Hausstauballergie – was tun?

Hausstaubmilbe

Hausstauballergie – was tun?

Von Stephanie Kowalewski

Menschen, die auf Hausstaubmilben allergisch reagieren, haben es jetzt besonders schwer. Denn wenn wir die Heizung aufdrehen, verstärken sich die Symptome bei vielen Allergikern.

Mehr Beschwerden durch Heizungsluft

Hausstaubmilbenallergiker leiden besonders in der Heizperiode unter Niesanfällen, verstopfter Nase, Husten sowie tränenden und juckenden Augen. So geht es nach Einschätzung von Experten bis zu 15 Prozent der Deutschen. Ausgelöst werden die Beschwerden vor allem durch den Kot der winzig kleinen Tiere. Milben gibt es übrigens immer und überall. Sie gehören zu den natürlichen Mitbewohnern in den Haushalten und sind kein Zeichen mangelnder Sauberkeit.

Allergische Reaktionen gibt es also zu jeder Jahreszeit, doch im Winter ist es am schlimmsten. Denn durch das Heizen sinkt die Luftfeuchtigkeit in den Räumen, die Milben sterben und  zerfallen, die winzigen Partikel werden durch die Heizungsluft umhergewirbelt und vom Menschen eingeatmet.

Kontakt vermeiden - Im Bett lauert die größte Gefahr

Milben fühlen sich besonders in Betten wohl, also genau dort, wo wir ziemlich viel Zeit verbringen. Deshalb müssen Allergiker sich hier besonders vor ihnen schützen. Das geht am besten mit speziellen Schutzbezügen, so genannten Encasings, für Matratze, Oberbetten und Kopfkissen. Wer eine vom Arzt diagnostizierte Hausstaubmilbenallergie hat, bekommt die milbendichten Spezialbezüge von seiner Krankenkasse bezahlt oder bezuschusst!

Lüften, waschen und wegräumen

Ganz wichtig: Bettwäsche, Oberbett und Kopfkissen müssen regelmäßig bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Obendrein hilft regelmäßiges Lüften, um die Luftfeuchtigkeit möglichst gering zu halten. Auch häufiges Staubsaugen (am besten mit einem Sauger samt Allergiefilter), feuchtes Wischen der Böden und feuchtes Abwischen der Möbel hilft. Ebenso sollte im Schlafzimmer auf Pflanzen, Haustiere und Staubfänger wie offene Regale und Vorhänge möglichst verzichtet werden.

Hausstauballergie

WDR 2 Servicezeit | 13.11.2017 | 02:53 Min.

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Manchmal müssen Medikamente her

Trotz solcher Maßnahmen, sind die Beschwerden manchmal so belastend, dass es nicht ohne Anti-Histaminika geht. Das sind meist Tabletten, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt. Die helfen schnell und gut, aber nur vorübergehend. Deshalb raten Ärzte zu einer so genannten Hyposensibilisierung, weil sie an der Ursache der Allergie ansetzt.

Die Idee dahinter ist, dass das Immunsystem ganz langsam an die allergieauslösende Substanz gewöhnt wird. Dazu wird das Allergen über einen längeren Zeitraum  - meist mehrere Jahre - entweder als Tablette, als Tropfen oder als Spritze verabreicht. Manchen Betroffenen sind durch die Hyposensibilisierung für lange Zeit beschwerdefrei, bei Anderen mildert sie die Symptome und wieder Andere spüren überhaupt keinen positiven Effekt.

Klar ist aber: wer eine Hausstaubmilbenallergie hat, der sollte das ernst nehmen. Denn wenn man gar nichts macht, kann aus dem lästigen Dauerschnupfen chronisches Asthma werden. Und das ist beeinträchtigt einen noch mehr als so eine blöde Hausstaubmilbenallergie.  

Stand: 13.11.2017, 08:40