Zu Fuß sicher zur Schule

Schulweg mit Mama

Zu Fuß sicher zur Schule

Von Philip Raillon

Diese Woche ging die Schule los. Und deshalb wird es jetzt wieder voll vor den Schultoren im Westen. Die sogenannten "Eltern-Taxis" stellen dabei schnell eine Gefahr dar. Experten raten daher: Am besten zu Fuß zur Schule.

Jeden Morgen das Gleiche Szenario. Eltern halten vor der Schule, stehen in zweiter Reihe und gefährden andere Kinder. Was viele Eltern gut meinen, kann schnell böse enden. Experten raten daher: Wenn es irgendwie geht, sollten die Kinder laufen. "Das ist auch deutlich gesünder", sagt Nina Rabiega, Schulleiterin der Funke Grundschule in Dortmund. Kinder, die bei Wind und Wetter draußen sind, seien deutlich krankheitsresistenter, so die Pädagogin.

Zu Fuß sicher zur Schule

WDR 2 Servicezeit | 31.08.2017 | 02:50 Min.

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Mit Halteverbot und Parkbügeln gegen "Eltern-Taxis"

Die Dortmunder Funke Grundschule hat den fahrenden Eltern den Kampf angesagt: Das Schulgebäude liegt an einer schmalen Straße, die durch parkende Anwohner zur einspurigen Gasse wird. Dazu liegt das Schultor direkt an einer Einfahrt, die von vielen Eltern zum Wenden genutzt wird. "Vor zwei Jahren wurden hier Halteverbotsschilder und Bügel auf dem Gehsteig angebracht", sagt Nina Rabiega. Besserung haben diese Maßnahmen nur bedingt gebracht – noch immer bringen schätzungsweise zehn Prozent der Eltern die Kinder mit dem Auto. Während die anderen Eltern ihre Kinder in Kleingruppen auf den Weg schicken, oder sie zu Fuß zur Schule bringen, genügen diese wenigen "Eltern-Taxis" schon, um die Situation zu Schulbeginn unübersichtlich zu machen und damit auch gefährlich.

Polizei vermehrt auf Schulwegen präsent

Situationen wie die in Dortmund, wo sich morgendlich ankommende und abfahrende Autos sowie laufende Kinder bedrohlich nahe kommen, scheint es in ganz Nordrhein-Westfalen zu geben. "Unsere Kollegen kontrollieren daher gerade zu Schulbeginn viel vor Grundschulen", sagt Hauptkommissar Andreas Schlüter von der Polizei Dortmund. Auch der Streifendienst fahre in den kommenden Wochen regelmäßig die Schulwege ab, um Präsenz zu zeigen. Gleichzeitig wird Andreas Schlüter vor der Funke Grundschule nicht müde, Halteverbotssündern deutliche Worte mit auf den Weg zu geben. Unterstützt wird der Beamte dabei von Viertklässlern, die Plakate mit Aufschriften wie "Hier ist Halteverbot" gebastelt haben.

Schon früh das Verhalten im Straßenverkehr üben

Wichtig ist Hauptkommissar Andreas Schlüter und Schulleiterin Nina Rabiega, dass die Eltern das nur machen, um dem Kind etwas Gutes zu tun. Aber: Die Kinder sollten möglichst früh selbst den richtigen Umgang im Straßenverkehr lernen.

Daher ist es besser, das Kind schon zu Beginn der Schulzeit gut vorbereitet zu Fuß auf den Schulweg zu schicken, als später unvorbereitet allein zur Schule gehen zu lassen. "Eltern sollten den Weg gemeinsam mit den Kindern abgehen und auf Gefahrenstellen hinweisen", so Kim Ben Freigang von der Polizei Dortmund. Dabei sollten sich die Eltern auch einmal selbst auf die Höhe der Kinder begeben, also zum Beispiel in die Hocke gehen, um das Straßenbild aus ihrer Perspektive wahrzunehmen.

Besonders wichtig: Das richtige Straßenqueren

Beim Üben können Eltern dann auch auf die alltäglichen Dinge wie das Straßequeren achten: Nicht zwischen Autos hervorrennen, immer zwei Mal gucken und am besten eine Ampel nutzen – und zwar nur bei grün.

Und wenn wirklich kein Weg am Auto vorbeiführt, etwa, weil der Schulweg zu lang oder zu gefährlich ist, dann sollten die Eltern den richtigen Platz zum Absetzen der Kinder wählen: "Wenn es geht im Bereich vor der Schule auf geeigneten Parkplätzen oder Halte- und Bringzonen das Auto abstellen und den restlichen Weg zu Fuß gehen", sagt Hauptkommissar Andreas Schlüter.

Stand: 31.08.2017, 00:00