Kinder im Krankenhaus

Kind bekommt im Krankenhaus den rechten Arm verbunden

Kinder im Krankenhaus

Von Birgit Eger

Wenn Kinder ins Krankenhaus müssen, dann sind nicht nur die ganz kleinen beruhigt, wenn ein Elternteil in der Nähe bleiben kann. Mal wird ein Klappbett daneben gestellt, mal gibt es eigene Eltern-Zimmer. Doch wer bezahlt das?

Die Krankenkassen

Grundsätzlich gibt es ein Recht darauf, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für den Mitaufenthalt bezahlen, so steht es im Sozialgesetzbuch (SGB V, §11 Abs. 3) - abhängig jeweils von der "medizinischen Notwendigkeit". Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen generell die Kosten für Eltern, die Kleinkinder begleiten. Darüber hinaus legt jede Kasse eine Altersgrenze fest, bis wann sie das "Rooming-In" der Eltern bezahlen, die Spanne reicht von sieben bis zwölf Jahren. Möchten Eltern ein älteres Kind begleiten, dann muss der behandelnde Arzt im Krankenhaus die medizinische Notwenigkeit bescheinigen. Gemäß der Aufstellung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin sind die häufigsten Gründe: eine Aufnahme als Notfall, schwere Erkrankungen wie zum Beispiel eine Operation, onkologische Erkrankungen oder Epilepsie. Auch eine ausgeprägte Angst fallen darunter sowie Schulungsmaßnahmen der Begleitpersonen für Insulingabe und Beatmung.

Kinder im Krankenhaus

WDR 2 Quintessenz | 19.05.2017 | 03:43 Min.

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Das Krankenhaus

Ob Eltern grundsätzlich mit aufgenommen werden, kann auch das jeweilige Krankenhaus entscheiden. Ein Kriterium ist, ob ausreichend Platz vorhanden ist: Ist das Krankenhaus oder die Station voll belegt, kann es sein, dass eine Mitaufnahme abgelehnt wird. Manche Krankenhäuser übernehmen aber grundsätzlich die Kosten für die Mitaufnahme, Kinderkrankenhäuser zum Beispiel. Hier werden Eltern teilweise auch pflegerisch oder psychologisch für die weitere Behandlung ihrer Kinder zuhause geschult. In manchen Häusern haben die Fördervereine mit Hilfe von Spenden extra Zimmer oder Appartements eingerichtet, in denen Eltern bei längerer Krankheit der Kinder zu relativ geringen Kosten übernachten können. 

Die Tipps

Wenn ein Krankenhausaufenthalt eines Kindes ansteht, sollte man vorher mit der eigenen Krankenkasse und dem behandelndem Arzt sprechen und klären, wer den Aufenthalt bezahlt. In Großstädten oder Ballungsgebieten kann man sich eventuell das Krankhaus aussuchen, welches die besten Leistungen für Kinder bietet. Eine Liste hat zum Beispiel das Aktionskomitee Kind im Krankenhaus (AKIK) zusammengestellt.

Wird man als Elternteil aufgenommen, kann man auch selbst finanzielle Unterstützung von der Krankenkasse beantragen: Die Krankenkasse kann den Verdienstausfall erstatten, wenn die Anwesenheit des Elternteils medizinisch notwendig ist. Alternativ ist es möglich, Kinderkrankengeld auch über einen längeren Zeitraum zu beziehen.

http://www.ausgezeichnet-fuer-kinder.de/fileadmin/Dateien/GKinD_Initialtive_Mitaufnahme_21022005.pdf

Mitaufnahme einer Begleitperson

Stand: 19.05.2017, 00:00