Herzschrittmacher und Defibrillatoren: Häufiger bei Männern

Herzschrittmacher und Defibrillatoren: Häufiger bei Männern

Schwindel, Schwäche oder Ohnmacht - im schlimmsten Fall sogar ein Herz-Kreislaufstillstand: Das können die Folgen sein, wenn das Herz zu schnell, zu langsam oder im falschen Takt schlägt. Herzschrittmacher oder Defibrillatoren bringen das Herz wieder in den richtigen Rhythmus. In kaum einem Land der Welt werden sie so häufig eingesetzt wie in Deutschland.

Einsetzen eines Herzschrittmachers oder Defibrillators 2013 bis 2015

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Auf der Karte finden Sie die Daten zu den durchschnittlich pro Jahr durchgeführten Eingriffen zum Einsetzen eine Herzschrittmachers im Betrachtungszeitraum von 2013 bis 2015. Farblich dargestellt ist die Zahl der Fälle je 100.000 Einwohner. Der Rang zeigt, welche Position der jeweilige Kreis im Verhältnis zu den insgesamt 402 Kreisen bundesweit einnimmt - je höher der Rang, desto höher die Zahl der Eingriffe je 100.000 Einwohner. (Quelle: Destatis)

Über den Reiter oben auf der Seite können Sie sich die Zahlen für die einzelnen Bundesländer anschauen.

* Die Angaben für die Kreise Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald wurden für beide Kreise erhoben und werden daher identisch ausgespielt

Legende: Einsetzen eines Herzschrittmachers oder Defibrillators 2013 bis 2015

Anzahl der Eingriffe je 100.000 Einwohner, Jahresdurchschnitt 2013 - 2015
  • 129 bis 159
  • bis 129
  • 159 bis 193
  • 193 bis 234
  • mehr als 234

Ein Herzschrittmacher wird bei zu langsamem Herzschlag eingesetzt. Es gibt auch spezielle Herzschrittmacher, die zur Behandlung einer Herzschwäche eingepflanzt werden. Der sogenannte Kardioverter-Defibrillator (kurz ICD) wird eingesetzt, wenn der Patient ein lebensbedrohliches Kammerflimmern überlebt hat oder aber unter starken Herzrythmusstörungen leidet. Bei diesen Geräten handelt es sich um kleine batteriebetriebene Geräte, die über dünne Drähte den Herzschlag registrieren und entweder den Herzschlag stimulieren oder im Falle von Defibrillatoren einen elektrischen Stromstoß abgeben können. Seit Jahren nimmt die Zahl der eingesetzten Taktgeber zu: 2010 gab es in Deutschland etwa 111.000 Eingriffe zur Implantation von Herzschrittmachern oder ICDs. 2015 waren es 136.000. Damit zählt Deutschland weltweit zu den Spitzenreitern.

Patienten in den neuen Bundesländern erhalten öfter einen Herzschrittmacher oder Defibrillator

Auffällig ist, dass die Eingriffe in den neuen Bundesländern etwas häufiger sind als in den alten - wobei die Deutschlandkarte lediglich Implantationen zeigt, die vollstationär im Krankenhaus stattfanden. Herzschrittmacher und Defibrillatoren können nämlich inzwischen auch ambulant eingesetzt werden. Die häufigsten Krankenhaus-OPs fanden 2015 an Patienten in Brandenburg an der Havel statt, die wenigsten in Leverkusen. Dem aktuellen Herzbericht 2016 der Deutschen Herzstiftung zufolge ist die Sterblichkeit in Ostdeutschland durch Herzleiden wie Herzrhythmusstörungen im Vergleich zu Westdeutschland erhöht.

Die regionalen Unterschiede könnten teils also durch Unterschiede in der Häufigkeit von Herzerkrankungen erklärt werden. Die meisten Implantationen finden bei den 75- bis 79-Jährigen statt. Männern wird deutlich häufiger ein Herzschrittmacher oder Defibrillator implantiert als Frauen. Dabei zeigen Frauen dem Herzbericht 2016 zufolge eine höhere Sterblichkeit aufgrund von Herzleiden wie Rhythmusstörungen. Ob dies eine Folge einer schlechteren Versorgung ist, bleibt unklar.

Anmerkung

In einer früheren Version wurden die unterschiedlichen Funktionen von Herzschrittmacher und Defibrillatoren zusammengefasst. In der aktualisierten Version werden diese nun für das bessere Verständnis getrennt beschrieben.

Wegen eines technischen Fehlers sind in früheren Versionen der Karten teilweise falsche Daten ausgespielt worden. Wir bitten dies zu entschuldigen. Dieser Fehler ist jetzt behoben. (21.06.2017)

awi | Stand: 21.06.2017, 08:51