Glossar: Die wichtigsten Begriffe kurz erklärt

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Glossar: Die wichtigsten Begriffe kurz erklärt

Hier finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten Begriffe und Institutionen, die in den Beiträgen erwähnt werden.

AQUA-Institut

Das Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen-Institut ist ein unabhängiges Beratungs- und Forschungsunternehmen (GmbH), das sich als Dienstleister mit der Analyse von Daten aus dem Gesundheitswesen befasst, Qualitätsindikatoren entwickelt und Konzepte für qualitätsfördernde Maßnahmen erstellt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Softwareprodukten für das Gesundheitswesen. 2009 bis 2015 arbeitete das AQUA-Institut im Auftrag des G-BA und unterstützte das Gremium bei der Umsetzung der externen Qualitätssicherung. Diese Aufgabe liegt seit Anfang 2016 beim IQTIG.

Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft ist ein gemeinnütziger Zusammenschluss von Spitzen- und Landesverbänden der Krankenhausträger. Hauptaufgabe des Vereins ist es, ihre Mitglieder bei der Erfüllung ihrer gesetzlich übertragenen Aufgaben zu unterstützen. Sie setzt sich für die Erhaltung und Verbesserung des Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser ein und berät Behörden bei der Umsetzung von Gesetzen. Sie ist eine der vier Säulen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

DRG-System

Das DRG-System ist das Fallpauschalen-System des deutschen Gesundheitswesens. Dabei wird der DRG-Katalog (Fallpauschalen-Katalog) jährlich durch das InEK verwaltet und weiterentwickelt. Dieser Katalog bietet die Grundlage für die Zuordnung eines Krankenhauspatienten in eine Fallpauschale, sodass der Behandlungsfall von der Krankenkasse vergütet werden kann. Voraussetzung für die Eingruppierung eines Patienten sind die getroffene Hauptdiagnose, die behandlungsrelevanten Nebendiagnosen sowie der am Patienten durchgeführten Behandlungsprozeduren nach OPS. Anhand eigens dafür festgelegter Kodierrichtlinien fließen diese Parameter in die Bestimmung der Fallpauschale ein.

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

Der Gemeinsame Bundesausschuss ist das oberste Beschlussgremium des deutschen Gesundheitswesens. Es ist seit 2004 aktiv und legt den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung fest. Darin steht, welche Medikamente und Therapien mehr als 70 Millionen Versicherten in Deutschland erstattet werden. Zudem beschließt der G-BA Maßnahmen zur Sicherung der Qualität für den ambulanten und stationären Bereich im Gesundheitswesen.

Der G-BA wird von den vier Spitzenorganisationen der Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen gebildet: der Kassenärztlichen und Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KBV und KZBV) (LINKs zu Glossar-Einträgen), der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und dem GKV-Spitzenverband. Insgesamt hat das Beschlussgremium des G-BA 13 Mitglieder: drei unparteiische, fünf Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen (Kostenträger) und fünf Vertreter aus dem Kreis der Ärzte, Zahnärzte und Krankenhäuser (Leistungserbringer). Zudem nehmen bis zu fünf Patientenvertreter an den Sitzungen des G-BA teil, die jedoch nur antrags- und nicht stimmberechtigt sind. Josef Hecken (CDU) ist seit 2012 Vorsitzender des G-BA. 2009 bis 2012 war Hecken Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Krankenhausstrukturgesetz (KHSG)

Das "Gesetz zur Reform der Strukturen der Krankenhausversorgung", kurz Krankenhausstrukturgesetz, wurde im Dezember 2015 verabschiedet. Ziel der im KHSG verankerten Regelungen und Maßnahmen ist es, die Qualität der Krankenhausversorgung zu stärken und gleichzeitig die Finanzierungsmöglichkeiten der Krankenhäuser zu verbessern. Qualität wird dabei als Kriterium für die Krankenhausplanung und –finanzierung angesetzt. Gute Qualität soll künftig durch Zuschläge belohnt werden. Kliniken, die eine notwendige Qualität dauerhaft nicht bieten können, sollen sogar aus dem Krankenhausplan herausgenommen werden können. Allerdings können die einzelnen Bundesländer, planungsrelevante Qualitätsindikatoren auch ausschließen.

