Welche Diagnostik ist bei Rückenschmerzen sinnvoll?

Das Bild zeigt ein MRT-Bild.

Welche Diagnostik ist bei Rückenschmerzen sinnvoll?

Von Christine Kämper

Viele Patienten wünschen sich bei akutem Schmerz, dass ihr Arzt schnell eine Bildgebung, das heißt eine Röntgen- oder MRT-Aufnahme, in die Wege leitet. Der richtige Zeitpunkt dabei ist wichtig.

Das Problem mit MRT-Aufnahmen: In diesen Bildern sind längst nicht alle möglichen Ursachen für Schmerzen ablesbar. Muskeln oder Faszien sind auf den Bildern nicht erkennbar. Die Bildgebung kann in die Irre führen. Die Ursache der Schmerzen lässt sich, trotz moderner Technik, oft nicht genau lokalisieren.

Deshalb raten die Experten erst nach mehreren Wochen anhaltendem Schmerz zu einer Bildgebung. Nur wenn weitere Symptome vorliegen, sollte sofort ein Röntgenbild oder MRT erfolgen.

Zu diesen Symptomen gehören:

  • Tumorleiden in der Vorgeschichte
  • Gewichtsverlust oder rasche Ermüdbarkeit
  • Starker nächtlicher Schmerz
  • Kürzlich aufgetretenes Fieber und/oder Schüttelfrost
  • Bakterielle Infektionen
  • Frakturen, Unfälle, Traumata
  • In die Beine ausstrahlende Schmerzen, oft in Verbindung mit Taubheitsgefühlen
  • Zunehmende Lähmung, Sensibilitätsstörung der unteren Extremitäten.

Wenn keines dieser Symptome vorliegt, ist es ratsam erstmal abzuwarten. Denn oft verschwinden die Schmerzen ganz ohne Behandlung auch wieder.

Laut dem Deutschen Orthopäden- und Unfallchirurgen-Verband haben über 70 Prozent der Patienten mit Rückenschmerzen keine orthopädische oder neurologische Erkrankung und sind nach 6 Wochen wieder beschwerdefrei.

Was tun bei akutem Schmerz?

Leichte Bewegung, wie Spazierengehen, hilft dem Rücken – auch wenn er etwas schmerzt. So wird die Muskulatur gelockert. Aber: Sich nie bewusst in den Schmerz "hineinbewegen", also den Schmerz nicht direkt provozieren. Außerdem kann Wärme - zum Beispiel durch eine Wärmflasche oder Körnerkissen - helfen, den Schmerz zu lindern.

Stand: 21.08.2017, 11:00