Ekelfaktor Schultoilette

Mehrere dreckige Urinale, die Fliesen der Toilette sind mit Graffitis beschmiert

Ekelfaktor Schultoilette

Von Annika Krooß

Viele Schüler in NRW erleben ihn täglich, viele Erwachsene erinnern sich noch daran: Den unangenehmen Gang auf die Schultoilette. In vielen Schulen sind die Toiletten renovierungsbedürftig.

Der Zustand mancher Schultoiletten ist schlecht: Die Wände sind vollgeschmiert, die Klos verstopft, die Klobrillen beschädigt oder nicht mehr vorhanden, die Waschbecken und Armaturen verdreckt und es stinkt.

Ekelfaktor Schultoilette Teil 1

WDR 2 Servicezeit | 18.09.2017 | 02:53 Min.

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Ekelfaktor Schultoilette Teil 2

WDR 2 Servicezeit | 18.09.2017 | 02:42 Min.

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Schulträger und Kommunen müssen handeln

Zuständig für die Instandhaltung und Sauberkeit der Toiletten sind die Schulen selbst und die Kommunen. Kleineren Kommunen fehlt dafür allerdings oft das Geld. Sie können es sich nicht leisten, die Toiletten zu sanieren und zusätzliche Reinigungskräfte zu beschäftigen. Grundsätzlich müssen Schultoiletten mindestens einmal pro Tag gereinigt werden. Viele Schulen haben dafür externe Putzfirmen beauftragt.

Schüler vermeiden es zur Toilette zu gehen

In einer Umfrage des WDR berichten Schüler, dass sie sich den Gang auf die Schultoilette verkneifen würden. Zum Teil würden sie in der Schule weniger essen und trinken, damit sie erst wieder zu Hause auf die Toilette müssen. Haben sie bis zum späten Nachmittag Schule, sei das allerdings oft fast unmöglich. Mediziner warnen, dass dieses "Verkneifen" zu Verstopfungen führen kann und eventuell sogar schwere Darm-Erkrankungen nach sich ziehen kann.

Eltern und Fördervereine sind gefragt

Viele Schulen helfen sich mit einer Toilettengebühr. In einigen Schulen zahlen die Schüler pro Toilettengang 10 Cent, in anderen Schulen einen Jahresbeitrag von 10 Euro. Freiwillig. Auch bitten manche Fördervereine von Schulen für diesen Zweck um Spenden. Dafür gibt es dann eine extra Reinigungskraft, die die Toiletten beaufsichtigt und zwischenreinigt.

NRW reagiert mit Fördermitteln für Schultoiletten

In NRW gibt es das Förderprogramm "Gute Schule 2020". Insgesamt stehen den Kommunen zwei Milliarden Euro zur Verfügung, um die gesamte Infrastruktur der Schulen zu sanieren und zu modernisieren – auch die Sanitäranlagen. Tatsächlich verwendet ein Großteil der Schulen das Fördergeld für die Sanierung ihrer Toiletten.

Kein Geld für Ausbau und neue Angebote

Auch die Sekundarschule Nordlippe in der Gemeinde Extertal zum Beispiel hat ihre Toiletten dank des Förderprogramms "Gute Schule 2020" sanieren können. Schulleiter Peter Wehrmann ist darüber glücklich, sieht einen Punkt aber kritisch: "Kleinere Kommunen mit wenig Geld brauchen die Fördermittel um ihre Toiletten zu sanieren, um das Notwendige leisten zu können. Größere Kommunen mit mehr Geld können dagegen mit den Fördermitteln für zum Beispiel schnelleres Internet an ihren Schulen sorgen."

Toilettenregeln für und von Schülern

Damit die Schultoiletten ein angenehmer Ort sind und auch bleiben, sind auch die Schüler gefragt. Sie müssen dabei mithelfen. So gibt es in vielen Schulen schon verschiedene Konzepte: Toilettenschlüssel gibt es nur nach Eintragen in eine Liste im Sekretariat, Schüler übernehmen selbst einen Toilettendienst oder stellen selbst Regeln für die Nutzung auf. Werden die Regeln eingehalten, gibt es zur Belohnung beispielsweise keine Hausaufgaben.

Stand: 18.09.2017, 00:00