Tipps fürs Taxi fahren

Eine Frau steht an einem Taxistand

Tipps fürs Taxi fahren

Von Martin Rapp

Je zehn Stichproben in Münster, Köln und Essen: Unsere Tester sind jeweils die gleiche Strecke gefahren und haben erstaunliche Unterschiede bei Routen und Preisen festgestellt. Dabei sind Taxifahrer verpflichtet, den kürzesten Weg zu nehmen.

Welche Rechte haben Taxikunden?

Zunächst einmal haben Taxikunden das Recht, mitgenommen zu werden. Es gibt eine Beförderungspflicht, die besagt, dass jede Strecke innerhalb des Pflichtfahrgebiets akzeptiert werden muss, auch eine kurze. Führt die Fahrt über die Grenzen des Pflichtfahrgebiets, kann ein Taxifahrer jedoch ablehnen. Andererseits gilt dann aber auch der örtliche Taxitarif nicht mehr: Fahrgast und Chauffeur können einen Preis frei aushandeln. In dem Fall kann auch das Taxameter ausgeschaltet bleiben, das sonst bei jeder Fahrt eingeschaltet sein muss.

Am Taxistand dürfen Kunden das Fahrzeug frei wählen und müssen nicht das erste in der Reihe nehmen. Außerdem herrscht freie Sitzplatzwahl. Bei der Streckenführung gibt es eine eindeutige Vorschrift. Der Fahrer ist verpflichtet, die kürzeste Strecke zu wählen (§ 38 BOKraft), es sei denn, er vereinbart mit dem Fahrgast etwas anderes. Der wiederum darf eine besondere Strecke verlangen, zum Beispiel eine Autobahnfahrt bei Eile.

Wie setzt sich der Taxipreis zusammen?

Grundpreis, Entfernung und Zeit – das sind die grundsätzlichen Faktoren aus denen sich der Preis für eine Taxifahrt zusammensetzt. Die Höhe des Preises ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich und wird von der lokalen Taxiverordnung geregelt. Davon gibt es bundesweit rund 800. Der Grundpreis ist der Betrag, der bei jeder Fahrt fällig wird.

Der Kilometerpreis wird pro gefahrenem Kilometer abgerechnet und dann kommen noch die Wartezeiten hinzu. Steht das Taxi an Ampeln oder im Stau, wird der Minutenpreis fällig. Je nach Stadt kommen auch noch Zuschläge etwa für Nacht- oder Feiertagsfahrten hinzu. Das einmal im Jahr vom Eichamt geprüfte Taxameter rechnet während der Fahrt alles zusammen - was am Ende angezeigt wird, zählt und muss bezahlt werden.

Was tun, um möglichst günstig zu fahren?

Eigentlich sind die Taxifahrer zur kürzesten Strecke verpflichtet und müssen nachfragen, wenn sie eine andere Route wählen. Manche Chauffeure gehen aber stillschweigend von dem Wunsch nach schnellem Transport aus. Deshalb ist es ratsam, beim Einstieg die klare Ansage nach der kürzesten und/oder preisgünstigsten Strecke zu machen.

Kunden sollten sich nach der Fahrt in jedem Fall eine Quittung geben lassen, auf der Start und Ziel notiert sind. Nur so haben sie hinterher beim Nachvollziehen der Route einen Nachweis, dass für ihren Weg von A nach B zu viel verlangt wurde. Bei langen Fahrten, die über das Pflichtfahrgebiet hinausgehen, kann sich die Frage lohnen, ob ein Festpreis ausgehandelt werden kann. Das hilft freilich nur, wenn die Kunden den regulären Preis kennen bzw. der Fahrer diesen korrekt prognostiziert.

Taxirechner, Apps und Co. – wie nützlich sind die digitalen Helfer?

Wenn es keine spontane Fahrt ist, können sich Taxikunden vorher mit Routenplanern im Internet oder auf dem Mobiltelefon informieren. Aber: Häufig wird dort die schnellste Strecke angegeben und kürzere Varianten müssen erst über die Einstellungen oder das Verändern des Streckenverlaufs ermittelt werden.

Mit der Taxi-App unterwegs in Köln

Deshalb sind auch die Taxi-Bestell-Apps wie taxi.eu oder Taxi Deutschland nicht die verlässlichste Quelle, wenn es um die kurze Strecke geht. Sie bekommen ihre Routen durch eine Hintergrundabfrage bei den Kartendiensten wie Google oder Apple Maps. Und wenn die Anbieter dann die schnelle Strecke favorisieren, wird das auch bei den Apps zur Grundlage der Berechnung genommen. Besser sind da zum Teil spezielle Taxirechner, die Strecken und zugleich den Fahrpreis vorhersagen. In Einzelfällen lässt sich dort der Routenverlauf ändern oder über Einstellungen der Weg über Autobahnen vermeiden.

Wer hilft, falls mal etwas schief läuft?

Wer skeptisch ist, ob der Taxifahrer die kürzeste Route gewählt hat, sollte sich eine Quittung geben lassen. Auf der müssen Start und Ziel vermerkt sein, sodass bei einer Überprüfung die kürzeste Strecke ermittelt werden kann. Über Umwege oder anderes Fehlverhalten von Taxifahrern können sich Fahrgäste zum einen bei den Taxigenossenschaften beschweren, wenn der Fahrer dazugehört.

Oder sie gehen zum Ordnungsamt, der kommunalen Aufsichtsbehörde für die Taxifahrer. Im besten Fall gibt es bei einer unnötig langen und teuren Fahrt das zu viel gezahlte Geld zurück.

Stand: 17.05.2017, 18:00