Knochenbrüche: Entfernung von Metall kann riskant sein

Knochenbrüche: Entfernung von Metall kann riskant sein

Platten, Schrauben, Nägel, Drähte - es gibt unzählige Materialien, mit denen Orthopäden einen Knochenbruch reparieren können. Ist der Knochen wieder verheilt, muss das Material wieder raus. Wirklich?

Entfernung von Knochen-Fremdmaterial 2013 - 2015

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Auf der Karte finden Sie die Daten zu den durchschnittlich pro Jahr durchgeführten Eingriffen zur Entfernung von Knochen-Fremdmaterial im Betrachtungszeitraum von 2013 bis 2015. Farblich dargestellt ist die Zahl der Fälle je 100.000 Einwohner. Der Rang zeigt, welche Position der jeweilige Kreis im Verhältnis zu den insgesamt 402 Kreisen bundesweit einnimmt - je höher der Rang, desto höher die Zahl der Eingriffe je 100.000 Einwohner. (Quelle: Destatis)

Über den Reiter oben auf der Seite können Sie sich die Zahlen für die einzelnen Bundesländer anschauen.

* Die Angaben für die Kreise Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald wurden für beide Kreise erhoben und werden daher identisch ausgespielt

Legende: Entfernung von Knochen-Fremdmaterial 2013 - 2015

Anzahl der Eingriffe je 100.000 Einwohner, Jahresdurchschnitt 2013 - 2015
  • bis 191
  • 191 bis 227
  • 227 bis 264
  • 264 bis 309
  • mehr als 309

Kaum steht fest, dass der Knochen gebrochen ist und operiert werden muss, fragt der Patient auch schon: „Und wann muss das Material wieder raus?“ Was nach einem Routineeingriff klingt, ist nicht immer so banal und frei von Risiken. Deshalb raten Experten zunehmend, die Entfernung des sogenannten Osteosynthesematerials gründlich abzuwägen. Je nach Lage und Funktion der Metallteile sind die Eingriffe mitunter schwerwiegend und mit mehr oder minder großen Risiken verbunden. Dennoch wird die Entfernung häufig routinemäßig durchgeführt, ohne dass ein spezifisches Problem durch das Material besteht. 2015 wurden solche Eingriffe zur Materialentfernung rund 175.000 mal durchgeführt.

Werden Schrauben, Nägel und Platten zu häufig entfernt?

Auf der Deutschlandkarte lassen sich dabei regionale Unterschiede in der Verteilung erkennen: Menschen aus dem Landkreis Schweinfurt etwa wurde im Jahr 2015 etwa 1,9-mal so häufig Material wieder entnommen wie im Bundesdurchschnitt. Worauf diese Unterschiede zurückzuführen sind, ist jedoch weitgehend unklar und lässt sich nur vermuten. Entfernt werden muss das Material aber immer dann, wenn es beispielsweise Entzündungen oder Allergien verursacht, den Patienten stört oder sich das Material verschiebt, lockert oder Ermüdungen aufweist.

Anmerkung

Wegen eines technischen Fehlers sind in früheren Versionen der Karten teilweise falsche Daten ausgespielt worden. Wir bitten dies zu entschuldigen. Dieser Fehler ist jetzt behoben. (21.06.2017)

cib | Stand: 21.06.2017, 08:43