Geimpft gegen Masern?

Masern in einem Impfausweis

Geimpft gegen Masern?

Von Anne Schneider

100 Menschen sind in Duisburg aktuell an Masern erkrankt. So die Zahlen der Stadt. Das Problem: Immer noch gilt die Erkrankung als harmlose Kinderkrankheit, weshalb manche Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen. Aber harmlos sind die Masern nicht, warnen Kinderärzte.

Masern – kein Kinderkram

Seit 2001 sind sie eine meldepflichtige Erkrankung, die in den westlichen Industrieländern immerhin bei 10 bis 20 Prozent der Betroffenen zu Komplikationen wie Mittelohr- und Lungenentzündungen führt. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu einer Gehirnentzündung kommen, die zu schweren Folgeschäden wie geistigen Behinderungen oder Lähmungen führen kann – oder sogar zum Tod. Hier liegt das Risiko bei unter Fünfjährigen bei eins zu 1400, bei Säuglingen sogar bei eins zu 600. Vor allem für Säuglinge ist deshalb wichtig, dass die Menschen im Umfeld geimpft sind. Aber wer hat einen ausreichenden Schutz?

Geimpft gegen Masern?

WDR 2 Quintessenz - Tipps und Trends | 14.03.2017 | 02:56 Min.

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Impfschutz überprüfen

Im Impfpass findet sich die Masernimpfung meistens unter dem Kürzel MMR – nämlich „Masern, Mumps, Röteln“. Diese Impfung sollte zweimal durchgeführt worden sein: die erste zwischen dem 11. und 14. Monat, eine Zweitimpfung mit 15 bis 23 Monaten. Wurden die Impfungen nicht im vorgesehenen Zeitraum durchgeführt, rät die Ständige Impfkommission (STIKO), das unbedingt bis zum 18. Lebensjahr des Kindes nachzuholen. Vor allem, wenn die Masern im Umfeld ausbrechen, sollten sich auch nach 1970 geborene Erwachsene impfen lassen - wenn nicht sicher ist, dass sie die beiden Impfungen bekommen haben.

Wer sich nicht impfen lassen muss

Wer vor 1970 geboren wurde, hat die Masern in der Regel in jungen Jahren gehabt und muss sich deshalb nicht impfen lassen. Denn damals war die Masernimpfung noch nicht eingeführt – und wer die Erkrankung einmal gehabt hat, bekommt sie nicht noch einmal. Einzige Ausnahme: Erwachsene, die wissen, dass sie die Masern als Kind nicht hatten, sollten sich auf jeden Fall impfen lassen.

Risiken und Nebenwirkungen

In der Regel wird die Impfung gut vertragen. Dass der Körper nach der Impfung Antikörper bildet, merkt man aber an ganz typischen Reaktionen – wie Rötungen und Schwellungen der Impfstelle, die auch schmerzen können. Außerdem kann es in den ersten drei Tagen nach der Impfung zu Kopfschmerzen und Mattigkeit kommen. Diese Symptome sind aber vor allem unangenehm – und klingen schnell wieder ab.
Rund zwei bis fünf von 100 Geimpften bekommen ein bis vier Wochen nach der Impfung so genannte Impfmasern. Das ist ein schwacher Hautausschlag, der nicht ansteckend ist. Außerdem können die Gelenke schmerzen. Die Krankheit gilt aber als viel riskanter als die Impfung.

Stand: 14.03.2017, 13:00