Welche Therapien helfen gegen Heuschnupfen?

Auftragen von Allergenen mittels einer Pipette auf den Unterarm eines Patienten.

Start der Pollensaison

Welche Therapien helfen gegen Heuschnupfen?

Von Christina Satori

Alle möglichen Heilmethoden versprechen Linderung bei Pollenallergien. Aber am Ende hilft nach wie vor nur die gute alte Hyposensibilisierung.

Der Frühling kommt – und für Millionen Menschen in Deutschland geht das Elend wieder los: Niesen, Schnupfen, tränenende Augen und oft auch Husten oder Atembeschwerden. Wer allergisch auf Pollen reagiert, weiß, wie belastend diese Beschwerden sind. Die meisten Allergologen und Lungenfachärzte empfehlen während der Pollensaison die Symptome durch Medikamente zu mildern und danach die Ursache der Allergie durch eine Hyposensibilisierung zu bekämpfen. Aber es gibt auch alternative Behandlungsmethoden, zum Beispiel Akupunktur, Bioresonanztherapie, Klopftherapie und Homöopathie.

Nadeln gegen Pollenallergie

Akupunkturnadeln im Ohr

Eine deutsche Studie zur Wirksamkeit von Akupunktur gegen Pollenallergie zeigte eine gewisse Wirksamkeit: Viele der Patienten mussten weniger oder keine Medikamente nehmen als Patienten, die keine Akupunktur erhalten hatten. Es ist umstritten, ob dies tatsächlich auf die Nadeln zurückzuführen ist, oder einfach auf die positive Einstellung der Patienten gegenüber der Akupunktur. Da die Wirkung der Akupunktur nach einigen Monaten schwächer wird, sollte man sie jedes Jahr wiederholen.

Bioresonanz- und Klopftherapie

Es gibt keine wissenschaftlichen Studien, die zeigen, dass durch eine Bioresonanztherapie oder eine Klopftherapie – auch Akupressur genannt – die Heuschnupfen Beschwerden verringert werden. Das gilt auch für die Homöopathie. Deswegen übernehmen die Krankenkassen auch nicht die Kosten für diese Therapien, d.h. der Patient bezahlt sie selber.

Hyposensibilisierung

Die meisten Allergie- und Lungenfachärzte raten dazu, durch eine Hyposensibilisierung den Köper langfristig an die Pollen zu gewöhnen, um so auf Dauer die Beschwerden zu verringern oder ganz verschwinden zu lassen. Dazu werden regelmäßig geringe Mengen der Pollen unter die Haut gespritzt. Wer an einer Allergie gegen Gräserpollen leidet, kann anstelle der Spritze auch Tabletten oder Tropfen nehmen. Eine Hyposensibilisierung verlangt Geduld: Sie dauert etwa ein bis drei Jahre und wirkt nicht bei jedem Patienten. In der Regel wird empfohlen, die Behandlung nach der Pollensaison zu beginnen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten.

Nebenwirkungen der Hyposensibilisierung

Bei der Hyposensibilisierung kommt es häufig an der Einstichstelle zu einer Schwellung oder einem Hautausschlag. Bei bis zu 20 Prozent der Patienten kommt es zu stärkeren allergischen Reaktionen oder zu asthmatischen Beschwerden. Nur sehr selten kann eine Spritze im Rahmen der Immuntherapie auch einen anaphylaktischen Schock auslösen - eine lebensbedrohliche allergische Überreaktion des Körpers. Eine solche Reaktion stellt einen Notfall dar und muss sofort ärztlich behandelt werden.

Und was mache ich jetzt aktuell gegen die Allergie?

Wem jetzt schon die Augen jucken und die Nase kribbelt, dem helfen am besten Anti-Histaminika. Die Anti-Allergie-Medikamente gibt es als Tabletten, Nasensprays oder Augentropfen; sie schwächen die Symptome ab. Andere Wirkstoffe, die gegen Heuschnupfen helfen sind Chromone (in Nasensprays), die vorbeugend eingesetzt werden und Tabletten mit Leukotrienantagonisten, die eher bei Patienten mit Asthma verschrieben werden. In schweren Fällen wird auch ein Nasenspray mit Kortison verschrieben, und in ganz schweren Fällen kann der Arzt Kortison spritzen.

Start der Pollensaison - Welche Therapien helfen gegen Heuschnupfen

WDR 2 Quintessenz | 07.03.2017 | 02:46 Min.

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Stand: 06.03.2017, 00:05