es meist die ersten Ergebnisse sind, die die Suche nach Notdiensten im Internet oder im Telefonbuch ausspuckt, aber in der Praxis kann man nur warnen: Vorsicht bei 0800er-Nummern! Hinter diesen als kostenlos beworbenen Telefonnummern wird es nämlich ganz schnell undurchsichtig: Nur weil sie in der Suchmaschine mit dem Anhängsel „Köln“, „Bonn“ oder „Düsseldorf“ versehen sind, muss es sich dabei nicht um Anbieter aus der Region handeln. Stattdessen offenbart meist schon ein Blick ins Impressum der Homepage einen ganz anderen Firmensitz.

Der Hintergrund: Hierbei handelt es sich um Callcenter, die lediglich Handwerker aus der Region vermitteln – und sich diese Dienstleistung doppelt bezahlen lassen! Zum einen vom Anrufer selbst, denn die oft scheinbar günstige „Servicepauschale“, die auf der Homepage angepriesen wird, ist lediglich das, was der Kunde ans Callcenter bezahlen muss. Die eigentlichen Handwerkerkosten kommen noch oben drauf – und fallen meist richtig deftig aus. Denn: Hier schlagen die Callcenter ein zweites Mal zu und verlangen auch vom Handwerkerbetrieb eine Vermittlungsprovision, die dieser dann in der Regel direkt an den Kunden weiterreicht.

Stand: 24.01.2017, 18:15