ICD-10

Der ICD-10 (International Classification of Disease) ist ein weltweit anerkannter Schlüssel, mit dem sämtliche Diagnosen, die von Ärzten, Zahnärzten oder Psychologen gestellt werden können, einen Code erhalten. Die aktuell gültige Ausgabe ist der ICD-10 (Version von 2016). Seit 2007 wird an der neuen Ausgabe ICD-11 gearbeitet, die 2018 verabschiedet werden soll. In Deutschland werden die Diagnosen nach einem bestimmten Schlüssel modifiziert codiert (ICD-10-GM für German Modification).

Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) ist Herausgeber der in Deutschland verbindlich geltende ICD-10-GM Version 2017.

Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES)

Das IGES wurde 1980 von Mitarbeitern der TU Berlin gegründet. Das Institut erarbeitet im Auftrag von Institutionen Gutachten rund um das deutsche Gesundheitswesen. So erstellt das IGES beispielsweise Weißbücher für unabhängige Informationen zu einem gesellschaftlich relevanten Gesundheitsthema wie etwa das "Weißbuch Gelenkersatz". Auch der seit 2006 jährlich erscheinende "IGES Arzneimittel-Atlas" ist eine Publikation des Instituts.

Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK)

2003 wurde ein neues Abrechnungssystem für deutsche Krankenhäuser eingeführt, das sogenannte DRG-System (Diagnosis Related Groups System). Seither bezahlen die Krankenkassen nicht mehr Tagessätze an die Krankenhäuser. Stattdessen wird jeder stationäre Behandlungsfall mittels einer entsprechenden DRG-Fallpauschale vergütet.

Das InEK ist eine GmbH und für die Pflege und Weiterentwicklung des DRG-Systems zuständig: Es definiert die DRG-Fallgruppen und legt zusammen mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) fest, wie Diagnosen und Operationen bei stationär behandelten Patienten zu erfassen sind. Darüberhinaus legt das InEK den Betrag fest, der bei der Berechnung der DRG-Preise für eine Krankenhausbehandlung zugrunde gelegt wird.

Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK)

2003 wurde ein neues Abrechnungssystem für deutsche Krankenhäuser eingeführt, das sogenannte DRG-System (Diagnosis Related Groups System). Seither bezahlen die Krankenkassen nicht mehr Tagessätze an die Krankenhäuser. Stattdessen wird jeder stationäre Behandlungsfall mittels einer entsprechenden DRG-Fallpauschale vergütet.

Das InEK ist eine GmbH und für die Pflege und Weiterentwicklung des DRG-Systems zuständig: Es definiert die DRG-Fallgruppen und legt zusammen mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) fest, wie Diagnosen und Operationen bei stationär behandelten Patienten zu erfassen sind. Darüberhinaus legt das InEK den Betrag fest, der bei der Berechnung der DRG-Preise für eine Krankenhausbehandlung zugrunde gelegt wird.

Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG)

Das IQTIG wurde 2014 ins Leben gerufen und arbeitet so wie das IQWIG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Es erstellt Maßnahmen zur Qualitätssicherung und soll die Versorgungsqualität im Gesundheitswesen darstellen. Ziel des IQTIGs ist es unter anderem, die großen Unterschiede zwischen den verschiedenen Kliniken transparent aufzubereiten und insbesondere den Patienten zur Verfügung zu stellen. Derzeit arbeitet das IQTIG beispielsweise an einer neuen Internetseite, die es Patienten ermöglichen soll, Krankenhäuser hinsichtlich ihrer Qualität zu vergleichen.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG)

Das IQWIG gibt es seit 2004 und wurde gegründet, um die Qualität und Wirtschaftlichkeit der Patientenversorgung in Deutschland zu verbessern. Allen voran untersucht das IQWIG Nutzen und Schaden von medizinischen Maßnahmen für den Patienten und informiert regelmäßig in Form von wissenschaftlichen Berichten über Vor- und Nachteile einer Behandlung. Zudem bewertet das IQWIG ärztliche Leitlinien und gibt unter gesundheitsinformation.de laienverständliche Informationen heraus. Aufträge erhält das IQWIG ausschließlich vom G-BA und vom Bundesgesundheitsministerium.

