Milbensprays: Wirkungslos und gefährlich

Milbensprays: Wirkungslos und gefährlich

Rund 30 Millionen Allergiker gibt es in Deutschland. Zweithäufigste Ursache für Allergien sind Hausstaubmilben. Spezielle Sprays sollen die unliebsamen Mitbewohner ausschalten – doch auch für Menschen sind sie nicht ungefährlich.

Im Kot der Milben stecken Substanzen, die zu allergischen Reaktionen führen können. Zahlreiche Produkte versprechen schnelle und effektive Hilfe gegen die Krabbeltiere im Bett. Doch einige Sprays enthalten Nervengifte wie Permethrin und Esbiothrin. Die legen die Nervenbahnen der Milben lahm. Für Menschen gibt der Toxikologe Jan Hengstler Entwarnung: "Für den Menschen braucht man wesentlich höhere Dosen, um ähnliche Wirkungen zu erzielen. Für Allergiker braucht es allerdings nicht viel. Wenn man das Spray auf die Haut bekommt, kann es zu Juckreiz und sehr starken Rötungen kommen."

Auch Sprays mit pflanzlichen und biologischen Wirkstoffen könnten für Allergiker unangenehme Nebenwirkungen haben. "Wenn man Pflanzengifte in großer Menge abbekommt, ist das genauso giftig wie die synthetischen Produkte", so Toxikologe Hengstler.

Eine Untersuchung von 13 Produkten durch Öko-Test ergab: "Die tatsächliche Wirksamkeit unter realen Einsatzbedingungen kann für keines der 13 Produkte anhand belastbarer wissenschaftlicher Studien nachvollzogen werden."

Tipps für Allergiker

  • Räume stets lüften und trocken halten
  • Teppiche regelmäßig saugen. Am besten eignet sich dafür ein Staubsauger mit Feinstaubfilter.
  • Glatte Böden zweimal die Woche feucht wischen
  • Bettwäsche regelmäßig bei mindestens 60 Grad waschen

Quelle: Deutscher Allergie- und Asthmabund

Stand: 26.04.2017, 18:15