Keine Chance für den Jetlag

Jetlag

Keine Chance für den Jetlag

Ist es in Amerika früher als bei uns oder doch später? Die Zeitverschiebung macht vielen Menschen schon in der Theorie Schwierigkeiten genug. In der Praxis ist sie nicht nur für den Kopf ein Problem, sondern auch für den Körper.

Die innere Uhr

Bei jedem Langstreckenflug gerät unsere biologische Uhr durch die Zeitverschiebung aus dem Tag/Nacht-Rhythmus. Die innere Uhr des Menschen stimmt dann vorübergehend nicht mehr mit dem Tag/Nacht-Rhythmus des Zielortes überein. Die Folge sind in erster Linie Schlafstörungen sowie allgemeine Erschöpfung und Abgeschlagenheit durch Schlafmangel.

Keine Chance für den Jetlag

WDR 2 Servicezeit | 17.07.2017 | 03:40 Min.

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Ursache für den Jetlag ist der innere Zeitgeber des Menschen, der durch unterschiedliche Hormone bzw. durch den Wechsel von Hell und Dunkel ausgelöst wird. Bei einem Jetlag signalisiert der Körper am Zielort beispielsweise schon am Nachmittag, dass die Zeit zur Nachtruhe gekommen ist. Da die innere Uhr sich nur langsam umstellen kann (ein bis anderthalb Stunden pro Tag), dauert es bis zur Angleichung an die Zeit am Zielort – je nach Entfernung - einige Tage.

Symptome des Jetlags

Die Art und Schwere sind unterschiedlich und individuell sehr verschieden. Dazu gehören: Schlafstörungen, Müdigkeit, depressive Verstimmungen, Konzentrationsschwäche, Gereiztheit, Appetitlosigkeit oder Verdauungsprobleme.

Melatonin

Der Hell-Dunkel-Rhythmus beeinflusst die Ausschüttung des "Schlafhormons" Melatonin. Es wird vermehrt in der Dunkelheit produziert und macht müde. Manche Fernreisende schwören darauf, den Melatoninspiegel mit Tabletten künstlich zu erhöhen und sich dadurch vor ihrer gewohnten Bettzeit schläfrig zu machen. Melatonin gibt es seit langem in Tablettenform als verschreibungspflichtiges Medikament. Neuerdings ist es in einer niedrigen Dosis auch rezeptfrei in Apotheken zu erhalten. Das Schlafhormon sollte aber auch dann nur kurze Zeit eingenommen werden, raten Mediziner und Apotheker. Wer es länger als fünf Tage schluckt, muss damit rechnen, dass es die natürliche Melatonin-Produktion verändert. Als Folge könnte der Schlaf-Wach-Rhythmus ganz aus den Fugen geraten.

Hilfen gegen Jetlag vor Ort

Man sollte nur schlafen, wenn es dunkel ist und sich keine Mittags- oder Nachmittagsschläfchen gönnen. Auch wenn man tagsüber noch so müde ist: Durchhalten bis zum Abend. Das heißt, man sollte schnellstmöglich versuchen in den örtlichen Tag-Nacht-Rhythmus zu kommen. Dabei hilft es gerade in den ersten Tagen viel draußen zu unternehmen, sich in der Sonne aufzuhalten. Das Sonnenlicht senkt den Melatoninspiegel und hilft die Tagesmüdigkeit zu bewältigen. Außerdem ist es ratsam, schwere Speisen zu meiden und in den ersten Urlaubstagen kein Mammutprogramm einzuplanen, sondern sich zu entspannen. Gymnastik und leichter Sport bekommen dem Körper auch am ersten Tag gut und regen den Kreislauf an.

Während des Fluges

Es ist besser, keinen Alkohol, Kaffee oder Tee zu trinken, da sie den Kreislauf künstlich aktiv halten. Man kann schon während des Fluges seine Uhr auf die Ortszeit des Zielortes anpassen. Schlafen sollte man im Flugzeug nur, wenn auch am Zielort Schlafenszeit ist.

Vor dem Abflug

Bei Flügen in Richtung Westen kann man schon zwei bis drei Tage vor dem Abflug später ins Bett gehen als normalerweise. Dadurch kann man versuchen, den Biorhythmus auf die neue Schlafenszeit vorzubereiten. Bei Fernreisen Richtung Osten ist es umgekehrt: Einige Tage vorher ein bis zwei Stunden früher ins Bett gehen als üblich. Das verschiebt die Schlafphase nach vorne.

Auf keinen Fall

Wer unter Jetlag leidet, sollte die Finger von Schlaftabletten lassen - sowohl während des Fluges als auch nach der Ankunft. Sie sind eher kontraproduktiv, weil sie wie ein Narkosemittel wirken. Das gilt auch für Alkohol. Beides nimmt keinen Einfluss auf die innere Uhr, sondern verlangsamt sogar die Anpassung vor Ort. Weil durch die Zeitverschiebung auch die Reaktionsfähigkeit und die Konzentrationsleistungen deutlich leiden, sollte man sich nicht gleich nach der Ankunft in den Mietwagen setzen und sich in den Linksverkehr stürzen, sondern am besten erst einmal faul am Strand oder auf dem Sofa liegen und relaxen.

Stand: 17.07.2017, 14:00