Arthroskopische OP am Gelenkknorpel und den Menisken: Umstrittener Eingriff

Arthroskopische OP am Gelenkknorpel und den Menisken: Umstrittener Eingriff

Arthroskopien sind eine der häufigsten Eingriffe in Deutschland. Ärzte führen sie bei Arthrose und anderen Schäden in den Gelenken durch. Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass eine Arthroskopie in vielen Fällen überflüssig ist.

Gelenkspiegelung (Arthroskopie), 2013 - 2015

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Auf der Karte finden Sie die Daten zu den durchschnittlich pro Jahr durchgeführten Arthroskopien im Betrachtungszeitraum von 2013 bis 2015. Farblich dargestellt ist die Zahl der Fälle je 100.000 Einwohner. Der Rang zeigt, welche Position der jeweilige Kreis im Verhältnis zu den insgesamt 402 Kreisen bundesweit einnimmt - je höher der Rang, desto höher die Zahl der Eingriffe je 100.000 Einwohner. (Quelle: Destatis)

Über den Reiter oben auf der Seite können Sie sich die Zahlen für die einzelnen Bundesländer anschauen.

* Die Angaben für die Kreise Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald wurden für beide Kreise erhoben und werden daher identisch ausgespielt

Legende: Gelenkspiegelung (Arthroskopie), 2013 - 2015

Anzahl der Eingriffe je 100.000 Einwohner, Jahresdurchschnitt 2013 - 2015
  • bis 262
  • 262 bis 370
  • 370 bis 494
  • 494 bis 699
  • mehr als 699

Arthrose ist die weltweit am häufigsten verbreitete Gelenkerkrankung. In Deutschland ist etwa jeder dritte Mann und jede zweite Frau über 60 Jahre davon betroffen, häufig am Knie. Die Arthroskopie (auch Spiegelung genannt) ist ein minimal-invasiver Eingriff, der Schmerzen lindern und die Beweglichkeit des Gelenks verbessern soll. Mithilfe eines Endoskops untersucht der Arzt zunächst das Gelenk und kann anschließend beispielsweise Knorpel glätten oder implantieren, gerissene Bänder reparieren oder den Meniskus entfernen. Der Großteil der Arthroskopien wird aufgrund einer Kniegelenkarthrose an den Knien durchgeführt.

Nutzen der Kniearthroskopie nicht erkennbar

Doch seit dem 1. April 2016 zahlen die gesetzlichen Krankenkassen diesen Eingriff nicht mehr. Der Grund: Der Nutzen der Kniespiegelung ist in Studien nicht nachweisbar. Nach einer Arthroskopie war der Zustand bei einem Großteil der operierten Patienten im Vergleich zu nicht-operierten Patienten nicht in dem Maße verbessert, dass er eine Operation rechtfertigen würde. Nur bei Ausnahmefällen wie einer akuten Gelenkblockade wird die Spiegelung weiterhin gezahlt. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Arthroskopie ein schneller und lukrativer Eingriff für die Kliniken.

Unsere Deutschlandkarte zeigt die arthroskopischen Eingriffe am Gelenkknorpel und den Menisken. Die arthroskopische Gelenkspülung, Entfernung freier Gelenkkörper oder von Verkalkungen etwa sind hier nicht erfasst. Zudem beziehen sich die Zahlen auch nur auf die Spiegelungen, die vollstationär im Krankenhaus durchgeführt wurden. Allerdings werden inzwischen mehr als 90 Prozent aller Arthroskopien am Kniegelenk ambulant durchgeführt. Vermutlich haben auch deshalb die stationären Eingriffe zur Arthroskopie am Gelenkknorpel und den Menisken in den Jahren 2011 bis zum Jahr 2015 stetig abgenommen. Der Landkreis Stormarn bei Hamburg hat jedoch im Vergleich zu den anderen Kreisen in Deutschland konstant die häufigsten stationären Eingriffe zu diesem Operationstyp.

Anmerkung

Wegen eines technischen Fehlers sind in früheren Versionen der Karten teilweise falsche Daten ausgespielt worden. Wir bitten dies zu entschuldigen. Dieser Fehler ist jetzt behoben. (21.06.2017)

awi | Stand: 21.06.2017, 08:49