Entfernung der Prostata: Eingriff mit großen Risiken

Entfernung der Prostata: Eingriff mit großen Risiken

Erektionsstörungen und Inkontinenz: Das sind die möglichen und gravierenden Risiken bei der Entfernung der Prostata. Deshalb ist der Eingriff unter Medizinern sehr umstritten, zumal der Prostatakrebs meist langsam wächst.

Entfernung der Prostata, 2013 - 2015

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Auf der Karte finden Sie die Daten zu den durchschnittlich pro Jahr durchgeführten Eingriffen zur Entfernung der Prostata im Betrachtungszeitraum von 2013 bis 2015. Farblich dargestellt ist die Zahl der Fälle je 100.000 männlicher Einwohner. Der Rang zeigt, welche Position der jeweilige Kreis im Verhältnis zu den insgesamt 402 Kreisen bundesweit einnimmt - je höher der Rang, desto höher die Zahl der Eingriffe je 100.000 männlicher Einwohner. (Quelle: Destatis)

Über den Reiter oben auf der Seite können Sie sich die Zahlen für die einzelnen Bundesländer anschauen.

* Die Angaben für die Kreise Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald wurden für beide Kreise erhoben und werden daher identisch ausgespielt

Legende: Entfernung der Prostata, 2013 - 2015

Anzahl der Eingriffe je 100.000 Einwohner, Jahresdurchschnitt 2013 - 2015
  • bis 40
  • 40 bis 51
  • 51 bis 62
  • 62 bis 75
  • 75 bis 102

Jährlich erkranken mehr als 60.000 Männer neu an Prostatakrebs. Über die Behandlung des Prostatakarzinoms wird unter Urologen seit langem heftig gestritten: In welchem Fall sollte man die Prostata entfernen? Wann genügt eine Strahlentherapie? Und wann kann man sogar abwarten und den Tumor einfach nur aktiv beobachten? Jede Therapie birgt Risiken. Sie reichen von Blasenschwäche bis hin zu Erektionsstörungen, Darmbeschwerden, psychischen Beschwerden oder Erkrankungen des Knochenstoffwechsels. Trotz zahlreicher Studien ist bis heute nicht vollständig geklärt, welche Variante am meisten nutzt und welche am wenigsten schadet.

Landen Männer in Deutschland zu häufig unter dem Messer?

Fest steht, dass 2015 knapp 21.000 Eingriffe zur kompletten Prostataentfernung durchgeführt wurden. Insgesamt wurden etwa 100.000 Männer an der Prostata operiert. Gleichwohl ist Zahl der radikalen Prostataektomien, also die Entfernung des Organs, in den vergangenen Jahren zurückgegangen, 2008 waren es noch rund 30.000 Eingriffe. Dennoch sind einige Experten der Meinung, dass in Deutschland Männer zu häufig unter dem Messer landen.

Dabei haben Studien gezeigt, dass man in einigen Fällen auch einfach nur abwarten und den Tumor beobachten kann. Erst wenn die Erkrankung voranschreitet oder Beschwerden auftreten, erfolgt dann eine Behandlung. Bei etwa 90 Prozent aller Männer mit erkanntem Prostatakarzinom verursachen die Tumoren nur selten Symptome und würden in den ersten fünf Jahren nach der Diagnose nicht zum Tod führen. Das heißt, fünf von sechs Männern sterben nicht an dem Krebs, sondern an einer anderen Ursache. Insbesondere bei älteren Männern ist die sogenannte aktive Beobachtung des Tumors deshalb eine attraktive Alternative. Aber auch sie ist nicht frei von Nebenwirkungen: Das regelmäßige Abtasten und die Blutabnahmen sind unangenehm, und mitunter müssen auch in Abständen Biopsien durchgeführt werden. Und: Die Betroffenen müssen damit leben, dass sie einen Tumor in sich tragen.

Anmerkung

Wegen eines technischen Fehlers sind in früheren Versionen der Karten teilweise falsche Daten ausgespielt worden. Wir bitten dies zu entschuldigen. Dieser Fehler ist jetzt behoben. (21.06.2017)

cib | Stand: 21.06.2017, 08:51