Handwerker-Stichprobe: Probleme beim Umbau von Rollläden

Handwerker-Stichprobe: Probleme beim Umbau von Rollläden

Von Andreas Bach

Wenn der alte Rollladen in die Jahre gekommen ist, macht sich das schnell bemerkbar - optisch, aber vor allen Dingen in der Handhabung: Die alten Gurte leiern aus oder werden schwergängig. Dabei ist es mittlerweile ganz einfach, den Rollladen zu „elektrifizieren“, das heißt, ihn auf Motorbetrieb umzustellen. Rauf und runter per Knopfdruck – die ideale Lösung.

Unsere Stichprobe: Fehlerfrei war keiner

Wir haben zufällig drei Betriebe ausgewählt, die für uns den Rollladenumbau vornehmen sollen. Den größten Fehler machen alle drei Betriebe schon im Vorfeld bei der Angebotserstellung: Kein einziger der Handwerker will den Rollladen austauschen – und das ist fatal, denn der alte Rollladen ist nicht seitlich arretiert, d.h. die Lamellen sind seitlich nicht befestigt und können sich verschieben. Beim System mit Gurt unproblematisch, aber im motorisierten Betrieb ein Riesenproblem, weil die Lamellen sich mehr oder mehr verschieben und am Ende blockieren können. Im schlimmsten Fall reißt der Motor die Aufhängung gänzlich ab.

Aufhängung vom Rolladenpanzer

Im schlimmsten Fall reißt der Rolladenmotor die Aufhängung vom Rolladenpanzer gänzlich ab.

Um das zu verhindern, müssen entweder die Rollläden komplett ausgetauscht, oder die alten Rollläden nachträglich seitlich arretiert werden. Beispielsweise mit speziellen Klammern, die es für genau diesen Zweck gibt.

Nur ein Handwerker in unserer Stichprobe weist die Kundin überhaupt auf das Problem hin – aber erst, als der Motor schon drin ist. So kann er der Kundin direkt einen Folgeauftrag verkaufen. Ein anderer Handwerker hinterlässt der Kundin einen quietschenden Rollladen, unterlässt den Einbau von wichtigen Bauteilen und geht mit der Einrichtung der Kundin sorglos um: Boden abdecken? Gardinen abhängen? Fensterbank oder Arbeitsplatte frei räumen? Fehlanzeige!

Keine Meisterpflicht mehr

Im Bereich der Rollladen- und Jalousiebauern gibt es seit einigen Jahren keine Meisterpflicht mehr, was den Berufszweig prinzipiell für alle Handwerker öffnet. Im Prinzip kann jeder, der einen Handwerksberuf gelernt hat, dort einsteigen. Die Konsequenz: Theoretisch kann ein gelernter Bäcker morgen einen Rollladen- und Jalousienbetrieb aufmachen. Das macht den Markt  für den Kunden extrem unübersichtlich, weil die Orientierung in Hinblick auf vorhandene Qualifikationen fehlt.

Als Kunde bleibt nur: Zum einen ganz gezielt nach Meisterbetrieben suchen – noch existieren diese ja, denn viele gelernte Meister sind noch immer am Markt. Hier braucht man zumindest in Hinblick auf die Qualifikation keine Zweifel zu haben.

Zudem sind seriöse Betriebe auch auf eine einwandfreie Außendarstellung bedacht: einwandfreie und transparente Homepages sind ein Muss, normalerweise inklusive der Angabe von Referenzen, und einer klaren Aufschlüsselung aller Mitarbeiter samt Qualifikationen. Webseiten, auf denen sich die Firmen gesichtslos und anonym präsentieren, sind hingegen mit Vorsicht zu genießen.

Sicherheit durch Rollladen?

Wer über den Komplettaustausch seiner Rollläden nachdenkt – oder diesen im Rahmen einer Umbaumaßnahme durchführen lässt – sollte gleich auf den Sicherheitsaspekt achten. Anders als herkömmliche Rollläden sind moderne Varianten auch darauf ausgerichtet, Einbrechern einen Riegel vorzuschieben, etwa in Form von Hochschiebesicherungen, verstärkten Führungsschienen oder verstärkte Schlussstäbe, die das Herausreißen der Rollladen verhindern können.

Die Stärke des Einbruchsschutzes wird mit dem Kürzel RC (resistance class) in sechs Stufen angegeben: Rollläden mit dem RC 1 bieten nur einen sehr schwachen Schutz, während RC 6 für den idealen Schutz gegen Einbruch steht.

Rolladen

Wer über den Komplettaustausch seiner Rollläden nachdenkt, sollte gleich auf den Sicherheitsaspekt achten.

Stand: 13.10.2015, 14:00