Kostenlose Verbraucherberatung

Eine Angestellte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen berät eine Kundin über die private Krankenversicherung.

Kostenlose Verbraucherberatung

Von Stephanie Kowalewski

Wenn das Wissen von Experten gebraucht wird, gibt es das in der Regel nicht kostenlos. Juristen, Finanzberater und Therapeuten bieten ihre Leistungen natürlich gegen Honorar an. Aber es gibt auch erstaunlich viele Beratungsangebote, die gratis sind.

Schuldner- und Insolvenzberatungen

Wer ohnehin kein Geld hat, der kann sich natürlich auch keine kostenpflichtige Beratung leisten. Selbst dann nicht, wenn die nur wenig kostet. Aber auch Menschen mit geringem oder ohne Einkommen brauchen ab und an einen Expertenrat. Deshalb sind die Schuldner- und Insolvenzberatungen überall gratis. Bei allen Anbietern. Also bei den Wohlfahrtsverbänden wie Caritas und Diakonie, aber auch bei den Verbraucherzentralen. Hier bekommt jeder kostenlos Hilfe, wenn der Energieversorger droht, den Strom abzusperren, oder nicht klar ist, wie die nächste Miete bezahlt werden kann und wenn die Gläubiger auf die Rückzahlung der Schulden drängen. Letztlich beraten Verbraucherzentralen und Wohlfahrtsverbände immer dann kostenlos, wenn um existenzielle Notlagen, um lebensnotwendige Dinge geht. Und zwar jeden.

Fragen rund um Gesundheit

Auch hier gibt es ein recht breites Angebot an kostenloser Hilfe: Bei allen Fragen zu Krankheiten, Krankenkassen, Kuren usw. hilft zum Beispiel die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) – persönlich, per Telefon, und online. Aber auch private Organisationen wie der Gesundheitsladen Köln und die meisten Wohlfahrtsverbände beraten gratis. Die Caritas zum Beispiel bietet unter anderem bei Themen wie Aids, Schwangerschaft, Mutter-Kind-Kuren oder Suchtfragen kompetente und kostenlose Hilfe an.

Beratung zu Umweltthemen

Wer Fragen zu Umweltthemen hat, kann sich an die Verbraucherzentralen wenden. Hier beraten Experten zu Schadstoffbelastungen bei Kinderspielzeugen ebenso wie über umweltfreundlichen Farben und Materialien für die Renovierung oder wie man den Schimmel in der Wohnung wieder loswird.

 Beratungshotlines

Wem eine telefonische Beratung reicht, der kann sich an die vielen Beratungshotlines bei den Ministerien und Behörden wenden. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales etwa berät kostenlos zu Fragen rund um Themen wie Minijobs, Rente oder Kurzarbeit. Das Bundesgesundheitsministerium hat Bürgertelefone unter anderem zur Krankenversicherung, Pflegeversicherung und gesundheitlichen Prävention eingerichtet.

Beratungs- und Prozesskostenhilfe

Wenn die Scheidung zum Rosenkrieg wird oder der Streit um die Mieterhöhung eskaliert, dann geht es manchmal nicht ohne Anwalt und Gericht. Menschen mit niedrigem oder gar keinem Einkommen können dann Beratungshilfe und auch Prozesskostenhilfe beantragen. Das bedeutet, dass sie sich auf Kosten des Staates bei einem Rechtsanwalt, Steuerberater oder Rentenberater ihrer Wahl rechtlich beraten und auch vor Gericht vertreten lassen können. Die Mühe, das zu beantragen lohnt sich, denn mehr als 90 Prozent der Anträge werden genehmigt.

Stand: 07.08.2017, 14:00