Künstliche Hüften: Großes Ost-West-Gefälle

Künstliche Hüften: Großes Ost-West-Gefälle

Anhaltende Schmerzen, erhebliche Einschränkungen in der Bewegung, verringerte Lebensqualität: Werden Hüftschmerzen zur Qual, empfehlen Ärzte eine neue Hüfte. Mehr als 200.000 Eingriffe zur Implantation eines künstliches Hüftgelenks finden jährlich in deutschen Kliniken statt. Das Überraschende: Menschen in den neuen Bundesländern erhalten deutlich seltener eine neue Hüfte.

Einsetzen einer Hüftprothese, 2013 - 2015

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Auf der Karte finden Sie die Daten zu den durchschnittlich pro Jahr durchgeführten Eingriffen zum Einsetzen einer Hüftprothese im Betrachtungszeitraum von 2013 bis 2015. Farblich dargestellt ist die Zahl der Fälle je 100.000 Einwohner. Der Rang zeigt, welche Position der jeweilige Kreis im Verhältnis zu den insgesamt 402 Kreisen bundesweit einnimmt - je höher der Rang, desto höher die Zahl der Eingriffe je 100.000 Einwohner. (Quelle: Destatis)

Über den Reiter oben auf der Seite können Sie sich die Zahlen für die einzelnen Bundesländer anschauen.

* Die Angaben für die Kreise Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald wurden für beide Kreise erhoben und werden daher identisch ausgespielt

Legende: Einsetzen einer Hüftprothese, 2013 - 2015

Anzahl der Eingriffe je 100.000 Einwohner, Jahresdurchschnitt 2013 - 2015
  • bis 248
  • 248 bis 274
  • 274 bis 297
  • 297 bis 321
  • mehr als 321

Mit rund 280 Eingriffen pro 100.000 Einwohner zählt Deutschland neben Österreich und der Schweiz weltweit zu den Ländern mit den höchsten OP-Raten für künstliche Hüftgelenke. Einen Anstieg der Operationshäufigkeit hat es in den vergangenen Jahren aber nicht gegeben - seit 2007 ist Deutschland auf einem stabilen. aber hohen Niveau. Auffällig ist, dass die meisten künstlichen Hüftgelenke bei Menschen aus Bayern und Niedersachsen eingesetzt werden. Auch dieser Trend lässt sich seit Jahren beobachten. Die Gründe für die regionalen Unterschiede sind komplex und vielfältig, konnten aber bisher nicht eindeutig geklärt werden.

Häufigster Grund: Verschleiß der Gelenkknorpel

Ursache für den Einsatz von Hüftendoprothesen ist in etwa 80 Prozent aller Fälle eine fortgeschrittene Arthrose des Hüftgelenks. Beschwerden lassen sich in diesen Fällen auch durch Physiotherapie oder Medikamente nicht mehr lindern. Eine Hüftarthrose entsteht durch den altersbedingten Verschleiß des Gelenkknorpels zwischen Hüftpfanne und Hüftkopf. In 13 Prozent der Fälle ist hingegen ein Oberschenkelhalsbruch der Grund für die Hüft-OP. Rund 40 Prozent der Patienten sind beim Ersteingriff zwischen 70 und 79 Jahre alt.

Dem Statistischen Bundesamt zufolge wurden 2014 rund 27.000 künstliche Hüftgelenke auch wieder ausgewechselt. Zu den häufigsten Gründen für den Wechsel gehören Entzündungen, Verrenkungen oder Lockerungen der Kunstgelenke. Die Lebensdauer der Endoprothesen hängt von vielen Faktoren ab wie Lebensalter, Begleiterkrankungen, Beanspruchung und Verschleiß oder aber von den eingesetzten Materialien.

Anmerkung

Wegen eines technischen Fehlers sind in früheren Versionen der Karten teilweise falsche Daten ausgespielt worden. Wir bitten dies zu entschuldigen. Dieser Fehler ist jetzt behoben. (21.06.2017)

cib | Stand: 21.06.2017, 08:49