Heizkosten sparen beim Duschen

Warmduscher leben teuer

Heizkosten sparen beim Duschen

Von Anna Böer

Im Winter stehen wir gerne länger unter der Dusche und stellen die Temperatur höher ein. Das wirkt sich stark auf die Energiekosten aus. Wie kann man sparen?

Beim Duschen denken viele an den Wasserverbrauch, aber viel teurer sind in der Regel die Heizkosten. Weil literweise durchrauschendes Wasser auf Wohlfühltemperatur erwärmt werden muss, gehen in einem durchschnittlichen Haushalt 12 Prozent der Energiekosten für die Warmwasserbereitung drauf.

Duschtemperatur

Die Temperatur ist ein wichtiger Faktor, um die Energiekosten beim Duschen zu senken.  Die Wohlfühltemperatur liegt bei den meisten Menschen zwischen 35 und 40 Grad Celsius. Jedes Grad mehr pro Liter kostet bares Geld. Wem 35 Grad statt 40 ausreichen, der spart schon fast ein Fünftel der Energie ein.

Mit dem Senken der Wassertemperatur an der Heizung sollte man es allerdings nicht übertreiben, sonst besteht die Gefahr, dass sich Legionellen verbreiten. Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfachs nennt deshalb folgende Richtwerte:

  • Durchlauferhitzer und Thermen schützen vor Legionellen, da sie das Brauchwasser erst kurz vor dem Gebrauch erwärmen. Die Vorlauftemperatur sollte jedoch 55 °C nicht unterschreiten. Die 55 °C sind allerdings nicht die Temperatur, die am Ende aus dem Schlauch herauskommen.
  • In Häusern mit Wassererwärmung aus einem Warmwasserspeicher muss die Regler-Temperatur des Speichers um die 60 °C betragen, in den Wasserleitungen selbst nicht weniger als 55 °C.

Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfachs empfiehlt vor dem Einstellen einen Blick in die Betriebsanleitung.

Duschdauer

Im Schnitt duschen die Deutschen zwischen fünf und zehn Minuten. 2,6 Prozent sind allerdings Dauerduscher: Sie kommen auf eine Duschdauer von über 15 Minuten.

Ein Timer in der Dusche misst die Duschdauer

Mit einem Dusch-Timer bleibt die eigene Duschdauer immer im Blick.

Wasserdurchlauf

Der Wasserdurchlauf ist der Faktor, der sich am stärksten im Portemonnaie bemerkbar macht. Wie viel Wasser pro Minute durch den Duschkopf fließt, lässt sich mit einem handelsüblichen Zehn-Liter-Eimer und einer Stoppuhr testen. Drehen Sie das Wasser voll auf und stoppen Sie die Zeit, bis die Zehn-Liter-Markierung erreicht ist.

  • Wasserdurchlauf in Litern pro Minute = Sekunden pro Minute x Liter / gestoppte Zeit in Sekunden

In unserem Filmbeispiel ergeben sich so 12 Liter pro Minute: 60 (Sekunden pro Minute) x 10 (Liter)/ 50 (gestoppte Zeit in Sekunden).

So sparen Sie beim Duschen

  • Mit einem Sparduschkopf, der die Wasserdurchlaufmenge z. B. auf acht Liter pro Minute reduziert und ab 15 Euro im Handel erhältlich ist, lässt sich nochmal ein Drittel der Energiekosten einsparen (bei einer vorherigen Durchlaufmenge von 12 Litern).
  • Energieberater empfehlen, das Wasser während des Einseifens generell abzustellen, die Temperatur so niedrig wie möglich zu halten und dabei die Zeit nicht aus den Augen zu verlieren.
  • Ein Duschthermometer hilft die Temperatur während des Duschens zu kontrollieren. Einfache Duschthermometer gibt’s schon ab 8 Euro im Handel zu kaufen.
  • Mit einem Duschtimer, den es schon für 7 Euro im Handel gibt, lässt sich die Duschdauer genau ermitteln. Mithilfe der Stopp-Funktion sieht man so direkt, wieviel Zeit sich einsparen lässt, indem man während des Einshampoonierens einfach mal den Hahn zudreht.
Ein Thermometer in der Dusche misst die Wassertemperatur.

Ein Thermometer in der Dusche misst die Wassertemperatur.

Kosten pro Duschgang berechnen

In unserem Filmbeispiel kostet ein Duschgang 52 Cent (bei 180 Litern pro Duschgang und einer Temperatur von 41 Grad). Hochgerechnet auf das Jahr sind das 190 Euro für eine Person. Die exakte Berechnung der Duschkosten ist kein Teufelswerk, aber die Formel ist etwas kompliziert. Um den Energieverbrauch pro Duschgang zu ermitteln, multipliziert man folgende Faktoren:

  • Liter pro Duschgang x Temperaturdifferenz, um die erhitzt werden muss x 1,16 (Energiemenge, um ein Liter Wasser um 1 Grad zu erwärmen) = Energieverbrauch pro Duschgang in Wattstunden. Für Kilowattstunden wird der Wert durch 1000 geteilt.

Unser Beispiel aus dem Film:

  • Wasserdurchlauf pro Minute: 12 Liter
  • Duschdauer: 15 Minuten
  • Duschtemperatur: 41 Grad
  • Temperatur mit der das Kaltwasser aus dem Hahn kommt: 12 Grad

Unsere Formel für den Energieaufwand:

(180 Liter X (41 Grad – 12 Grad) X 1,16) : 1.000 = 6,06 kWh

Öl, Gas oder Durchlauferhitzer?

Energieverbrauch und Kosten hängen allerdings von der Art der Warmwasserbereitung ab: In vielen Wohnungen gibt es elektrische Durchlauferhitzer. Bei dieser Form der Warmwasserbereitung entstehen keine nennenswerten Verluste. Allerdings kostet eine Kilowattstunde Strom ca. 26 Cent. Bei Öl- und Gasheizungen kostet eine Kilowattstunde nur ca. 6 Cent. Allerdings fallen hier zusätzliche Wärmeverluste an. Das sind zum Beispiel Verluste über lange Leitungen von der Zentralheizung im Keller zum Badezimmer oder eine unzureichende Dämmung der Warmwasserrohre.

Diese Verluste verteuern die Warmwasserbereitung mit Öl oder Gas um ca. 30 bis 60 Prozent. Bei ganz alten Öl- oder Gasheizungen können diese Speicher und Verteilverluste sogar zu einer Verdopplung der Energiekosten führen - aus den oben genannten 6 Cent pro kWh werden also 12 Cent pro kWh bei einer Warmwasserbereitung mit alten, ineffizienten Öl- oder Gasheizungen. Wer sein Warmwasser mit Sonnenkollektoren erwärmt spart bares Geld und kann rund 60 Prozent der Kosten für die kostenlos gelieferte Sonnenenergie wieder abziehen.

Bei unserer Testfamilie wurden die Energieverluste auf 30 Prozent beziffert. 6,06 kWh: 0,7 = 8,66 kWh

Stand: 12.01.2016, 12:00