Medizinischer Dienst der Krankenversicherung (MDK)

Der MDK ist der sozialmedizinische Beratungs- und Begutachtungsdienst der gesetzlichen Kranken- und der Pflegeversicherung. Er ist jeweils auf Landesebene als eigenständige Arbeitsgemeinschaft organisiert. Die gesetzlichen Krankenkassen schalten den MDK ein, wenn sich ein Patient mit einem vermuteten Behandlungsfehler an sie wendet und die Kasse den Fall unabhängig begutachten lassen will. Häufig wird der MDK bei Fragen etwa zur Notwendigkeit, Art, Umfang und Dauer von Reha-Maßnahmen oder für die Prüfung der Notwendigkeit und Dauer einer Krankenhausbehandlung um eine gutachterliche Stellungnahme gebeten. Auch Verordnungen von Arznei- und Hilfsmitteln sowie die Dauer und Notwendigkeit von häuslicher Krankenpflege prüft der MDK. 2015 wurden MDK-Gutachter in rund 14.800 Fällen gefordert, von Patienten erhobene Vorwürfe zu prüfen – 200 mehr als im Jahr zuvor. 4026 Mal bestätigten die Gutachter den Verdacht der Patienten.

OPS-Code

Der Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) ist der in Deutschland gültige Gesamtkatalog aller operationellen Prozeduren in der Medizin. Dabei wird jeder Maßnahme ein bestimmter Code zugeordnet, wobei die Maßnahmen nach bestimmten Bereichen klassifiziert werden. Diagnostische Maßnahmen etwa, haben immer eine 1 als erste Stelle im Code, Operationen die Ziffer 5. Die Entfernung des Blinddarms beispielsweise hat den OPS-Code 5-470, der Einsatz eines künstlichen Kniegelenks den OPS-Code 5-822. Diese Codes fließen in die Berechnung der Fallpauschalen, die von den Krankenkassen erstattet werden, mit ein. Der OPS wird jährlich neu vom Deutschen Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) bereitgestellt.

Statistisches Bundesamt (Destatis)

Das Statistische Bundesamt ist eine Bundesbehörde, die statistische Informationen zu Wirtschaft, Gesundheit und Umwelt erhebt, sammelt und analysiert. Die aufbereiteten Informationen werden fortlaufend in rund 400 verschiedenen amtlichen Statistiken veröffentlicht.

Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband)

Der GKV-Spitzenverband ist die zentrale Interessensvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland. Die Aufgaben des Spitzenverbandes sind gesetzlich festgelegt. So vertritt der GKV-Spitzenverband die Krankenkassen zum Beispiel im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) und gestaltet die Rahmenbedingungen für den Wettbewerb um Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Gesundheitsversorgung. Beispielsweise übernimmt der GKV-Spitzenverband die Preisverhandlungen mit den Arzneimittelherstellern über die Erstattungspreise bei innovativen Medikamenten.

hilfreiche Links

gesundheitsinformation.de

Das Portal des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) richtet sich mit einem breiten Themenspektrum an Menschen, die nach Informationen zu Krankheiten, Diagnosen und Behandlungen suchen.

Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD)

Die UPD berät sowohl gesetzlich als auch privat Versicherte kostenfrei bei Fragen zu einer Erkrankung, Suche nach Hilfe für den Umgang mit einer Krankheit, oder zu den Rechten als Patient. Das Angebot umfasst die Beratung online, telefonisch oder aber auch vor Ort an 30 bundesweiten Beratungsstellen.

Stand: 19.06.2017, 10:00