Kaiserschnitte: Häufig ohne medizinische Notwendigkeit

Kaiserschnitte: Häufig ohne medizinische Notwendigkeit

Durchschnittlich etwa jedes dritte Kind kommt in Deutschland per Kaiserschnitt auf die Welt. Unsere Karte zeigt: Schwangere in Niedersachsen bekommen ihr Kind bis zu doppelt so häufig per Kaiserschnitt wie werdende Mütter in Sachsen. Medizinisch sind diese Unterschiede nicht zu erklären.

Kaiserschnitt, 2013 - 2015

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Auf der Karte finden Sie die Daten zu den durchschnittlich pro Jahr durchgeführten Eingriffen zum Einsetzen einer Hüftprothese im Betrachtungszeitraum von 2013 bis 2015. Farblich dargestellt ist die Zahl der Fälle je 100.000 weiblicher Einwohner. Der Rang zeigt, welche Position der jeweilige Kreis im Verhältnis zu den insgesamt 402 Kreisen bundesweit einnimmt - je höher der Rang, desto höher die Zahl der Eingriffe je 100.000 weiblicher Einwohner. (Quelle: Destatis)

Über den Reiter oben auf der Seite können Sie sich die Zahlen für die einzelnen Bundesländer anschauen.

* Die Angaben für die Kreise Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald wurden für beide Kreise erhoben und werden daher identisch ausgespielt

Legende: Kaiserschnitt, 2013 - 2015

Anzahl der Eingriffe je 100.000 weiblicher Einwohner, Jahresdurchschnitt 2013 - 2015
  • bis 629
  • 629 bis 737
  • 737 bis 831
  • 831 bis 946
  • mehr als 946

In Deutschland kommen im Schnitt mehr als 30 Prozent aller Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt. Experten sind sich einig: Medizinisch gesehen ist diese Rate zu hoch, da Kaiserschnitte eigentlich nur dann durchgeführt werden sollten, wenn eine natürliche Geburt die Gesundheit oder das Leben von Mutter oder Kind gefährden würde. Insgesamt mehr als 300.000 Eingriffe zum Kaiserschnitt wurden 2015 in Deutschland durchgeführt. Damit fiel der Anteil der Frauen, die per Kaiserschnitt entbunden haben, erstmals im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent auf 31,1 Prozent. Zuletzt hatte es 2009 eine ähnliche Kaiserschnittrate von 31,1 Prozent gegeben.

Große regionale Unterschiede beim Kaiserschnitt

Dass dennoch zu viele Kaiserschnitte ohne medizinische Notwendigkeit durchgeführt werden, belegen große Unterschiede in der regionalen Verteilung. Ein Blick auf die Landkreise mit den meisten und wenigsten OPs zeigt: Im Eifelkreis Bitburg-Prüm gab es 2015 pro 100.000 Frauen 1223 Eingriffe - in Leverkusen waren es dagegen nur 271 pro 100.000 Frauen, also viermal weniger.

Ein Kaiserschnitt kann medizinisch notwendig werden, wenn der Kopf des Kindes im Verhältnis zum Becken zu groß ist, wenn die Herztöne zu schlecht sind oder die natürliche Geburt sehr lange dauert, ohne dass ein Fortschritt erzielt wird. Zudem erhöht ein Kaiserschnitt bei der ersten Geburt die Wahrscheinlichkeit für einen Kaiserschnitt bei der zweiten Geburt. Doch wie kommt es zu den regionalen Unterschieden? Sind etwa die Köpfe der Babys in der Eifel größer oder ihre Herztöne schlechter?

Anmerkung

Wegen eines technischen Fehlers sind in früheren Versionen der Karten teilweise falsche Daten ausgespielt worden. Wir bitten dies zu entschuldigen. Dieser Fehler ist jetzt behoben. (21.06.2017)

awi | Stand: 21.06.2017, 08:50