Was tun, wenn der Pfleger Hilfe braucht?

Was tun, wenn der Pfleger Hilfe braucht?

Einen Angehörigen zu pflegen, ist belastend. Gibt es die Möglichkeit zur Auszeit? Wer unterstützt die Pflegenden? Wir haben Fragen und Antworten rund um die Pflege von Angehörigen gesammelt.

Finanzielle Leistungen sind ebenso möglich wie Sachleistungen oder praktische Hilfen. Viele Organisationen, die Kranken- und Pflegekassen aber auch Krankenhäuser stehen den pflegenden Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite. Wie immer bei der Pflege: Vieles hängt bei den Zuwendungen vom jeweiligen Pflegegrad des Patienten ab.

Was tun, wenn der Pfleger Hilfe braucht?

WDR 2 Servicezeit | 06.09.2017 | 03:29 Min.

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Welche finanzielle Unterstützung bekommen pflegende Angehörige?

Für Menschen, die ihre Angehörigen pflegen, gibt es grundsätzlich drei unterschiedliche Formen der Kostenerstattung: Pflegegeld, Zuschüsse vom Staat und steuerliche Vergünstigungen. So stehen den Pflegebedürftigen beispielsweise 125 Euro pro Monat als Entlastungsbetrag zur Verfügung.

Wie lernen Angehörige, wie sie richtig pflegen?

Unter anderem bieten mehr als 400 Krankenhäuser in NRW Unterstützung an - das sind immerhin 80 Prozent. Nach einem stationären Aufenthalt kommen Pflegetrainer bis zu sechs Wochen regelmäßig bei den Patienten und den Angehörigen vorbei und geben konkrete Tipps. Zudem können die Pflegenden kostenlose Kurse im Krankenhaus besuchen, um sich vorzubereiten.

Welche Aufgabe haben die Pflegestützpunkte?

Die Mitarbeiter von Pflegestützpunkten arbeiten kostenlos und begleitend zur Pflege. Zu ihren Aufgaben gehört beispielsweise die Beratung bei der Beantragung des Pflegegrads oder Umbauten in der Wohnung.

Wie kann man eine Auszeit von der Pflege nehmen?

Eine Auszeit macht zum Beispiel die so genannte Verhinderungspflege möglich (etwa, wenn der pflegende Angehörige selbst krank ist oder anderweitig verhindert). Die Kosten dafür werden unter bestimmten Voraussetzungen auch von der Kasse übernommen. Die Pflegekasse zahlt zudem in Einzelfällen auch eine Reha für pflegende Angehörige.

Was machen pflegende Angehörige, die im Job sind?

Pflegende Angehörige haben als Arbeitnehmer für maximal sechs Monate das Recht auf Pflegezeit. In dieser Zeit muss der Arbeitgeber kein Gehalt zahlen.

Wo kann man sich über die zustehenden Leistungen informieren?

Angehörige können sich bei den Pflege- und Krankenkassen und auch beim Sozialamt über Unterstützung informieren. Auch das kommunale Versorgungsamt kann helfen, etwa wenn es um darum geht, einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen. In jeder größeren Stadt gibt es Pflegebüros von unterschiedlichen Trägern, die in der Regel eine kostenlose Beratung anbieten. Auch der Verband der Ersatzkassen berät pflegende Angehörige.

Ist man versichert, wenn man Angehörige pflegt?

Ja, wer bei der Pflege einen Unfall hat - sich beispielsweise verhebt oder stürzt - ist gesetzlich unfallversichert.

Wie findet man den richtigen Pflegedienst, falls man Teile der Pflege abgeben möchte?

Seriöse Pflegedienste bieten in der Regel eine kostenlose Erstberatung an. Bevor man einen solchen Termin vereinbart, sollte man sich gut über die anfallende Kosten informieren. Wenn schon die Erstberatung Geld kostet, spricht das nicht unbedingt für den Pflegedienst.

Welche Pflichten haben pflegende Angehörige?

Wer einen Elternteil oder Angehörigen pflegt und sich nicht ausreichend kümmert, kann sich der Misshandlung von Schutzbefohlenen strafbar machen. Bis zu zehn Jahre Haft können jemandem drohen, der Pflegebedürfte grob vernachlässigt.

Stand: 06.09.2017, 01:00