Autsch! Gefährliches Heimwerken

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Autsch! Gefährliches Heimwerken

Von Anne Debus

Wer Handwerksarbeiten selbst erledigt, spart viel Geld, lebt aber auch gefährlich. Etwa alle zwei Minuten verletzt sich ein Hobby-Handwerker schwer. Die meisten Unfälle passieren mit Kreissäge und Bohrmaschine, am gefährlichsten sind Elektroarbeiten.

Sicher arbeiten mit gutem Werkzeug

Gerade wer oft Handwerksarbeiten erledigt, sollte sich gute Werkzeuge gönnen. Ein Zeichen für gute Qualität ist zum Beispiel, dass der Firmenname dauerhaft aufgedruckt oder eingestanzt ist. So kann man Mängel auch nach Jahren noch reklamieren. Vor allem bei teureren Anschaffungen macht es Sinn, sich an Testergebnissen zu orientieren. Wer die Wahl zwischen zwei gleichwertigen Geräten hat, sollte immer das handlichere oder leichtere wählen; die Arme erlahmen schneller, als man denkt.

Autsch! Gefährliches Heimwerken

WDR 2 Servicezeit | 28.07.2017 | 03:11 Min.

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Auf Prüfsiegel achten

  • Das GS-Zeichen: Steht für "Geprüfte Sicherheit" und zeigt, dass der Hersteller das Gerät freiwillig hat prüfen lassen. Hier hat man es höchstwahrscheinlich mit guter Qualität zu tun.
  • Das VDE-Zeichen: Es bedeutet, dass ein Produkt vom Prüfinstitut des VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik) geprüft worden ist.
  • Das CE-Kennzeichen: Es besagt lediglich, dass ein Gerät die Mindest-Sicherheitsstandards der jeweiligen EU-Richtlinie einhält. Als Gradmesser für echte Qualität taugt es wenig.

Bedienungsanleitungen sammeln

Es klingt simpel, ist aber nicht selbstverständlich: Vor dem ersten Gebrauch einer Maschine sollte man die Bedienungsanleitung lesen. Das gilt auch, wenn man das Gerät längere Zeit nicht benutzt hat. Oft ist dann die Anleitung aber nicht mehr auffindbar. Dagegen hilft ein Ordner im Hobbykeller, in dem man alle Anleitungen abheftet.

Vorsicht vor Handschuhen und weiten Ärmeln

Bei vielen Handwerksarbeiten sind Handschuhe sinnvoll, beim Sägen und Bohren aber sollte man keine tragen. Denn gegen eine Säge schützen Handschuhe ohnehin nicht. Im Gegenteil: Da sie oft etwas größer und voluminöser sind als die Hand, kann es passieren, dass das Sägeblatt ein Stück des Handschuhs erfasst, und so dann auch die Hand mit in die Säge zieht. Aus demselben Grund sollte man beim Sägen und Bohren auch die Haare zusammenbinden und keine Kleidung mit weiten Ärmeln oder offene Kittel tragen.

Elektroarbeiten dem Fachmann überlassen.

Was kaum jemand weiß: Wegen der besonderen Gefährlichkeit sind Arbeiten an den Elektroinstallationen dem Laien in Deutschland eigentlich verboten, so steht es in der Niederspannungs-Anschlussverordnung. Deckenlampen anbringen, Steckdosen austauschen oder Leitungen verlegen dürfen offiziell nur Elektriker, die vom Versorgungsunternehmen zugelassen sind. Inoffiziell fällt es natürlich in aller Regel nicht auf, wenn man selbst Hand anlegt. Falls man aber dadurch einen Brand verursacht oder jemand verletzt wird, kann man seinen Versicherungsschutz verlieren.

Die passende Leiter verwenden

Etwa jeder fünfte Heimwerker-Unfall ist ein Sturz. Weil gerade keine Leiter zur Hand ist, steigen Hobby-Handwerker oft auf wackelige Konstruktionen wie Drehstühle oder Getränkekisten. Oder benutzen eine Leiter, die nicht geeignet ist. Eine häufige Unfallursache ist zum Beispiel, dass jemand eine Stehleiter als Anlegeleiter verwendet, sie also zusammenklappt und dann am Dach oder der Mauer anlehnt. Dafür ist eine Stehleiter aber nicht konstruiert, in dieser Position sind nämlich ihre Stufen nicht waagerecht. Kombi- und Mehrzweck-Leitern dagegen sind für beides geeignet.

Zeitaufwand realistisch planen

Viele Unfälle beim Heimwerken passieren, weil man die auftretenden Schwierigkeiten unter- und sich selbst überschätzt, und deshalb in Zeitdruck gerät. Und mal 'eben schnell' was mit der Kreissäge oder der Flex zu erledigen, ist eine schlechte Idee. Deshalb raten Experten, auf den zunächst geschätzten Zeitaufwand noch einmal die Hälfte draufzuschlagen, dann liegt man meistens richtig. Und kann entspannt und sicher arbeiten.

Stand: 28.07.2017, 00:00