Heller Hautkrebs - auch die Jungen kann es treffen

Heller Hautkrebs - auch die Jungen kann es treffen

Von Patricia Metz

Hautkrebs gehört weltweit zu den häufigsten Krebsarten. Berüchtigt ist der Schwarze Hautkrebs, doch viel häufiger ist der Helle oder Weiße Hautkrebs. Zwischen 150.000 und 200.000 Neuerkrankungen pro Jahr gibt es allein in Deutschland, darunter auch immer mehr jüngere Menschen.

Von der Sonne verursacht

Es gibt zwei Hauptarten von Hellem Hautkrebs: "Basaliom" oder "Basalzellkarzinom" sowie "Spinaliom", "Stachelzellkarzinom" oder "Plattenepithelkarzinom". Beide Formen werden durch eine Schädigung der Haut durch UV-Strahlen ausgelöst. Zumeist sind sehr hellhäutige, blonde, rothaarige und sommersprossige Menschen vom Hauttyp I und II betroffen. Das Basaliom macht knapp 80 Prozent der Erkrankungsfälle aus und das Gute ist, es metastasiert nicht, bildet also keine Tochtergeschwulste im Körper. Das Stachelzellkarzinom kommt mit 22 Prozent deutlich seltener vor, kann aber in seltenen Fällen Metastasen bilden.

Beide Hautkrebsarten dürfen in ihrer Gefährlichkeit nicht unterschätzt werden. Die Tumore können Gewebe und Knochen zerstören und sogar zum Organverlust führen. Umso wichtiger ist bei Hellem Hautkrebs die Früherkennung und die entsprechende Therapie.

Vorstufen von Hellem Hautkrebs

Ein weiterer Befund, mit dem der Patient häufig konfontiert ist, ist eine Vorstufe von Hellem Hautkrebs: die Aktinische Keratose. Während das Basaliom keine Vorstufen hat, entwickelt sich der Stachelzellkrebs häufig aus der Aktinischen Keratose. Bei dieser Hautkrebsvorstufe handelt es sich um eine flächige Verhornungsstörung der Haut, die durch dauerhafte UV-Exposition hervorgerufen wird. Nicht nur Sonnenbrände können solche Störungen auslösen, sondern auch ein chronisches Zuviel an Sonne.

Die aktinische Keratose wird in drei Stadien eingeteilt und äußert sich zunächst als kaum sichtbare raue Hautveränderung, die sich wie Schmirgelpapier anfühlt. Auch nicht heilende Wunden können ein Anzeichen für eine Hautkrebsvorstufe oder für Hellen Hautkrebs sein.

Das Bild zeigt einen Hautarzt bei einer Hautuntersuchung.

Die Haut wird nach Anzeichen von hellem Hautkrebs untersucht.

Behandlung von Hautkrebsvorstufen

Bereits die Aktinische Keratose sollte vom Hautarzt behandelt werden, damit daraus kein Krebs entsteht. Neben abtragenden und operativen Methoden werden vor allem Cremes eingesetzt:

  • Handelt es sich um sehr flache Aktinische Keratosen, empfiehlt sich eine Behandlung mit dem Wirkstoff Imiquimod, einem Immunpräparat, das dem Körper hilft, Abwehrstoffe gegen die krankhafte Hautveränderung zu produzieren.
  • Die Photodynamische Rotlichttherapie (PDT) wird angewendet bei tastbaren bis mäßig dicken Aktinischen Keratosen (Stadien I-II). Hierbei wird ein wirkstoffhaltiges Gel auf den Tumor aufgetragen. Der Wirkstoff reichert sich ausschließlich in den Krebszellen an und macht sie lichtempfindlich. Nach drei Stunden Einwirkungszeit erfolgt dann eine Bestrahlung mit rotem Kaltlicht. Dadurch werden die Tumorzellen zerstört. Die Behandlung mit Rotlicht wird häufig als sehr schmerzhaft empfunden und muss von Kassenpatienten selbst bezahlt werden.
  • Die Photodynamische Tageslichttherapie wird bei leichten bis mäßigen Aktinischen Keratosen (Stadien I-II) angewandt.  Auch hier wird eine Creme auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Anschließend hält sich der Patient für zwei Stunden unter freiem Himmel auf, wobei diffuser Halbschatten völlig ausreicht. Das Tageslicht setzt dann eine photochemische Reaktion in Gang, durch die die veränderten Zellen zerstört werden. Diese Therapie wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt und ist weitgehend schmerzfrei.

Gute Heilungschancen

Sind die Vorstufen bereits überschritten, wird der Tumor in der Regel mit dem Skalpell entfernt. Ist eine Operation nicht möglich, gibt es auch hier chemotherapeutische Möglichkeiten. Hat der Tumor einen Durchmesser unter einem Zentimeter und wurde er früh erkannt, liegen die Heilungschancen nach dem Entfernen nahezu bei 100 Prozent. Für den weiteren Verlauf ist es besonders wichtig, dass der Patient nach der Entfernung des Tumors alle sechs Monate zum Hautkrebsscreening geht. Denn wer einmal hellen Hautkrebs hatte, hat ein erhöhtes Risiko, dass sich Zellen auch an anderen Stellen krankhaft verändern. Unbedingt sollten sich Patienten, die hellen Hautkrebs hatten, mit Sonnencremes, die einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30 aufweisen, in Zukunft vor UV-Strahlung schützen und ausgedehnte Sonnenbäder und Solarien meiden.

Stand: 13.09.2017, 12:30