Achtung: Giftige Pflanzen

Oleander

Achtung: Giftige Pflanzen

Von Viola Gräfenstein

Ob Tollkirschen oder Ilex, die roten Beeren und Früchte von Ziersträuchern ziehen gerade kleine Kinder jedes Jahr an. Deshalb haben im Herbst Giftnotrufzentralen Hochkonjunktur. Giftig oder nicht?

Ob Tollkirschen oder Ilex, die roten Beeren und Früchte von Ziersträuchern ziehen gerade kleine Kinder jedes Jahr an. Deshalb haben im Herbst Giftnotrufzentralen Hochkonjunktur. Giftig oder nicht? Nicht immer ist klar, welche Beeren und Früchte eigentlich gefährlich sind. Viele Eltern kennen nicht einmal die Pflanzen in ihrem eigenen Garten. Doch um Giftunfälle zu vermeiden, raten die Experten, sich genau zu informieren. Von über 27.000 Anrufen gingen über 3.000 Notrufe alleine wegen Pflanzengiftunfällen in der Giftnotrufzentrale in Bonn ein. 13 Prozent aller Stoffe, die zu Vergiftungen führten, wurden durch Pflanzen verursacht.

Giftiges in Wald und Garten

WDR 2 Quintessenz - Tipps und Trends | 08.09.2017 | 03:22 Min.

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Gefährliche Pflanzen und Beeren

Grundsätzlich gilt, ob etwas giftig wirkt oder nur leichte Beschwerden verursacht, entscheidet meistens die verzehrte Menge.

Als besonders giftig stuft die Giftnotrufzentrale u. a. diese Herbstpflanzen ein:

•          Tollkirsche

•          Früchte des Seidelbast

•          Eibe, Ilex, Aronstab

Genaue Abbildungen und Bestimmungen von allen giftigen Beeren und Pflanzen gibt es auf der Homepage der Giftnotrufzentrale Bonn.

Generelle Vergiftungssymptome

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Erregung, Kopfschmerzen, Schwindel, Pulsrasen, Blässe, Schockzustand, Atemnot, gerötete Haut, Atemstillstand, Herz-Kreislaufstillstand.

Auswirkungen

Neben den leichten und schweren Vergiftungserscheinungen kann es zu Schäden der Nerven, Leber, Nieren oder sogar zu Hirnschäden kommen. Todesfälle sind eher selten.

Sofortmaßnahmen

Bei einem akuten Vergiftungsfall rät die Giftnotrufzentrale Bonn erst einmal allen Betroffenen, Ruhe und Nerven zu bewahren. Wichtig dabei ist eine Schadensbegrenzung. Es wird empfohlen, Pflanzenreste auszuspucken, den Mund mit einem feuchten Tuch auszuwischen oder mit Wasser auszuspülen und die Hände zu waschen, damit kein weiteres Gift in den Magen gelangt. Alle befallenen Hautstellen mit reichlich Wasser abwaschen. Erst dann sollen die Eltern die Giftzentrale unter der Telefonnummer 0228/19240 anrufen. Ärzte warnen davor, beim Kind ein Erbrechen auszulösen, da giftige Substanzen die Speiseröhre und den Mundraum erneut verätzen können und nur geringe Mengen des verzehrten Pflanzengiftes wieder herauskommen. Grundsätzlich empfiehlt sich auch, Pflanzen und Beeren vom Gärtner oder der Floristin um die Ecke bestimmen zu lassen. Alle genauen Angaben helfen bei der Diagnose und vermeiden überflüssige Behandlungen im Krankenhaus. Hilfreich ist es auch, ein Stück der verzehrten Pflanze mit zum Arzt zu nehmen.

Was die Giftnotrufzentrale wissen will

•          Wer hat sich vergiftet? Wie alt?

•          Was wurde eingenommen?

•          Wie viel?

•          Wann?

•          Wie wurde es eingenommen? (Mund, Haut, Augen, Lunge?)

•          Zustand des Patienten? Symptome?

•          Gewicht des Kindes?

•          Name und Telefonnummer für den Rückruf

Vorsorge

Hilfreich ist immer die Telefonnummer der Giftnotrufzentrale Bonn dabei zu haben. Außerdem empfiehlt sich grundsätzlich ein Erste-Hilfe-Kurs zur Auffrischung. Als sehr nützlich erweist es sich, die Pflanzen in seinem eigenen Garten zu kennen und gegebenenfalls von einem Fachmann überprüfen und entfernen zu lassen. Kinder immer im Blick haben, wenn sie im Wald oder im Park spielen. Kindern sollte außerdem schon früh vermittelt werden, dass sie keine Pflanzen und Beeren zu sich nehmen dürfen. Alle giftigen Pflanzen sollte man auch aus Wohnungen entfernen.

Stand: 08.09.2017, 11:00